Wer noch immer eines Beweises bedurfte, dass diese Mannschaft weder ein Titelkandidat ist noch mit Druck umgehen kann, der hat diesen gestern Abend zweifelsfrei auf dem goldenen Tablett serviert bekommen. Arsenal hat es erneut vollbracht innerhalb einer halben Woche die zweite sehr gute Chance wegzuschmeißen die Türen, die einem die übrigen Mannschaften öffneten, zu durchschreiten. Die restliche Liga möchte Wenger nur allzugern einen letzten Titel gönnen, nur weiß weder er noch die Spieler, wie man ihn sich greifen soll.

Die gestrigen 90 Minuten waren erneut ein sehr gutes Beispiel dafür, wie ein Mix aus „Hosenscheißermentalität“ und schlechten Entscheidungen von der Bank das Bild einer Mannschaft prägen können. Die Ausgangslage war mehr als deutlich. Leicester mit einem Remis, die Spurs und City mit einer Niederlage und wir selbst zu Hause gegen einen Abstiegskanditaten. Easy sollte man meinen. Doch Potential und Realität ist etwas,was bei Arsenal so weit auseinanderklafft wie Nord Korea und Demokratie.

Woran hat es gelegen? Natürlich kann man das altbekannte Glück ins Feld führen. Drei Lattentreffer und ein paar unglückliche Situationen. Doch ab einem gewissen Maß kann man nicht mehr von fehlendem Glück sprechen. Es handelt sich dann um Unvermögen und nichts anderes. Gepaart wurde dies erneut mit schlampigem Abwehrverhalten nach einer verdienten Führung und dominierenden Leistung. Es scheint fast so, als hätten wir einen Selbstzerstörungsknopf, den wir nach belieben auslösen können. Der weitere Weg war vorgezeichnet. Die Nervosität kam, wir bauten ab und hätten schon viel früher in Rückstand geraten können wenn es Swansea nicht selbst nochmal spannend gemacht hätte. Die absolute Krone setzte Wenger persönlich der ganzen Angelegenheit auf, indem er den Torschützen und besten Spieler auf dem Platz, Joe Campbell, zur 65. Minute auswechselte. Eine Entscheidung die nicht nur die Fans sondern auch der Spieler nicht nachvollziehen konnten. Das dürfte nicht gerade für ein gesundes Leistungsverständnis im Team sorgen.

Die Nation und die Welt lacht über uns und das nicht zu unrecht. Wir sind die „Bottlers“ als die wir beschrieben werden. Wir werden am Samstag so richitg auf den bekannten Arsc… bekommen und unseren Abstieg Richtung Platz vier oder noch schlechter antreten. Das ist keine negative apokalyptische Prognose sondern schlicht das was man dieser Mannschaft maximal zutrauen kann. Das Feuer ist raus, die Mentalität weg und von Siegeswillen und den oft beschworenen „Eiern“ nichts zu sehen. So lange wir es auf Instagram&Co. posten kann man zumindest darüber lesen, wenn es schon nicht vorhanden ist.

Passend dazu hat sich Cech bei seinem Sprint in den gegnerischen Strafraum auch noch eine Zerrung zugezogen, die ihn drei Wochen pausieren lassen wird. Wenn es eine Komödie wäre, könnte man kaum besser lachen.

Feststehen dürfte, dass nun auch alle optimistischen Taschenrechnerbediener endlich das Ding in die Ecke pfeffern sollten. Wie oft und viel habe ich es lesen müssen nach unserem Podcast am Montag oder meiner Vorschau zu diesem Spiel. Es ist schade und traurig, dass ich Recht behalten sollte. Ich hätte gerne darauf verzichtet. Aber die Wahrheit hat uns eingeholt und echt übel zugeschlagen.

Im Sommer muss, in welcher Art auch immer, ein Schnitt erfolgen. Personal auf allen Ebenen muss sich einer realistischen und harten Entscheidungsfindung stellen.

In diesem Sinne

Come on you Gunners

Cheers

Chris