Beginnen wir mit dem Positiven vom gestrigen Tage, was naturgemäß nicht in unserer Leistung liegen kann. Das Treffen mit allen Gooners war sicherlich ein voller Erfolg. Ein paar Bierchen in der September Sonne waren, so bitter es klingt, in der Nachbetrachtung das Highlight.

Einen Big Point erzielen, sich freischwimmen. All das war Gegenstand nicht nur meines Vorberichts, sondern durchgängige Meinung aller Schreiberlinge und Fans vor dem Spiel. Nur kam es am gestrigen Abend in Dortmund nicht einmal im Ansatz dazu, einen solchen Big Point erzielen zu können. Vor dem Spiel war mehr als klar, das man den BVB vor heimischer Kulisse nicht in Schwung kommen lassen darf. Doch genau das ist passiert. Anstatt aktives Pressing zu betrieben, über Ballbesitz und Spielanteile Druck zu erzeugen, ging es genau in die andere Richtung. Eine stark geschwächte Mannschaft der Borussia kaufte uns jeden Schneid ab.

Vom Start weg kam jeder Ball quasi postwendend zurück. Die Quote an Fehlpässen bzw. unkontrolliertem Herausschlagen war weit über das Maß des Erschreckens hinaus. Es war wieder diese Spielanlage, dieser Verfall in bekannte Muster aus Teilen der vergangenen Saison. Jeder im Block wusste, dass das Tor für den BVB fallen wird. Es war eben nur eine Frage der Zeit. Auch die immer wieder aufkeimenden Fangesänge konnten die innere Unruhe bis zum erwarteten Gegentor nicht wirklich lindern. Und auch wenn Welbeck mit Glück die Führung hätte erzielen können, so war es doch erneut ein typisches und erlaubt den Ausdruck an dieser Stelle, lächerliches, Tor, was uns quasi mit dem Halbzeitpfiff in Rückstand brachte. Wenn ein Spieler des BVB von der Mittellinie allein, mit drei Abwehrspielern vor sich, nach Außen gedrängt, noch immer die Führung erzielen kann, dann ist schlichtweg eine Qualitätsstufe in der Kabine verblieben.

Als ob ein Gegentor direkt vor der Pause nicht schon ein tiefer Schlag genug wäre, setzte es direkt nach der Pause den nächsten. Nach erneutem haarsträubendem Abwehrverhalten klingelte es erneut. Der Todesstoß schon früh im Spiel. Wenger versuchte noch mit Wechseln etwas Leben ins Team zu hauchen, doch es war längst zu spät. Das Spiel war, mit dieser Einstellung, nicht mehr zu drehen.

Nach dem Spiel gegen City war es enttäuschend zu sehen, dass wir wieder zurück in der Achterbahn sind. Rauf und runter im Wochenrhythmus. Die richtige Spur hatten wir in der Saison ja eh noch nicht ganz finden können, aber gestern war sicherlich ein bereits sehr früher Tiefpunkt. Nicht nur Wenger sondern auch die Spieler drückten es zutreffend aus. Das war schlicht nicht gut genug. Und zustimmen muss man ihnen. Weder Liga Level geschweige denn Champions League Level. Zu alledem hat sich Wilshere auch noch den Fuß verdreht, wo wir nur hoffen können, dass es nicht schlimm ist.

Das gestrige Spiel hat gezeigt, dass unsere Abwehr weder stabil ist noch der momentanen Personalsituation standhält. Bellerin war ständigem Druck ausgesetzt, was bei einem Debüt in der Königsklasse natürlich auch zu Fehlern führt. Einen Vorwurf darf man dem Jungen dort wohl nicht machen. Auch Gibbs irrte herum wie Falschgeld. Einzelne Spieler dort positiv auszunehmen ist beinahe unmöglich und wohl auch nicht gerechtfertigt. Die „Entscheidung“ keinen defensiven Mittelfeldspieler zu verpflichten, der ein Mittelfeld durch Kraft dominiert, wirkte sich Gestern sehr deutlich aus. Nur leider können wir diese Diskussion wieder und wieder führen. Ändern wird sie es nicht.

Nun geht es am Samstag Auswärts bei Aston Villa ran. Die sind momentan heiß und in einem guten Lauf. Also genau passend für uns. Fest steht, dass mit einer Leistung wie der gestrigen auch dort nichts zu holen sein wird außer Grasflecken auf dem Trikot.

Insgesamt ein sehr enttäuschender Abend. Es mag blöd und abgedroschen klingen aber „Mund abputzen und weitermachen“ scheint mir abschließend angezeigt.

Cheers

Chris