Wie bereits in der Nachbetrachtung des gestrigen Spiels angeklungen soll es heute um die Frage gehen, die viele Fans nicht erst seit der Öffnung des Transferfensters sondern auch weit darüber hinaus beschäftigt. Brauchen wir einen neuen defensiven Mittelfeldspieler oder können wir mit dem bisherigen Material die Saison beenden?

Die Antwort kann nach meiner Einschätzung nicht lauten ob sondern wie schnell wir einen Spieler von entsprechendem Format verpflichten können. Doch warum kommt diese Frage/Diskussion überhaupt auf? Bis vor ein paar Wochen war es für viele kein Diskussionspunkt, ob eine Neuverpflichtung her muss. Doch seit der Rückkehr von Coquelin scheinen viele sich über die Notwendigkeit nicht mehr ganz so im Klaren zu sein. Ich gebe denjenigen Recht, die die Leistung des jungen Franzosen als mehr als beachtlich bewerten. Ich selbst war überrascht, wie er sich von dem Spielniveau von Charlton auf das Niveau der Premier League in so kurzer Zeit umstellen konnte. Er zeigt den notwendigen Biss, er stellt gut zu und hat zudem noch seine Passgenauigkeit arg verbessert. So ist es auch für mich keine Frage, dass es nur er sein kann, der im momentanen Kader den Vorzug vor Alternativen wie Flamini oder einem Experiment wie Chambers im Mittelfeld erhalten kann.

Doch kann Coquelin wirklich die Antwort auf unser Problem sein? Nein kann er nicht! Coquelins Leistungen sind sehr hoch zu bewerten. Doch den letzten Tick für ganz oben traue ich ihm, zumindest jetzt noch nicht zu. Sicher kann man vertreten, dass er diesen Tick vielleicht nur erhalten kann, wenn er Spielpraxis auf dem Niveau erhält. Es gibt jedoch sicher Gründe, warum er in den letzten beiden Jahren stets ausgeliehen war und eigentlich, seien wir ehrlich, bei passenden Abnehmern im Sommer, verkauft worden wäre. Er profitiert derzeit von der mangelnden Qualität auf dieser Postion und paart dieses mit hoher Einsatzbereitschaft.

Doch wenn ich mir Spiele wie gestern von Southampton anschaue, dann denke ich nur eins: „Bring mir diesen Schneiderlin!“ Ein Spieler von dieser Qualität, der das gesamte Mittelfeld defensiv absolut im Griff hat, der den Druck von der Abwehr nimmt ist genau das fehlende Puzzlestück für diese Arsenal Mannschaft. Wir sprechen immer davon den letzten Schritt machen zu müssen. Genau solche Spieler stehen für diesen Schritt. Alexis Sanchez ist ein gutes Beispiel in den eigenen Reihen. Weltklasse Spieler machen den Unterschied auf ihrer eigenen Position aus, und schubsen ein Team über die gewisse Linie, unterhalb derer sie sonst nur Mittelmaß wären. Ein Toure bei City, ein Matic bei Chelsea sind Beispiele für solche Anker im defensiven Mittelfeld, die einer Mannschaft die defensive Stabilität bringen.

Die Lösung im defensiven Mittelfeld muss nicht zwingend mit einem Ausschluss von Coquelin einhergehen. Arteta ist in die Jahre gekommen und wird nicht weniger anfällig. Eine Spielzeit als Hauptakteur kann man mit ihm nicht mehr planen. Flamini wird auf Sicht keine erste Wahl sein, wo wir uns sicher allesamt einig sind. Warum also nicht Coquelin als die Alternative, als den Spieler neben einem Schneiderlin etablieren? Für mich eine Option, die nicht nur sinnig erscheint, sondern auch nicht fern der Realität liegt.

Voraussetzung dafür ist eben nur, dass man Schneiderlin verpflichten kann. Der Spieler selbst hat sich dahingehend geäußert, dass ein Wechsel im Januar immer schwierig ist. Für mich kein Ausschlusskriterium. Grundsätzlich ist alles machbar. Und wenn man das nötige Angebot macht, auch im Januar. Sicher müssten wir zum jetzigen Zeitpunkt mehr zahlen, als der Marktwert hergibt. Aber nach meiner Einschätzung ist er das wert, insbesondere, da er auch in der Champions League einsetzbar wäre. Er erfüllt alle Kriterien nach denen wir schon so lange suchen. Einziges Hindernis wird wahrscheinlich erneut unser Zögern sein im Januar ein wenig mehr auszugeben als notwendig. Bedenken sollte man jedoch, dass ein Spieler dieses Formates im Sommer oder vielleicht schon im Januar nicht nur ein Angebot bekommen wird. Aber das ist uns bestimmt längst klar….

Cheers

Chris