Nach den gestrigen 90 Minuten im Goodison Park durfte man sich erfreulich fragen, wer dies erwartet hatte. Arsenal war zu der Form zurückgekehrt, die ihnen, bei durchgehendem Abruf, ohne Hindernisse die Meisterschaft verschafft hätte. Plötzlich waren sie wieder da, diese einfachen jedoch so effektiven Spielelemente von Kampfgeist, Einsatz und schlicht den Schritt eher am Ball zu sein, als der Gegner. Sämtliche Attribute, die uns in den letzten Wochen das Leben so schwer gemacht haben und unsere Titelträume haben schwinden lassen, sorgten gestern Mittag dafür, dass wir sicher und überzeugend bei Everton drei Punkte einfahren konnten.

Wenger ließ völlig ungewohnt eine unveränderte Truppe auflaufen, was hinsichtlich der derzeitigen Reservisten sicher tief blicken lässt. Das hatte auch zur Folge, dass Welbeck und Iwobi erneut von Beginn an zusammen ran durften und mit Alexis das Sturmtrio bildeten. Frei nach dem Motto „wer es im Nou Camp kann, kann es auch im Goodison“ knüpfte Iwobi gnadenlos an die starke Leistung von unter der Woche an. Nicht nur sein Tor zum 2:0 kurz vor der Pause sondern auch seine Leistung an sich machten ihn verdient zum „Man of the Match“ in seinem ersten Start in der Premier League. Etwas was man erstmal schaffen muss im Alter von 19 Jahren. Hut ab an dieser Stelle.

Nicht weniger wichtig war jedoch die Tatsache, dass Arsenal diesmal endlich früh in Führung ging, etwas, was wir in letzter Zeit nicht oft realisieren konnten.Bereits nach sieben Minuten konnte Welbeck nach einem schönen Pass von Alexis abschließen. Ein klassisches Arsenal Tor, welches sich durch direktes und schnelles Passspiel nur schwer verteidigen ließ. Die Verdoppelung der Führung kurz vor der Pause durch Iwobi kam mental sicherlich zu einem perfekten Zeitpunkt, um Everton ein wenig den Schwung aus den Segeln zu nehmen, was den Beginn der zweiten Halbzeit anging. Es war in der Entstehung aber auch ein Beispiel dafür, wie Teamtore fallen. Iwobi selbst war es, der an der Balleroberung im defensiven Mittelfeld aktiv mitwirkte, um sodann gleich den Sprint in die Spitze anzuziehen. Haben wir dies bsp. gegen Barcelona im Hinspiel in Person von Suarez noch erleiden müssen, scheinen sich doch einige das Videomaterial angeschaut und daraus gelernt zu haben. Derartiges Verhalten zeichnet modernes Umschaltspiel und Angriffsfußball aus. Aus jeder Lage heraus bereit zu sein einen Ballverlust des Gegners blitzschnell in einen Gegenstoß umzuwandeln und im best case mit einem Torerfolg abzuschließen. Alles bedingt durch eigene aktive Laufwege und Umschaltbewegungen.

Was die Ereignisse Abseits des Platzes angeht, so wurde der Unmut der Anhänger gegenüber Stan Kroenke nunmehr erstmalig lautstark artikuliert. Etwas, was sicher lange überfällig war, sich jedoch in der letzten Woche mehr als nur angedeutet hatte. Es wird interessant werden, wie sich dies in den nächsten Wochen und Monaten entwickelt. Die letzte Messe ist dort noch nicht gelesen.

Mit dem Sieg konnte Arsenal sich ein wenig Luft nach hinten verschaffen nachdem West Ham doch noch Punkte lassen musste bei Chelsea. Leider hat Leicester weiterhin einen ungebrochenen Lauf, welche beinahe schon unwahr erscheint. Hoffen wir auf eine Punkteteilung von City und United später und der Spieltag wäre ansonsten optimal gelaufen. Ein Strauchler der Spurs plane ich mal nicht ein.

Nun ist erstmal Länderspielpause bevor es Anfang April gegen Watford weitergeht. Genießt den wohlverdienten Sonntag. Mit einem Arsenal Sieg im Rücken geht dies immer leichter.

In diesem Sinne

Come on you Gunners

Cheers

Chris