Während eines langen Zeitraums bis zum nächsten Spiel und eigenen Urlaubs sind Gastbeiträge immer gerne gesehen. Hier ist einer von Steffanie Reimann, die sich mit der Thematik Cesc Fabregas und dem Empfang der Arsenal Fans  nochmal abschließend beschäftigt hat. Viel Spaß beim lesen und teilt gerne eure Meinung zum Thema und auch gerne zur Autorin.
Cheers

Chris 

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Verpasste Chance

 

 

Noch nie war ich so weit davon entfernt ein stolzer Arsenal Fan zu sein, wie am vergangenen Sonntag.

 

Es war der 33. Spieltag, Arsenal empfing den FC Chelsea –und Cesc Fàbregas lief zum ersten Mal im blauen Trikot imEmirates Stadium auf, seiner alten Heimat. Mit 16 Jahren ist er damals nach London gekommen, hat dort alles gelernt, was ihn heute als großartigen Fußballspieler auszeichnet. Acht Jahre hat er alles für das Team getan und es am Ende auch als Kapitän angeführt. Nun kam er also erneut nach Hause – und wie wurde er empfangen? Mit Buhrufen und Respektlosigkeit bei jedem Ballkontakt. Zu Hause vor dem Fernseher habe ich mich in Grund und Boden geschämt. Bevor ich dazu überging,mich lautstark über dieses unmenschliche Verhalten aufzuregen. Sicher ist solch eine Behandlung von Spielern in diesem Sport keine Seltenheit, doch gerade in dem Fall ist sie absolut unverständlich!

 

Schließlich wollte Fàbregas nach seiner Zeit in Barcelona wieder zurückkehren in den Norden von London und die Fans wollten das auch. Doch Arsene Wenger sagte nein. Für ihn bestand keine NotwendigkeitCesc werde bei Arsenal nicht mehr gebraucht. Wie man mit einem Helden der Vereinsgeschichte, auf dessen Einsatz man sich in jedem einzelnen Spiel verlassen konnte, so umgehen kann, ist eine Frage. Und wie man dann am Spielfeldrand dabei zusehen kann, wie dieser Spieler ohne Respekt behandelt wird, nocheinmal eine ganz andere.

 

Ebenso traurig und beschämend finde ich allerdings, dass die Fans im Stadion sich kein bisschen dafür interessierten. Dieselben Fans, die sich sonst so stolz mit der Aussage schmücken: Once a Gooneralways a Gooner. Ebenso unverständlich für mich auch die Reaktion des Kommentators, Fàbregas könne nicht erwarten bei seiner Rückkehr ins Emirates nur Beifall zu erhalten. Wieso nicht, frage ich mich?So wie er früher geliebt wurde für alles, was er für Arsenal getan hat, ist das dann nicht das Mindeste? Eine gute Gelegenheitum ihm etwas von dieser Hingabe zurückzugeben? Zumal Cesc am Sonntag seine Liebe zu Arsenal deutlich anzusehen war. 

 

Ich dachte immer Herzen schenkt man Menschen und nicht Institutionen. Schließlich sind sie es, mit denen wir wöchentlich mit fiebern, lachen und weinen. Wir haben denselben Traum, erfolgreich zu sein und Titel zu gewinnen. Bis zum Ende der Saison glauben wir daran, dass wir es schaffen können. Dafür kämpfen die Spieler auf dem Platz und die Fans unterstützen sie im Stadion. 

 

Dass am Ende jeder Spieler doch nur ein Teil des Ganzen und beliebig austauschbar sein soll, sehe ich nicht soEs wäre auch sehr schade. 

 

 

Steffanie Reimann