Ein 2:1 Sieg in Newcastle stand am späten Nachmittag zu Buche. Bald schon etwas wie das Lieblingsergebnis von Arsenal in Auswärtsspielen dieser Tage.  Doch die zweite Halbzeit war mal wieder aus der Kategorie „Cardiologie für Fortgeschrittene“ . Arsenal hat es erneut geschafft eine sichere Führung und eine Dominanz durch ein Gegentor ins absolute Gegenteil umzukehren. Eine Tatsache, die mich sicher ein paar Jahre meines Lebens kosten  wird, wenn ich das ganze über die Saison einmal hochrechne. 

Die Frage vor dem Spiel war überall die gleiche. Kann Arsenal das ausscheiden gegen Monaco, was doch im Endeffekt sehr unglücklich war, wegstecken oder holen die schweren Beine und die vielen Spiele der letzten Wochen das Team ein.  Betrachtet man die erste Halbzeit, so müsste man sagen Arsenal machte weiter wo sie aufgehört hatten. Sehr starkes Kombinationsspiel, gute Laufwege und erneut zwei Tore durch Giroud. Es konnte nicht besser laufen. Man dominierte die Heimmannschaft nach Belieben und konnte sicher mit der Führung in die Halbzeit gehen. 

Doch als man zurückkam aus der Kabine hatte man entweder einen extra großen Pausentee getrunken oder war irgendwo anders mit den Gedanken. Eine schlechte Situation in der Abwehr und es stand nur noch 1:2. und dann begann der Effekt der schweren Beine so langsam nicht nur in den selbigen sondern auch im Kopf anzukommen. Viele hatten sicher das 4:4 von vor ein paar Jahren im Kopf und ich gebe zu, dass ich auch ständig mit dem Ausgleich gerechnet hatte. Doch Arsenal in diesen Tagen scheint anders zu sein. Sie bringen sich zwar immer in diese Situationen doch können Sie es zumeist schaffen sodann einen Kampfgeist und eine Geschlossenheit aufzubauen, welche die Verteidigung des Vorsprungs bis zum bitteren Ende zulässt. Selbstverständlich muss man dabei sagen, dass auch sehr starke Paraden von Ospina dazu beigetragen haben und an der einen oder anderen Stelle ein wenig Glück. Doch ist es nicht genau das, was wir immer bei Mannschaften wie United & Co. „bewundert“ haben. Dieses Mentalität den Sieg dennoch zu holen. Am Ende zählen in dieser Phase und den noch anstehenden spielen nur Siege. Und den hat Arsenal mit großem Kampf errungen.

Es gibt aber auch weiteres was wir aus dem Spiel mitnehmen können. Der krankheitsbedingt Ausfall von Özil hat gezeigt, wie er das Spiel beruhigen kann und lenkt. In hektische Phasen haben wir gestern den Ball zu schnell und zu oft verloren. Dinge, die er in den letzten Wochen nicht zugelassen hat. Chambers ist zudem schlicht kein Außenverteidiger, was er auch nicht sein möchte. Und Theo kann nicht mal in einem Spiel, in welchem man mit einem schnellen Stürmer die offenen Räume hätte perfekt nutzen können, einen Einsatz bekommen. Da sind die Fronten in den Verhandlungen sicher schon sehr verhärtet und man sollte sich überlegen, ob man den hohen Forderungen wirklich nachgeben möchte.

Jetzt geht es erstmal in die doch immer sehr gehasste Länderspielpause. Hoffen wir, dass wir dort keine Verletzungen kassieren. Und heute Nachmittag können wir entspannt auf Pool gegen United blicken. Wir sind ohnehin Gewinner. Ein Remis wäre sicher das beste Resultat. Lassen wir uns überraschen.

Genieß den Sonntag. Ich gehe jetzt zum Sport und mache mit fit für die Länderspielpause.

Cheers

Chris