Ein guter Bekannter von mir in London hat eigentlich nur einen Fehler. Er ist Liverpool Fan. Ja ich weiß. Diese komische Angewohnheit der Massen an Liverpool und United Fans im Capital. Wer kennt es nicht. So war es natürlich klar, dass wir auch vor dem heutigen Spiel ein paar nette Nachrichten austauschten über Ergebnis und Auswirkung diverser Spielausgänge, gepaart mit ein wenig Gefrotzel versteht sich.

Ein Ergebnis wie das heutige hatten wir aber beide nicht wirklich auf dem Schirm. Vor allem nicht den Halbzeitstand von 3:0. Als die Mannschaften zum verdienten Halbzeittee gingen unterlies ich es meinem Bekannten eine Nachricht zukommen zu lassen. Nicht weil ich dachte, dass er schon genug gestraft war sondern weil ich noch immer fasziniert war von diesen gigantischen zehn Killerminuten. So flüssig und zielstrebig habe ich uns glaube ich innerhalb von zehn Minuten diese Saison noch nicht spielen sehen. Doch zäumen wir das Pferd nicht ganz von hinten auf.
Das Spiel stand unter dem Vorzeichen einer möglichen neun Punkte Lücke auf den ersten nicht Champions League Platz. Damit verbunden die zwingende Notwendigkeit für Liverpool unbedingt punkten zu müssen, wenn nicht sogar gewinnen zu müssen. Mit Ausfällen in der Abwehr waren die Gäste sicher geschwächt. Auch Sturridge drückte zunächst die Ersatzbank. Arsenal dagegen lief in momentaner Bestbesetzung auf gepaart mit einer sehr starken Bank im Rücken. Wer die Aufstellung nochmal nachvollziehen möchte schaue einfach in meine Spielvorschau;-)

Arsenal begann sehr stark. Flüssige Kombinationen, Spiel bis an die Grundlinie aber auch durch die Zentrale. Nicht nur sehr schön anzuschauen sondern auch teilweise kurz vor der frühen Führung. Nachdem wir nicht gleich Zählbares verzeichnen konnte, kamen die Gäste stärker auf und Markovich hätte, wenn er es besser angestellt hätte, sicher die Führung selbst erzielen oder vorbereiten können. Doch der Pass kam ungenau und Arsenal war vom Haken. Na und dann kamen diese zehn Minuten gegen Ende der ersten Halbzeit. Erst war es ein feiner Pass mit dem Ramsey Bellerin fand und der junge Verteidiger krönte seine Leistungen der letzten Woche und sein Debüt in der spanischen U21 mit einem sehr schönen Schlenzer ins linke Eck. Kurz danach war es Mesut Özil, der seinen Kritikern erneut einen mitten auf die Zwölf gab. Ein direkt verwandelter Freistoß ins Torwarteck, der aber so genau platziert war, dass Mignoule es schwer hatte noch hin zu kommen. Und wer durfte nicht fehlen? Natürlich Alexis Sanchez. Der kleine Chilene der sich so abrackerte und mit einem Hammer die 3:0 Halbzeitführung herstellte. Stetige Arbeit zahlt sich eben aus.

Nun lautete die Devise ruhig runterspielen. Arsenal behielt die Kontrolle und hätte direkt zu Beginn der zweiten Halbzeit noch höher stellen können. Doch der Keeper war zur Stelle als Giroud köpfte. KOS musste sodann für Gabriel vom Platz. Eine leichte Verletzung, nach Wengers Aussage aber nur eine Vorsichtsmaßnahme. Gut wer dann einen starken Kader zur Verfügung hat. Liverpool kam durch einen Elfmeter dann nochmal kurz auf und Bellerin war sicher glücklich, dass er nicht die Ampelkarte sah. Doch ein Endspurt der Gäste resultierte daraus nicht, weil Arsenal die Intensität hoch hielt. So war es Giroud der nach einem schönen Steilpass von Sanchez den Ball zum Endstand von 4:1 in die Gamaschen knallte.
Alles in allem ein sehr gelungener Samstag an welchem Arsenal seine Position weiter festigen konnte. Southampton hat sich nach einer erneuten Niederlage sicher aus dem Top4 Rennen verabschiedet. Auch Pool wird es schwer haben. United hat leider keine Federn gelassen aber City muss erstmal nachlegen. Die Heimform wird weiter entscheidend sein. Und nach sieben Siegen in Folge ist es die beste Serie die Arsenal seit Bezug des Emirates hingelegt hat. Nun heißt es auch in Burnley am nächsten Wochenende die gleiche Intensität an den Tag zu legen.

In diesem Sinne

Come on you Gunners

Cheers
Chris

Ps: Nach dem Spiel gab es natürlich noch eine nette Nachricht Richtung London;-)