Die Revanche für das Pokalaus ist erfolgreich gelungen. So oder ähnlich könnte die Überschrift auch lauten. Doch wenn man ehrlich ist, kann und konnte das gestrige Ligaspiel das Ausscheiden vor gut drei Wochen nicht ausgleichen. Dennoch war es genau die Leistung von Arsenal, die man bis zum Ende der Spielzeit Woche für Woche sehen möchte. 

Wenn ich zuvor davon gesprochen hatte, dass man aus den Fehlern des letzten Aufeinandertreffens lernen muss, so hat die Mannschaft dies optimal umgesetzt. Mit Biss und Schwung von der ersten bis zur letzten Minute hatte Watford zu keinem Zeitpunkt des Spiels auch nur ansatzweise die Möglichkeit in selbiges zu gelangen. Arsenal diktierte den Rhythmus, die Geschwindigkeit und die Intensität, mit welcher es Angriffe setzte. Eine Qualität, welche wir bei Mannschaften wie Barcelona in beiden Spielen gegen uns bewundern konnten und uns stets gefragt haben, ob wir dies auch umsetzten können. Ja wir können es, wenn wir das Spiel mit der richtigen Marschroute und Intensität angehen ohne zwischendurch abzuschalten.

So war es nicht verwunderlich, dass Alexis bereits in der vierten Minute zur Führung einschieben konnte. Es war dabei nicht einmal die erste klare Chance die Arsenal auf die Führung hatte. Sicherlich fällt es einem Team, insbesondere vor heimischer Kulisse stets leichter mit einer frühen Führung im Rücken. Doch Arsenal zog das Tempo weiter an und hielt es auf einem konstant hohen Level, stets mit dem zweiten Tor vor Augen, welches lediglich dem letzten Schlag bedurfte. So war es erneut eine Kombination aus Alexis und Iwobi, wie bereits bei der Führung, die kurz vor der Halbzeit auf einen zwei Tore Vorsprung stellen sollte. Man darf schon erstaunt sein, wie sich der 19 jährige Iwobi in die Mannschaft eingefügt hat und nach seinen beiden Toren gegen Everton auch heute wieder traf, als wäre es die normalste Sache von der Welt. Zwischendurch noch eben im Nou Camp auflaufen und in der Nationalmannschaft aufspielen. Ein straffes Programm, von welchem sich das Talent nicht ansatzweise aus der Ruhe bringen lässt. Mag es an seinen doch etwas komisch anmutetenden Periscope Videos liegen oder seinem Vertrauen in die eigenen Stärke. Dieser Junge hat noch Großes vor sich und dessen ist er sich glaube ich bewusst. Freuen wir uns weiterhin ihn in den Spielen zu sehen und seine Entwicklung weiter verfolgen zu können. Uns dürfte noch viel erwarten.

Zurück zum Spiel und er zweiten Halbzeit. Arsenal begann mit unveränderter Einstellung und setzte sogleich das dritte Tor drauf. Diesmal war es Bellerin, der eine starke Leistung krönte. Im weiteren Verlauf hätte es noch mehr Tore geben können. Am Ende war es noch Walcott, welcher nach starker Vorarbeit von Campbell den Deckel mit dem 4:0 Endstand draufsetzte.

Die Mannschaft wirkt in den letzten beiden Spielen und auch schon gegen Barcelona gefestigter in ihrer Struktur. Dies äußert sich bereits im defensiven Mittelfeld, in welchem wir mit der Kombination aus Coq und Elneny wieder eine Paarung auf dem Platz haben, welche Rückhalt bietet und mit Spielern besetzt ist, die dort  in ihrer „natürlichen“ Position spielen. Seit der Verletzung von Santi und dem Auseinanderreissen der Kombi Coq/Santi hat es dies so nicht mehr gegeben. Hinzu kommt die neu formierte Offensivreihe aus Iwobi,Welbeck,Alexis und Özil. Die Beweglichkeit aller vier und der ständige Wechsel in Positionen rund um den Strafraum geben dem Angriffsspiel eine neue Dimension, die zu funktionieren scheint. Ich sehe nicht, dass Wenger, wenn keine Verletzung ansteht groß schraubten wird vor allem vor dem Hintergrund, dass nur noch ein Wettbewerb zu spielen ist. Für manche Spieler, auch mit Blick auf die Euros sicherlich schmerzhaft aber das Resultat bisheriger Leistungen.

Nach dem Punktverlust der Spurs bei Liverpool und dem Punktverlust von West Ham gegen Palace ist in beide Richtungen Boden gutgemacht worden. Abwarten muss man nun noch, was der Tabellenführer aus Leicester macht und ob sich der Vorsprung dort auch ein wenig verkürzen lässt. In jedem Fall kann und sollte man an die heutige Leistung anknüpfen und diese als Maßstab für die verbleibenden Spiele ansehen. Kein Abfall in der Leistung eines jeden einzelnen mit vollem Fokus auf eine Siegesserie. Mehr können wir zum jetzigen Zeitpunkt von uns selber nicht verlangen.

In diesem Sinne

Come on you Gunners

Cheers

Chris