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Das Rückspiel in Madrid ist gespielt, das Ergebnis ernüchternd. Wir haben uns nach dem Hinspiel bereits über das unnötige Gegentor gegrämt. Aber wir haben uns Hoffnung gemacht. Haben uns eingeredet, dass die Mannschaft für den Trainer den perfekten Abschluss haben möchte, dass sie alles reinwerfen wird um den Sieg oder zumindest das nötige Remis in Madrid zu erzielen. All dies haben wir gestern Abend leider nicht gesehen. Gestern Abend galt es abzuliefern.

Was wir jedoch gesehen haben war erneut eine sehr hilflose Mannschaft, die keinerlei Matchplan zu haben schien gegen diese massive Abwehr der Spanier. Weder brachte man Schwung in die eigenen Aktionen noch spielte man die Bälle im letzten Drittel mit der nötigen Präzision. Von den paar vorhandenen Flanken „in die Mitte“ einmal ganz zu schweigen. Es war der Höhepunkt einer spielerischen Offenbarung, welche sich bereits über die gesamte Spielzeit hindurchzieht. Ein Zeugnis dessen, dass die Mannschaft eine Sackgasse erreicht hat, aus welcher sie ohne neuen Impuls und neuen Antrieb nicht herauskommen wird.

Die frühe Verletzung von KOS kann dabei nicht einmal als Entschuldigung herhalten. Der Franzose erlitt nunmehr schlicht die Verletzung, die sich schon so lange angedeutet hat. Schade für einen der einzigen Leader derzeit. Wenn man positive Aspekte daraus ziehen möchte so den, dass Chambers wirklich erneut eine starke Leistung abgerufen hat nach seiner Einwechselung. Dennoch benötigt es insbesondere in der Defensive eine massive Veränderung, wenn man auf Sicht gesehen wieder konkurrenzfähig sein möchte.

Dass es am Ende natürlich Costa war der das entscheidende Tor des Abends erzielte war nicht verwunderlich sonder der schlicht passende Abgang aus diesem Wettbewerb. Es was schlicht zu leicht diesen Treffer zu erzielen und passte wie gegossen in das Arsenal Schema. Über das frühe Abtauchen von Ospina reden wir an dieser Stelle mal nicht, sondern lassen es einfach für sich stehen, im Gegensatz zu ihm.

In der Nachbetrachtung nun alles auf Mesut Özil abzuladen, wie es Keown bei den Kollegen des englischen Fernsehens tat, halte ich für zu leicht und auch unzutreffend. Ich denke die Motivation hinter dem „Rant“ von Keown war schlicht die massive erneute Enttäuschung über eine blutleere Leistung der Mannschaft, die sich mehr durch neunzig Minuten quälte als sie zu genießen und für sich als Chance zu begreifen. Bei einem Spieler wie Keown und seiner Leidenschaft nachvollziehbar. Dennoch war Özil einer der wenigen Spieler, bei denen man das Gefühl hatte er könnte zumindest einen Moment kreieren. Alles in allem aber sicherlich auch von ihm zu wenig in einem solchen Spiel. Für mich aber eine Erkenntnis, die sich auf das gesamte Team bezieht.

Der Verein und die Mannschaft braucht einen Neustart mehr denn je. Die Weichen dafür sind gestellt und es bedarf schnellen Handelns. Der neue Trainer benötigt trotz der anstehenden WM so viel Zeit wie möglich um neue Strukturen zu implementieren. Das gestrige Spiel war ein Beispiel dafür, dass es neue Ideen und Impulse benötigt. Spielermaterial ist, bis auf die Abwehr, vorhanden. Die Formierung jenen Materials ist jedoch der entscheidende Faktor. Wie lange sowas dauern wird werden wir sehen.

Aber um ehrlich zu sein freue ich mich auf den Neuanfang. Es wird wieder spannend und nicht so vorhersehbar. Man weiß nicht in jedem Spiel, dass es bis zur 70. Minute dauert, bis ein Wechsel vorgenommen wird. Man weiß nicht vorher welcher Spieler ein&ausgewechselt wird. Man weiß nicht vorher, dass wir taktisch nicht während eines Spieles reagieren können. Man hat mithin wieder Diskussionsstoff. Frei nach dem Motto „New is always better“

In diesem Sinne

Come on you Gunners!

Cheers

Chris