Das Ergebnis stimmt. Die Leistung nicht. So könnte man es am Ende sicherlich zusammenfassen. Doch neben all der Freude in den letzten vier Minuten des Spiels sollten wir, auch wenn es am Ende die fest eingeplanten drei Punkte geworden sind, die Augen vor den übrigen 86 Minuten nicht verschließen.

Mit allem Respekt gegenüber Anderlecht war bereits nach ein paar Minuten zu erkennen, dass die Belgier nicht wirklich auf dem Niveau spielen, was in der Champions League gefordert wird. Das Arsenal dieses Spiel gewinnen musste, bezweifelte spätestens dann niemand mehr. Dies hatte natürlich zur Folge, dass der Ballbesitz in erheblichem Ungleichgewicht verteilt war. Doch betrachtet man, was Arsenal daraus gemacht hat, so konnte man nicht mehr als die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen.

Gegen Ende der zweiten Halbzeit hatte ich das Team als eines der unmotiviertesten Arsenal Teams bezeichnet, die ich je gesehen habe. Das mag hart klingen, aber genau so fühlte es sich an und sah es auch auch. Dieser Mix aus Standfußball, schlampigen Querpässen und nicht dem geringsten Zug im Spiel war eine absolute Zumutung. Man hatte nicht wirklich das Gefühl, dass das Team das Spiel gewinnen wollte. Bis auf den Schuss von Cazorla aus dem Stadion und den Rückenkopfball von Sanchez hatten wir nicht eine wirkliche Torchance. Das wäre bereits gegen einen stärkeren Gegner nicht optimal gewesen. Gegen Anderlecht (nochmals mit allem Respekt) jedoch schlichtweg unakzeptabel.

Ich verstehe, dass die Mannschaft momentan sicher nicht in der besten Verfassung ist. Die vielen Unentschieden haben ihre Spuren hinterlassen. Doch so kann man sich nicht präsentieren. Es zählen nicht immer nur flotte Sprüche sondern auch der Wille, den man auf dem Platz zeigt. Und der schien bei vielen doch eher aus Schulterzucken und Beschweren gegenüber dem Schiedsrichter zu bestehen. Im Ergebnis ist die Mannschaft erst aufgewacht, als das Gegentor fiel. Ein Gegentor, was mal wieder typisch für die Mannschaft in der derzeitigen Verfassung war. Drei Spieler decken den Flügelspieler bzw. stehen daneben. Zwei gegen einen im Zentrum und beide Spieler gehen auf den falschen Mann.

Die berechtigte Kritik zur Seite geschoben, stehen am Ende jedoch die drei Punkte und die sehr gute Ausgangsposition für die Qualifizierung in der Gruppe. Momentan bleibt nur zu hoffen, dass der Sieg dem Team wieder mehr Vertrauen schenkt. Manchmal sind es vielleicht gerade solche Spiele, die dir den Glauben wiedergeben ein Spiel auch mal mit mehr als nur Ballbesitz zu dominieren. Das ist es, was wir aus dem Spiel mitnehmen müssen und was unter dem Strich zählt.

Gegen Sunderland am Samstag heißt es nun den Siegtrend fortzuführen. Es muss eine Siegesserie her und die darf auch in Sunderland nicht halt machen. Sunderland selbst ist gebeutelt. Und genau dies auszunutzen, wird die Aufgabe sein. Auf den Platz und siegen. Einfach oder? Aber so ist Fußball.

Come on Arsenal

Cheers

Chris