Es war wieder eines dieser magischen Wochenenden die man als Arsenal Fan so liebt. Ein Trip in die beste Stadt der Welt zum besten Team der Welt. Wie es in einer Werbung eines großen Kreditinstitut so heißt: Pint in der Arsenal Taverne 4,50 Pfund; Cheeseburger vorm Stadion 3,20 Pfund; Stadionmagazin 3,00 Pfund; ein Arsenal Sieg: Unbezahlbar! Dazu das Gefühl ein Teil des Spiels zu sein. Die Stimmung und Vorfreude bereits über das Wochenende aufzusaugen und dann die letzten Schritte aus der Tube auf die Gillespie Road zu treten. Aber wem erzähl ich das. Ihr kennt es nur zu gut. Aber es ist immer wieder erstaunlich, wie mich dieses Gefühl jedes mal aufs neue wieder überwältigt.

Tja und dann zum Spiel. Was soll man dazu sagen? Ich denke die Überschrift sagt alles. Robin ist momentan in unbeschreiblicher Form und mit Abstand der beste Spieler im Kader. Bereist nach 29 Sekunden hatte er den Ball im Tor von Sunderland versenkt, nachdem Gervinho für ihn schön quergelegt hatte. Gott sei Dank waren um mich herum bereits alle auf ihren Plätzen, denn das zu verpassen wäre echt sträflich gewesen. Man merkte den Fans an, wie sich der Frust vom Spiel in Tottenham auf einmal innerhalb von Sekunden entlud. Von dieser Stelle nochmals unbekannter Weise sorry an die Dame neben mir, die nicht ganz mit einem solchen Ausbruch der Emotionen rechnen konnte. Danach spielte Arsenal wieder wie aus einem Guss, fast so wie wir es so lieben und über Jahre gewohnt sind. Van Persien hatte Pech, dass sein Heber nur die Querlatte traf. Sonst hätte ich mein Geld auf das Tor des Monats gesetzt. Es hätte locker 3:0 stehen können, wenn nicht sogar müssen. Leider wurden die Chancen aber wie in den letzten Wochen nicht genutzt. So kam es wie es kommen musste und Sunderland kam durch einen wirklich schönen Freistoß durch Larsson zum Ausgleich. Danach schlich sich die Unsicherheit der letzten Wochen wieder ein und es war nur einer super Parade von SZE zu verdanken, dass wir mit 1:1 in die Pause gingen.

Aber man merkte, dass es das heute nicht gewesen sein sollte. Nicht nur die Fans wollten es wissen. Die Mannschaft machte vom Start an Druck. Klar war es nicht so effektiv, aber der Wille war bis in die letzten Reihen zu spüren. Rosicky hatte ein sehr gutes Spiel. Und das sage ich wirklich nicht oft. In dieser Verfassung ist er eine wirkliche Verstärkung und nicht nur ein Mitläufer. So richtig fiel leider nur Theo ab, der sich wie immer nicht richtig im Spiel fand, die Laufwege nicht antizipierte und auch im Abschluss mehr als einmal zu lange zögerte. Das nicht er sondern Gervinho den Platz für Arshavin verließ, wunderte dann auch ein wenig. Arshavin setzte aber dort an, wo es seine Worte unter der Woche vermuten ließen. Er zeigte Zug zum Tor, starke Pässe und man mochte sich an die Anfangszeiten seiner Verpflichtung erinnern. Hoffentlich bleibt es so.

Ach ja und das war ja noch der Holländer. Nach einem Foul in Strafraumnähe setzte er zu einem von vielen Freistößen an. Obwohl wir bis dato nicht wirklich etwas aus den Standards gemacht hatten zirkelte der Captain den Ball ins obere rechte Eck. Unhaltbar! In der 82. Minute war die Führung völlig verdient wiederhergestellt. Danach kam es natürlich zu den üblichen nervösen Momenten, wie es in letzter Zeit immer ein wenig der Fall ist. Das Abseitstor von Sunderland wurde aber völlig zu Recht nicht gegeben. Die Abwehr hielt dicht, wie sie es nach meiner Auffassung auch das ganze Spiel über gut getan hatte. Vor allem die Einwechselung von Santos für den leicht angeschlagenen Gibbs wirkte sich positiv aus. Es sollte dort ein wenig die Nase vorn haben. Zumindest wenn es nach mir geht. Und so überstanden wir auch die sagenhaften 5 Minuten Nachspielzeit.

Und so ging ein Trip ins Emirates mit einem Sieg zu Ende und man fand sich in der Warteschlange zur Tube Station wieder. Und ich verließ Arsenal mit einem Lächeln und den Worten des einweisenden Polizisten: „Way to Arsenal Station left of this horse.“

Cheers
Chris