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Wem es bis gestern noch nicht wirklich bewusst war, der dürfte nun auch wissen, dass Arsenal unter Emery zwar schon viele Schritte in die richtige Richtung gemacht hat jedoch ein massives Abwehrproblem hat. Zwar ist dies nicht wirklich neu und auch keine neue Erkenntnis dieser Spielzeit. Doch muss man festhalten, dass es in einem Spiel gegen Liverpool besonders bitter ist wenn man vier von fünf Gegentoren ohne Grund abschenkt und dies wieder einmal in der bestmöglichen Slapstick Manier. Dies sind allesamt keine Dinge die man trainieren kann oder woran man Emery eine Schuld geben sollte. Man darf getrost davon ausgehen, dass das Coachingteam um Emery nichts unversucht lässt diese dicken Böcke auszumerzen. Doch ab einem gewissen Grad kannst du als Trainerteam schlicht nicht mehr dagegen arbeiten sondern musst konsternieren, dass das Spielermaterial auf der Defensivposition nicht gut genug ist für die Premier League. Hergeschenkte Elfmeter auch wenn sie „soft“ waren, sind jedoch ein Resultat von ungeschicktem Verhalten ebenso wie sich gegenseitig anzuschießen oder allesamt auf den Hosenboden zu setzen. Dabei die Thematik wer in der Abwehrreihe die Ansagen macht einmal ausgenommen.

Die Anzahl an gefangenen Gegentoren ist erschreckend. Dass sie gegen Teams höherer Qualität mit hoher Geschwindigkeit einschlagen ist eines. Doch auch gegen die anderen Mannschaften im unteren Mittelfeld werden wir mit diesen eklatanten Schwächen stets Gegentore fangen, die es schwer machen immer ein Tor mehr zu erzielen. Brighton ist dort das beste Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit. So gut Arsenal auch ab dem Mittelfeld aufgestellt ist, die derzeitige kreative Lücke mal ausgenommen, so unfassbar schlecht wird es in der Defensivreihe. Dabei möchte ich Leno im Tor ohne Frage ausnehmen, zumal er, bis auf zwei bis drei Unsicherheiten bisher, einen starken Rückhalt bildet und die Bälle leider immer nur auf sich zufliegen sieht.

Natürlich ist es auch eine Frage von Verletzungen. Nacho Monreal, Hector Bellerin oder auch Rob Holding fehlen immens. Dazu hat man mit KOS einen Spieler der von einer langen Verletzungspause zurückgekehrt ist und logischer Weise nicht das Level haben kann bzw. wieder Erlangen wird, was er zuvor hatte.

Das gestrige Spiel war kein Sonderfall. Es war ein Abbild dessen, an dem Arsenal mit ungeteilter Intensität arbeiten muss und dies besser gestern als heute. Ich habe auch keinen Zweifel daran, dass dies derzeit der Fall ist. Jedoch muss man bedenken, dass es nicht gerade einfach ist starke Verteidiger zu finden und dies auch noch in der Mitte der Spielzeit. Deshalb ist es um so wichtiger nicht auf Emery einzuprügeln wie manche dies unverständlicher Weise bereits getan haben, sondern ihm genau die Zeit zu geben die es benötigt die Versäumnisse der letzen Jahre auszumerzen. Emery muss sein eigenes Team finden, seine eigenen Spieler und eine Kombination die passt.

An welcher Thematik man ohne Frage arbeiten muss ist neben der Defensive das derzeitige kreative Loch im Mittelfeld. Gestern haben wir Ramsey in der zentralen Position gesehen und abgesehen davon, dass man am gestrigen Abend sicherlich auch auf den anderen Positionen keinen Blumentopf gewinnen konnte, hat mir der Waliser gut gefallen. Er haut sich im wahrsten Sinne rein und kann ein Spiel lenken. Eigentlich komisch, dass Emery scheinbar kein so großer Fan ist. Wahrscheinlich ist der Zug bei diesem Thema auch bereits abgefahren. Falls nicht sollte man vielleicht nochmal kurz in sich gehen und überlegen, ob man nicht doch an den Verhandlungstisch zurückkehrt.

Ungeachtet der Probleme die gestern für alle nochmal eklatant sichtbar gemacht worden sind sollte man nicht alles schwarz malen. Durch den super Start in die Saison mit zweiundzwanzig ungeschlagenen Spielen hat man bei vielen Beobachtern die Erwartung schlicht zu schnell zu hoch geschraubt. Ohne reflektierende Betrachtung kann dies natürlich sodann in ebenso ungefilterte Kritik umschlagen, was nunmehr vieler Orten der Fall zu sein scheint. Beides nicht richtig aber beides ein Abbild der modernen Betrachtung von Leistungsniveau.

Es gilt nun den Fokus schnellstmöglich auf die Begegnung gegen Fulham an Neujahr zu legen und dort vieles besser zu machen und vor allem drei Punkte einzufahren. Denn sicher ist auch, dass die Champions League Plätze noch nicht außer Reichweite sind und man in keinem Fall aufstecken sollte.

In diesem Sinne

Come on you Gunners!

Cheers

Chris