Mein erstes Gefühl nach dem Abpfiff war einfach und doch so treffend. Der Traum Mitte Mai in Islington vom Straßenrand der Mannschaft zuzujubeln lebt weiter. Ich war körperlich fertig! Ein Spiel von Anfang bis Ende mit derart hoher Intensität und einem Winner in der letzten Minute durch Welbeck, einen Spieler, der über ein Jahr verletzt gefehlt hatte, war einfach eine Menge. Aber sind wir doch ehrlich, es war geil oder ?!

Aber blicken wir auf das Spiel in Gänze, da es die vollen 94 Minuten durchaus verdient haben sich ihnen näher zu widmen. Wenger setze im Sturm neben Alexis und Giroud auf OX und gab ihm nach dem Tor am letzten Spieltag die Chance einen Lauf in Gang zu bringen. Etwas, was ich in der Podcast Vorschau schon vermutet hatte, jedoch auch mit der heutigen Leistung auch nicht bereuen musste. Zudem kam Mertesacker zurück ins Team, der für den verletzten Gabriel an die Seite von KOS spielte. Natürlich kam auch Coq in die Mitte zurück, was merkliche Sicherheit verschaffen sollte. Die eigentliche Überraschung war jedoch die Berücksichtigung von Welbeck, der sein Comeback im Team auf der Bank feiern durfte.

Das Spiel versprach, was man sich von ihm erhofft hatte. Arsenal begann sehr druckvoll, hatte gleich eine gute Chance durch Alexis nach einer Ecke. Das Team von Arsene Wenger bemühte sich die Abwehr von Leicester mit Schwung über die Außenbahn zu beschäftigen und so Räume zu schaffen. Das das Team von Claudio Ragnerie nicht unverdient oben steht, zeigte sich aber auch am heutigen Mittag. Erneut sehr stark spielten Kante und auch die Kombination Huth und Morgan. Schwer war es die erwarteten weiten Pässe auf Vardy zu kontrollieren. So war es Cech, der eine wichtige Parade rausholte nach einem Kopfball des Stürmers. Gegen Ende der Halbzeit hatte Leicester die Kontrolle übernommen und kam sodann auch zu mehr Chancen. Eine davon sollte sich in einem Elfmeter verwandeln. Verwandeln ist dabei wohl das richtige Wort, zumal Vardy es schön einfädelte und sich damit die Unsicherheit der Schiris zu nutzen machte, die sich bereits bei dem nicht gegebenen Handelfmeter und dem Foul an Özil unmittelbar vor der Elfmetersituation manifestiert hatte. Eiskalt verwandelt von Vardy ging es sodann mit Rückstand in die Pause für Arsenal.

Arsenal sollte jedoch auch in die zweite Halbzeit mit sehr viel Schwung kommen. Kurze Zeit später war das erste Ergebnis des vielen Schwungs über die Außenbahn eine gelb rote Karte für Simpson und die Überzahl der Gunners für beinahe eine ganze Halbzeit. Es war klar, dass Leicester nun sehr defensiv stehen würde und mit den Auswechselungen von Mahrez und Okasaki konnte man das auch personell deutlich sehen. Arsenal drückte nun ohne Unterbrechung auf das Prunkstück von Leicester. Mit der Einwechselung von Walcott zu einem sehr frühen Zeitpunkt setzte Wenger früh vieles auf Druck auf die Abwehr. Dieser sollte sich auszahlen. Giroud legte per Kopf ab und Walcott schob sicher ein. Ein Tor was lange auf sich warten ließ aber genau wie gegen City war er in einem wichtigen Spiel zur Stelle. 

Nun war klar, dass es ein Kampf bis zum Ende werden würde. Chancen von Alexis, Ramsey oder auch Mertesacker brachten allesamt keinen Torerfolg, sodass Wenger auch den letzten Trumpf ziehen musste. Er nahm sich Welbck zur Seite und gab ihm sein Comeback nach langer Leidenszeit. Und ein gutes Händchen sollte es sein. In der letzten Minute der Nachspielzeit kassierte Leicester nochmal einen Freistoß. Mesut Özil legte sich den Ball zurecht und hoffte auf seine siebzehnte Vorbereitung. So sollte es kommen. Er fand den Kopf von Welbeck und dieser ließ die Extase der Arsenal Fans in Wallung kommen.

Arsenal verkürzte den Rückstand auf zwei Punkte und ist wieder mitten im Titelrennen. Oftmals sind es Kleinigkeiten, die einer Mannschaft auf dem Weg zu einem Ziel den entscheidenden Schritt in die richtige Richtung bringen können. Der heutige Treffer von Welbeck könnte eine solche Kleinigkeit sein. Es dürfte jedenfalls für die Moral, den Willen und auch den Glauben an sich selbst ein großartiges Setting gewesen sein. Es gab keinen Spieler der enttäuschte. Alle haben in jeder Minute alles in die Waagschale geworfen was sie hatten, auch wenn es manchmal nicht immer zum gewünschten Erfolgt führte. Der Assist von Özil in der letzten Minute ist dafür das beste Beispiel gewesen. Denn auch bei dem deutschen Magier gelang nicht alles, was meist frustrierend war aber am Ende mit dem notwendigen Glauben doch noch zum Sieg führte.

Nunmehr gilt es das Momentum mitzunehmen. Zunächst in den FA Cup und dann immer weiter bis zum Ende der Spielzeit. Mit dem Ergebnis aus dem Spiel von den Spurs und City bleibt es weiterhin eng.Passend zu diesem Spiel haben wir morgen unseren Podcast um alles nochmal in ganzer Ausführlichkeit zu besprechen. Wie angekündigt haben wir auch Marco Hagemann von Eurosport zu Gast, passend vor dem anstehenden FA Cup Wochenende. Alle Fragen an uns oder auch ihn bitte an mich oder @medispolis.

Genießt den Sonntag Abend. In diesem  Sinne

Come on you Gunners

Cheers

Chris