Nach ein paar Stunden des „Sackenlassens“ ist es zwar noch nicht besser geworden aber von meiner Seite sehe ich mich zumindest in der Lage das Spiel objektiv zu bewerten ohne gleich in völlige Panik zu verfallen.

Der Saisonstart ist mal so richtig vergeigt worden am heutigen Nachmittag gegen West Ham. Im Podcast hatte ich noch die große Unbekannte „Saisonstart“ ins Spiel gebracht jedoch gedacht, dass die gute Leistung in der Pre Season uns dieses Jahr über diese Klippe würde heben können. Da war ich leider falsch gewickelt. Wie es scheint, hat der Mannschaft keiner gesagt, dass die Pre Season vorüber ist bzw. wohl eher anders herum, da wir ja ansonsten besser aufgetreten wären.

Die Mannschaft zeigte heute ihr Gesicht, welches wir alle nicht gerne sehen. Lethargisch, unkonzentriert und wenig zwingend. Ein paar Einzelaktionen die aber alle nicht so zielstrebig vorgetragen waren, dass man tatsächlich das Gefühl hatte, hier könnte was gehen. Und genau in diesen Spielen und bei dieser Spielweise kommen die Gegentore zu überaus schlechten Zeitpunkten vor und nach der Halbzeit. Es erinnerte alles ein wenig an das Spiel gegen Aston Villa am ersten Spieltag vor zwei Jahren. Immerhin haben wir im Nachgang dazu Mesut Özil verpflichtet. Wenn für Ähnliches das also der Preis für die Niederlage sein soll, dann bitte.

Viel und oft habe ich gelesen, dass West Ham heute eine starke Leistung abgeliefert und und damit verdient gewonnen hat. Verdient haben sie in jedem Fall gewonnen, zumal Arsenal einfach nicht genug hineingeworfen hat, um heute als Sieger vom Platz zu gehen. Aber vieles war auch dadurch begründet, dass Arsenal halt unterirdisch war und eine Mannschaft wie West Ham, die wir, bei allem Respekt, schlagen müssen, nicht im Ansatz gefordert hat.

Es gibt Tage und Spiele da sieht man Arsenal das Ergebnis und den Spielverlauf schon kurz nach dem Anpfiff an. Heute war ein solcher Tag. Und wenn dann noch zwei Fehler der Abwehr und auch leider des neuen Keepers Cech dazukommen, ist das mehr als bitter. Besonders für letztgenannten tut es mir leid, da er wirklich bei beiden Toren nicht gut aussah und dafür schon früh in der Saison Kritik einstecken muss. Gedanken mache ich mir um unseren Keeper jedoch nicht. Er wird genau diese Fehler zum Anlass nehmen, noch härter zu arbeiten und gute Leistungen abzuliefern. Dann müssen eben von den 10-15 Punkten von denen John Terry sprach schonmal drei abgezogen werden.

Die Rufe nach einem Karim Benzema werden in jedem Fall lauter werden. Giroud war erneut im Focus der Kritik. In Anbetracht der Leistung des gesamten Teams wohl nicht zwingend gerechtfertigt in dem Ausmaß. Aber Dinge erhalten eine Eigendynamik, insbesondere gegen Ende August.

Das heutige Ergebnis bestimmt nicht den Ausgang der Saison. Man wird nicht Meister am ersten Spieltag und man verliert die Meisterschaft auch nicht an selbigem. Doch Arsenal hat heute erstmal einen gewaltigen Realitätscheck verpasst bekommen. Der Druck der Medien hat gewirkt und die Truppe ist unter der ganzen Diskussion über Titelanwärter&Co. eingeknickt. Bitter aber wohl als Tatsache zu bezeichnen.

Gestern hatte ich nach der Niederlage von Chelsea getwittert, dass man sofort vom Start weg alle Ausrutscher ausnutzen muss, so wie Chelsea es letztes Jahr auch getan hat. Egal ob man sich am ersten oder zwanzigsten Spieltag befindet. Etwas was leider nicht hingehauen hat und den kommenden Spieltag gegen Palace bereits zu einem „Must Win“ Spieltag macht. Der Start in die Saison ist sicher nicht der leichteste. Das hatten wir ja bereits mehrfach herausgearbeitet. Doch mit den Ansprüchen die wir uns selbst gesetzt und auch zu Recht erarbeitet haben in den letzten zwei Spielzeiten, müssen wir mehr von der Mannschaft erwarten können, als a heutigen Nachmittag. In Einzelkritik brauchen wir dort überhaupt nicht zu gehen. Durch die Bank, war dort eine Menge Platz nach oben.

Erfolg führt zu hohen Ansprüchen. Damit muss man als Fan und auch als Team leben und lernen umgehen zu können. Dabei schließe ich mich selbst explizit ein.

In diesem Sinne

Cheers

Chris