Da steht sie nun, die Mannschaft die noch vor ein paar Wochen hätte alles erreichen können. Ohne Titel, mit wieder einem peinlichen Auftritt mehr und einem Trainer, der nicht nur die Spieler verloren zu haben scheint sondern auch in der Fanbasis so gut wie keinen Rückhalt mehr verspüren dürfte.

Zur Halbzeit wurde ich auf Twitter noch dafür angegangen, dass ich unsere Leistung als sehr schwach bezeichnet hatte. Zu dem Zeitpunkt für mich schon kaum verständlich, zumal wir, neben den zwei Chancen, die wir hätten einschieben müssen, schlicht unbeweglich waren, ohne Kreativität, ohne Beweglichkeit abseits vom Ball ohne den nötigen Schwung um eine solche Abwehrformation ins Schwanken zu versetzen. Wenn man darüber noch streiten mag, so hat die zweite Halbzeit doch alles wiedergespiegelt, was uns seit Beginn des Jahres auszeichnet. Eine schlechte und schlampige Verteidigung, ein Aufwachen wenn die Messe schon gelesen ist und ein Trainer der bei Zeitspiel des Gegners kurz vor Abpfiff die Arme fragend in die Höhe hebt, als ob diese Sekunden die Versäumnisse der letzten 90 Minuten bestimmen würden.

Mal wieder haben wir gegen eine, mit allem Respekt für Watford, um Meilen schlechter besetzte Mannschaft verloren. Doch dieses Team schafft es immer wieder auch schwache Teams in ihren Stärken zu bestärken. Die Führung von Watford kurz nach der Halbzeit war erneut eine Offenbarung für stümperhafte Abwehrarbeit. Man fragt sich, wie langsam sich ein Stürmer noch drehen muss, damit ein Arsenal Abwehrspieler ihm den Ball wegspitzeln kann. Gleiches beim zweiten Treffer von Watford. Ich habe leider nicht gestoppt wie lange der gute Herr gewunken hat um den Ball zu bekommen. Winken im Fußball ist meist ein Zeichen dafür, dass man völlig unerwartet ungedeckt ist und auf sich aufmerksam machen muss, zumal es die Mitspieler ansonsten nicht erwarten würden jemanden derart ungedeckt anspielen zu können. Natürlich sodann ein Hammer von Schuss. Aber das ist nicht entscheident, außer vielleicht für die, die eine Ausrede suchen.

Was dann folgte, war typisch Arsenal der letzten Monate. Hektische Angriffe mit der fehlenden Präzision, mit einem Treffer, der nochmal kurz Hoffnung aufkommen lässt, nur um sodann die absolut 100%ige Chance liegen zu lassen.

Im Ergebnis können nun zumindest alle, mich eingeschlossen, ihre noch vorhanden Träume auf ein Happy End im FA Cup begraben. Wir können uns dem Rest der Saison hingeben und um Platz vier bangen. Manchmal ist es doch schön, wenn man bekannte Mechanismen wieder aufleben lassen kann. Neuerungen sind ohnehin überschätzt.

Was den Trainer angeht, so war das gestrige Spiel, zumindest von der Fanbasis betrachtet, der Sargnagel. Ob der Vorstand in seiner unfähigen Art auch nur ansatzweise reagiert mag bezweifelt werden, doch die Fans haben ohne Frage die berühmte Schnautze voll. Sicherlich ist eine solche Frage nicht einfach zu beantworten wenn man über Arsene Wenger spricht, aber es gibt Momente, in denen muss ein Schnitt gemacht werden ohne dabei auf die gloreiche Vergangenheit zu blicken. Werden wir ihn erleben? Wie wird er aussehen? Vieles was nicht nur Felix und ich diese Woche im Podcast diskutieren werden, sondern sicher jeder Arsenal Fan in jedem Büro an diesem Morgen.

Immerhin haben wir Glück und spielen am Mittwoch in Barcelona. Dort erwartet jeder, dass wir mindestens vier fangen, sodass wir ein wenig Puffer haben. Aber wir „kämpfen bis zum Ende“ um die stereotypen Aussagen des Trainers zum Ende nochmals zu zitieren.

Ich wünsche euch trotzdem eine schöne Woche. Mehr von mir am Mittwoch vor unserem Spiel gegen Messi und dann am Donnerstag in einer neuen Ausgabe des #GGPodcast. Wem jetzt schon Fragen auf der Seele brennen hat, kann uns diese natürlich auch schon schicken. Je mehr desto besser.

In diesem Sinne

Come on you Gunners

Cheers

Chris