Ein Punkt bei United stand am Ende eines langen Wochenendes auf dem Rechenschieber. Ein Punkt, welcher uns mehr als nur einen Matchball zur Sicherung des dritten Tabellenplatzes und der damit verbundenen direkten Champions League Qualifikation eröffnet. Ein Ergebnis, bei welchem nur selbiges zählt.

Wer es trotz der skurilen Ausstrahlungszeiten von Sky doch schaffte, die erste Halbzeit zu verfolgen und nicht beim Wiener Stadtderby in Extase verfallen ist, der wird sich sicher gefragt haben, ob es je eine schlechtere erste Halbzeit einer Arsenal Mannschaft in dieser Saison gegeben hat. Wenn man den Statistikern Glauben schenken mag, dann nicht seit dem Jahre 2004, wo man zuletzt ohne einen eigenen Torschuss blieb. Geprüft habe ich das nicht mehr, doch verwundern würde es mich nicht. So schien es beinahe so, als habe man den Flow verloren, als habe das Tor von Gomis den Glauben an die eigene Stärke verpuffen lassen. Man könnte auch behaupten, man legte ein unglaubliches Phlegma an den Tag, welches bestimmt war durch den Gedanken des Spiels in der Hinterhand. Und zumeist sind es genau diese Gedanken verbunden mit der daraus resultierenden Einstellung, die dich den berühmten Schalter nicht umlegen lassen bzw. den ersten Gang erst überhaupt nicht einlegen lassen. So war es kein Wunder, dass United, selbst mit einer so schwachen Aufstellung wie der gestrigen, irgendwann in Führung gehen musste. Unser Glück war nur, dass wir nicht noch einen oder zwei mehr Tore kassiert haben.

So war der berühmte Spruch „saved by the bell“ nicht passender, als der Halbzeitpfiff erklang. Die berechtigte Frage, die man sich sicher stellen durfte war, ob die Mannschaft es schaffen würde in einem Spiel gegen die sogenannten „Großen“ einen Hebel umzulegen, was, wenn wir erhlich sind, nicht so häufig in den letzten Jahren passiert ist. Doch zu Beginn der zweiten Halbzeit waren erste positive Anzeichen zu erkennen. Man bemühte sich mehr, kam mehr in ein gewisses Laufspiel bzw. Bewegung an sich und hatte nun auch endlich die Mehrzahl des Ballbesitzes zu verzeichnen. Ein paar Chancen von Ramsey und Giroud, wovon letzterer sicher eine machen kann/muss ergaben sich. Der richtige Druck wollte jedoch nicht aufkommen, sodass wir schon in der 70 Minute angekommen waren bevor wir Wilshere und Walcott sahen. Die Auswechselung von Santi war dabei nicht überraschend, zumal der Spanier wirklich ein sehr schlechtes Spiel ablieferte. Die Herausnahme von Bellerin überraschte jedoch, zumal man Wenger einen solch offensiven Wechsel nicht immer zutraut.

Ähnlich wie gegen Swansea kam Bewegung in die Sache und nun war auch der Druck da. Und nach einem wundervollen Pass von Ramsey auf Walcott war es der viel gecscholtene der sein Glück in die Hand nahm und einfach mal abzog. Zugegeben war der Ball abgefälscht aber ich würde an dieser Stelle mal für die gute alte „Schusskraft“ plädieren. Ein Moment, welcher Walcott nun endlich vielleicht das Selbstvertrauen gibt, was nötig ist, um auch einen Platz in der ersten Elf realistisch anzugreifen.

Auffällig war nach der Umstellung umgehend, dass Ramsey im Mittelfeld in der zentralen Postion einfach um so vieles besser ist, als auf der Außenbahn. Wenn das Spiel locker läuft, kann man ihn dort sicher aufstellen und es passt auch immer. Für Situationen wie die gestrige hat er jedoch diese „Box2Box“ Qualitäten, die das Team im Ganzen schlicht auf ein anderes Level hebt. Etwas über das Arsene sicher nachdenken wird.

Es wird ohnehin interessant werden, wie Wenger in den letzten beiden Ligaspielen agieren wird. Nach meinem Geschmack hat sich die Startef der letzten Wochen in den letzten beiden Spielen ein wenig „gehen lassen“ in der Gestalt, dass sich einige vielleicht zu sicher waren/sind, dass sie auch im Finale gesichert dabei sind. Menschlich sicher, aber in dieser Phase sportlich tödlich. Ein wenig Druck durch leichte Rotation in den verbleibenen Spielen wäre vielleicht nicht der falsche Weg, um dieser Tendenz zu begegnen.

Alles in allem jedoch ein sehr wichtiger Punkt mit Blick auf den nächsten Sommer und dort zu tätigende Transfers. Macht man den Sack nun gegen Sunderland zu, so kann man Einnahmen einplanen und auch neue Spieler mit der gesicherten Teilnahme an der Champions League locken. Zudem wird natürlich der Saisonstart, welcher, wie wir dieses Jahr erneut gesehen haben, so immens wichtig ist, extrem entschlackt. Aber auch mit Blick auf das Finale war es wichtig, dass die Mannschaft es geschafft hat das Spiel noch zum Positiven zu drehen. Es mag eine mentale Sache sein, die aber bei Arsenal wie wir wissen immer eine sehr gewichtige Rolle einnimmt.

Nun heißt es Sunderland am Mittwoch Abend. Dann auch wieder in voller Länge bei Sky.

In diesem Sinne

Come on you Gunners

Cheers

Chris