Ein hartes Stück Arbeit

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Arsenal musste gestern Abend alles in die Waagschale werfen, was die Erfahrung der letzten Saison der Mannschaft gelehrt hatte. Palace war das erwartet schwere Auswärtsspiel und mit dem Platzverweis von Tomiyasu hat es uns der Schiedsrichter nicht wirklich leichter gemacht.

Arsenal begann kontrolliert jedoch nicht wirklich torgefährlich. Als Eddie jedoch den Innenpfosten traf und später eine sehr gute Chance liegen ließ wurde man zielstrebiger. Man dominierte weiterhin den Ballbesitz und hatte Kontrolle über das Spiel. Die frühe Führung in der zweiten Halbzeit durch den Elfmetertreffer von Odegaard hätte sodann eigentlich die nötige weitere Sicherheit bringen sollen. Doch irgendwie fuhr man unmittelbar drei Gänge zurück und begann ein etwas komisches Zeitspiel. Nicht wirklich verständlich und auch völlig unnötig nach meiner Auffassung. Dies führte zu der ersten, meiner Meinung nach völlig verdienten, gelben Karte für Tomiyasu nach einem verzögerten Einwurf. Kurz drauf gab es einen wirklich lächerlichen Kontakt von Tomiyasu an Ayew und der Japaner ging vom Platz. Die fehlende Konstanz der Entscheidungen des Unparteiischen war neuerlich bemerkenswert, zumal Ayew selbst kurz zuvor, bereits verwarnt, für ein heftigeres Vergehen eben keinen Platzverweis erhielt.

So musste man nunmehr defensiv gut gestaffelt stehen und eine Palace Mannschaft, welche man eigentlich unter Kontrolle hatte, abwehren. Ein paar Wechsel und eine gute Organisation später gab es nach langen sieben Minuten Nachspielzeit die drei Punkte im Selhurst Park. Etwas, was für die Moral der Mannschaft in der frühen Phase der Saison immer sehr wichtig ist und auch gleichsam zeigt, dass wir weiter aus der letzten Saison gelernt haben auch solche Situationen zu überstehen.

Nicht wirklich zufrieden war ich mit der erneuten Wahl von Partey als rechten Außenverteidiger. Nicht falsch verstehen, er hat ein unfassbares Pensum abgespult und auch später im zentralen Mittelfeld noch alles abgelaufen. Doch frag ich mich, ob wir uns durch diese Formation nicht selbst an Schwung im Angriffsspiel nehmen. Zudem Gabriel hinten raus zu lassen ist weiter eine wirklich komische Situation, vor allem wenn man sieht was er dem Team bringt wenn er dabei ist. Der Hintergrund scheint diesbezüglich ja in einem „Flirt“ mit einem Wechsel nach Saudi Arabien begründet zu sein. Sollte dies der Fall sein, so ist es natürlich richtig, dass Arteta, der stets volle Konzentration auf die Mannschaft von seinen Spielern verlangt, konsequent Linie zeigt. Warten wir ab, wohin dies weiter führt.

Nun gilt es sich auf Fulham vorzubereiten, wo es erneut heißt ein London Derby siegreich zu bestreiten. Morgen Abend gibt es erstmal eine neue Ausgabe des GGPodcast, in welcher wir uns sicher auch dieser Partie bereits widmen werden.

In diesem Sinne

Come on you Gunners!

Cheers

Chris

Palace Vorschau

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Das erste Auswärtsspiel der neuen Saison steht zum Abschluss des zweiten Spieltages heute Abend für Arsenal auf dem Programm. Wir haben im letzten Jahr gesehen, wie wichtig es ist bereits früh konstant in der Saison zu punkten. Nichts anderes gilt deshalb natürlich auch heute Abend bei Palace. Ein London Derby, was in der Vergangenheit sich nie leicht gestaltete. Dies dürfte auch diesmal nicht anders sein. Zumindest hat sich Zaha von der Bildfläche bei Palace verabschieded.

Bis auf den Ausfall von Timber dürfte Mikel Arteta auf den gewohnten Kader zurückgreifen können, wobei man Partey in den Trainingsfotos nicht wirklich zu Gesicht bekommen hat. Ein Fragezeichen steht noch hinter Zinchenko, der zwar bereits wieder im vollem Training ist jedoch noch nicht zum Einsatz kommen könnte. Die Verletzung von Timber könnte die Rückkehr zwar beschleunigen, doch scheint es nicht klug dort etwas zu riskieren. Dennoch bleibt genügend Auswahl im Kader und Mikel Arteta wird sicherlich ähnlich wie bereits zum Saisonstart gegen Forest aufstellen. Vor allem zumal Jesus auch noch nicht wieder fit ist. Wo man sich entscheiden müsste wäre definitiv bei der Personalie Trossard. Denn die Form die er derzeit aufweist ist beinahe zu gut um sie auf der Bank verkommen zu lassen. Andererseits ist er ein unglaublicher Impactspieler, der einen unmittelbaren Effekt von der Bank bietet. Ein kleines Dilemma für Trainer und Spieler, das man jedoch besser hat als es zu missen.

Nach dem letzten Samstag muss man sagen, dass es noch viel Potential in der Entwicklung gibt. Doch dies war bereits bekannt und scheint auch normal mit diversen Neuzugängen. Somit wird man auch heute Abend sicher noch nicht das finale Endprodukt sehen können. Doch weitere Verbesserungen gepaart mit drei Punkten sind das, was zu Beginn einer Spielzeit alleinig zählt.

In diesem Sinne

Come on you Gunners!

Cheers

Chris

Episode 222, 14.08.2023 – Verletzung von Timber überschattet ersten Sieg

Wir sind mit dem 2:1 gegen Nottingham Forest erfolgreich in die neue Saison gestartet. Darüber sprechen wir in dieser neuen Episode vom Germangunners Podcast. Der Montagabend wird aber überschattet von den schlechten Nachrichten zur Verletzung von Jurrien Timber. Mit einer Knieverletzung droht wohl ein monatelanger Ausfall. Was das für die Stimmung im Team, die Position LV und unsere Transferbemühungen bedeutet, erörtern wir auch in dieser Ausgabe.

Wir freuen uns wie immer über Lob, Kritik, Fragen und Anregungen, gerne direkt hier unter diesem Beitrag, auf Twitter, Facebook, Mastadon oder gerne auch per E-Mail.

Nun aber genug der Worte. Hier könnt ihr den Podcast direkt downloaden. Hier per Apple Podcasts beziehen oder hier per RSS Feed. Wir sind auch bei Spotify vertreten. Klassisch hört ihr einfach über die Website rein.

#COYG

Felix & Chris

Auftaktsieg

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Ein Saisoneinstieg ist immer besonders und muss erstmal gemeistert werden. Dies hat Arsenal heute Mittag getan, wenn man das Dilemma beim digitalen Ticketeinlass mal abzieht. Das Ergebnis spiegelt am Ende sicherlich die Überlegenheit nicht wirklich wieder. Doch gilt zum Einstieg das Credo “drei Punkte sonst nichts”.

Die ersten Halbzeit war von Arsenal, mit Ausnahme einer Großchance von Forest, absolut dominant und aggressiv im Offensivspiel dargeboten. Genau dort angesetzt wo man aufgehört hat und exakt mit dem Spiel, was so erfolgreich war. Martinelli und Saka ließen die Flügel wieder brennen und nicht nur die Vorlage von Martinelli zum 1:0 war besonders sehenswert sondern auch der Treffer von Saka.

Die zweite Hälfte war dann weniger von genanntem geprägt. Arsenal verwaltetet und kam über Ballbesitz. Dies ist auch eine Qualität die man als Mannschaft entwickeln muss, doch darf man dabei, insbesondere in Heimspielen, nicht vergessen den Deckel draufzumachen. Dies geschah leider auch heute, was nach einem unnötigen Gegentreffer zu einer unnötig nervösen Schlussviertelstunde (Nachspielzeit eingerechnet) führte.

Schlussendlich musst du als Mannschaft aber solche Dinge nach Hause fahren, was Arsenal tat. Interessant war heute zu sehen, dass wir bereits die Tiefe im Kader erleben konnten. Die Verletzung von Timber, die man mit Tomiyasu ausgleichen konnte. Aber auch die Wahl der Startformation ohne Gabriel. Eben genau das, was wir im Podcast letzte Woche schon kurz diskutiert hatten. Verschiedene Formationen im bekannten System ausgerichtet auf den Gegner.

Felix und ich werden am Montag nochmal ausführlich drüber sprechen. Bis dahin.

In diesem Sinne

Come on you Gunners!

Cheers

Chris

Felix‘ Talking Points für die Saison 2023/2024

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Neue Saison, neues Glück. Wie zu Beginn jeder Saison kommen hier meine Talking Points für die neue Spielzeit. Wie immer ist es eine willkürliche Auswahl von Aspekten, von denen ich glaube, dass es Themen, Entwicklungen und Beobachtungen sind, die unsere Saison prägen werden. Wie immer gilt: kein Anspruch auf Vollständigkeit und mit der ausdrücklichen Bitte um Ergänzungen, gerne in den Kommentaren oder per E-Mail.

Blicken wir noch ganz kurz zurück auf meine Prognose im August 2022. Damals schrieb ich: „Bin zuversichtlich, dass wir die Top Four erreichen. Wenn alles passt.“ Es hat alles gepasst. Wir sind zurück in der Champions League. Für diese Saison: Ich will Fortschritt sehen. Das kann ja eigentlich nur Titel heißen. Und Platz 1. Das wäre zwear etwas maßlos zu fordern. Ich glaube aber, dass wir eine sehr gute Chance haben. Wenn alles passt. Und damit wären wir auch bei meinem ersten und vielleicht wichtigsten Talking Point.

Mehr Verantwortung für mehr Schultern: Schaffen es Mikel Arteta und sein Trainerteam in der neuen Saison, mehr Spielern mehr Vertrauen und damit längere Einsatzzeiten zu geben? Eigentlich führt da naturgemäß sowieso kein Weg vorbei, weil mit der Champions League ein weiterer wichtiger Wettbewerb (sportlich wie vor allem finanziell) hinzukommt. Aber eine zentrale Erkenntnis der letzten Saison war ja, dass wir im letzten Saisondrittel mental und auch körperlich – die vielen Verletzungen sind aus meiner Sicht dann auch die logische Konsequenz – nicht mit Manchester City mithalten konnten. Die Belastung über eine gesamte Saison zu steuern, wird die große Aufgabe und Kunst für Arteta sein. Mehr Spieler einsetzen, nicht immer nur an der einen Elf festhalten, rotieren, Spielern Pausen geben – aber gleichzeitig erfolgreich sein und die Zufriedenheit im Kader hoch halten. Das wird aus meiner Sicht die größte Herausforderung. Und Arsenal wie Arteta haben dafür noch keine Blaupause. Der Kader hat nicht ein Spiel in der Champions League gemeinsam bestritten. Es bleibt nur die Erkenntnis aus der letzten Saison als Schlussfolgerung, das Kader-Management in 2023/2024 anders machen zu müssen.

Backup für Saka: Das trifft in besonderer Weise auch auf Bukayo Saka zu, der letzte Saison in der Premier League stets gefordert war. Ich denke, wir sind alle begeistert von den Neuzugängen und der neuen Tiefe im Kader. Festzuhalten bleibt aber auch, dass so ein richtiger Ersatz eins zu eins für Saka bisher nicht im Kader zu finden ist. Die Frage ist, ob er es zwingend sein muss. Ich denke schon. Das heißt ja auch nicht, dass wir gar keinen Spieler für Rechtsaußen hätten. Nelson kann dort spielen, Martinelli von links rübergeholt werden, selbst Havertz soll und kann ja überall spielen. Aber so groß das Angebot in der Mitte und auf der linken Seite sein mag, so dürftig fällt es auf dem rechten Flügel aus. So oder so: der Erfolg unserer Saison hängt auch maßgeblich von der Fitness von Bukako Saka ab, vielleicht von Saka mehr als von jedem anderen Spieler. Sind wir dafür ausreichend gerüstet?

Tore und ein Königreich für zwei unterschiedliche Stürmer: 2021/2022 standen nur 61 Tore am Ende der Saison auf der Habenliste, nicht mal zwei Treffer pro Spiel. Im letzten Jahr mussten wir uns über zu wenige Tore nicht beschweren. 88 Treffer waren es, verteilt auf viele Schultern, insbesondere das Mittelfeld (Odegaard, Xhaka, Saka, Martinelli) waren mit je 14 oder 15 Treffern maßgeblich dafür verantwortlich. Gabriel Jesus (11 Treffer) hatte lange gefehlt und fehlt jetzt schon wieder. Um Meister zu werden: benötigen wir nicht einen Stürmer, der auch 20 Tore pro Saison beisteuert? Theoretisch könnte es Jesus ja sogar sein, aber die Frage ist vielmehr: Wer ist es ggf. sonst? Das gliedert sich ein in die Diskussion um die „echte“ Nummer 9, die man im Kader haben sollte oder sogar muss. Wir haben eigentlich zu viele Stürmer, aber gefühlt auch zu wenige echte Top-Scorer. Was passiert mit Nektiah (Brentford mit Interesse) und/oder Balogun (Inter hatte mal Interesse, Monaco vielleicht noch)? Beide können wir nicht verkaufen, aber wer wäre geeigneter, Jesus zu ersetzen? Gefühlt Balogun, weil er ein etwas anderer Spielertyp ist, aber es fehlt der empirische Beweis, dass er es über eine gesamte Premier League Saison auch durchhält. Und streng genommen gilt dieser Satz auch für Nketiah. Beide Spieler wird der Verein nicht verkaufen, aber ich sehne mich nach einem echten Top-Stürmer, der neben Jesus noch 20-25 Tore schießt. Vielleicht im nächsten Transferfenster.

Tore aus dem Mittelfeld – von Havertz: Am besten Havertz trifft in den ersten Spielen regelmäßig. Das ist mein größter Wunsch, um diese unsäglichen Diskussionen zu beenden, die gerade schon wieder auftreten, nachdem Havertz im Community Shield zwei gute Chancen vergeben hat. Jeder Neuzugang muss sich erst das Vertrauen und die Zuneigung der Fans erspielen, keine Frage. Aber dann sollten wir ihm auch die Chance geben, in Ligaspielen über mehrere Wochen diese Chance zu ergreifen. Havertz wird genug Gelegenheiten bekommen. Ich denke, Arteta wird ihn schon eher in einer offensiveren Xhaka-Rolle einsetzen. Solange Jesus verletzt ist, spielt er ggf. sogar als hängende Sturmspitze. Ich weiß aber gar nicht, ob das so gut ist, weil damit dann gleich die Erwartung an Tore verknüpft ist. Arteta war begeistert von Havertz am letzten Sonntag, von seinem Pressing gegen den Ball, vom Erkennen freier Räume, vom Halten des Balles. Vielleicht erkennen bald auch mehr Fans, dass Havertz nicht nur an Tore und genutzten Chancen gemessen werden darf. Aber trotzdem besser für ihn, dass er zügig trifft.

8-5-2-1: Ist es jetzt DIE Saison? Wir haben unfassbaren Fortschritt in den letzten zwei Jahren gemacht. Wenn man die Prognosen und Vorhersagen der meisten Experten sich anschaut, tippen die wenigsten uns auf Platz 1, sondern irgendwo auf Position 2-4. Wäre ein erneutes Erreichen der Champions League noch Fortschritt? Vor dieser Saison würde ich grundsätzlich sagen: Ja, das wäre es. In der Premier League mit der unfassbar großen Konkurrenz wäre das erneute Erreichen der Champions League auf alle Fälle Fortschritt, weil zuletzt eben nicht mehr dauerhaft in diesem Wettbewerb gespielt wurde. Konsolidierung ist Fortschritt für Arsenal. Ich würde aber noch zwei weitere Indikatoren hinzufügen: Anzahl der Punkte, Dominanz über 90 Minuten und insbesondere Punkteausbeute im letzten Saisondrittel. Die Punkte kann man objektiv leicht messen. Insbesondere mit dem sehr schwierigen Spielplan im April und Mai möchte ich sehen, dass wir auch in dieser Saisonphase anders als zuletzt dominant sind und die Punkte regelmäßig holen. Und darüber hinaus wünsche ich mir, dass wir noch dominanter und sicherer mit einer Führung im Rücken spielen. Letzte Saison war schon ziemlich gut, aber Arteta und die Spieler haben gesagt, dass noch viel Luft nach oben ist. Das werden wir beobachten.

Endgegner Manchester City: Auf alle Fälle, was den Titelkampf betrifft. Aber Sieg im Community Shield hin oder her. Es muss jetzt singulär betrachtet ein Sieg gegen City in der Liga her, am besten gleich im Heimspiel im Oktober. Darüber hinaus: Sieg an der Anfield Road als weiterer Meilenstein.

The price is Rice: Es ist schon so viel über diesen Transfer geschrieben worden, über den Preis und die ganzen Verhandlungen. Ich möchte aber noch festhalten: 1. Es ist großartig, dass wir jetzt in der finanziellen Lage sind, solche Transfers zu tätigen. Ein Modizifieren der Gehaltsstruktur und das Verkaufen/Verleihen von Spielern, die astronomische Gehälter für sehr bodenständige Leistungen bekommen haben, war sehr richtig. 2. Es ist großartig, dass sich ein Spieler wie Declan Rice für Arsenal entscheidet und beispielsweise nicht zu Manchester City oder Liverpool geht. Die PowerPoint-Präsentationen von Mikel Arteta müssen ziemlich überzeugend sein. 3. Es wäre falsch, Rice jetzt in allen seinen Aktionen und Leistungen auf die Ablösesumme runterzubrechen. Rice wird so oder so der Schlüssel für den Erfolg Arsenals in den nächsten Jahren sein. Idealerweise wird er bereits diese Saison voll einschlagen. Wenn er von der Fitness jetzt erst bei 75-80 Prozent ist und schon solce Leistungen zeigt, können wir sehr zuversichtlich sein. Über die defensiven Qualitäten von Rice müssen wir nicht sprechen. Der für mich interessante Aspekt liegt eher darin, ob Rice sich auch als Torschütze etablieren kann. In seinen letzten vier Premier League Spielzeiten kommt er auf insgesamt acht Tore. Natürlich ist Toreverhindern seine primäre Aufgabe, aber bisher hat es Arteta geschafft, auch von Odegaard und Xhaka mehr Tore zu verlangen und zu bekommen. Ist das die neue Dimension, die wir von Rice noch bekommen werden?

Arsenals Abwehr fährt Rolls-Royce: Ein Knackpunkt in der vergangenen Spielzeit war sicherlich die Verletzung von Saliba. Kurzum: Der Erfolg in dieser Saison hängt insofern auch maßgeblich davon ab, wie fit Saliba wieder wird und bleibt. Die Auftritte in den Testspielen und im Community Shield haben die Erwartungen gleich wieder nach oben katapultiert. In der Kombination mit Gabriel sehe ich derzeit ligaweit wenige Innenverteidiger-Duos, die besser harmonieren als der Franzose und der Brasilianer. Ohne Saliba haben wir mehr Tore kassiert, wirkten behäbiger im Spielaufbau und waren vor allem anfälliger bei Kontern und schnellem Umschaltspiel des Gegners. Aber Saliba wird nicht 50 Pflichtspiele diese Saison machen können (Gabriel übrigens auch nicht). Wie sieht also unsere Verteidigung aus, wenn einer der beiden oder beide mal nicht spielen können? Wir haben Timber, Tomiyasu, Kiwior und auch White könnte dort spielen. Aber das wäre dann bestenfalls BMW oder Mercedes Luxusklasse, aber an den Rolls-Royce kommt keiner heran. Hoffen wir, dass Saliba verletzungsfrei durch die Saison kommt. Ihm und uns wäre es sehr zu wünschen.

Stimmung, Connection, Atmosphäre (again): Selbst wenn das letzte Saisondrittel 2022/2023 nicht so ideal lief, hat es der generellen Stimmung rund um den Verein keinen Abbruch getan und auch die Mannschaft schien zumindest nach außen jetzt nicht in einer monatelangen Depression verfangen. Warum auch? Die Pre-Season Tour in den USA hat schon wieder deutlich gemacht, welches Standing Arsenal in den letzten Jahren nicht nur in den USA wieder zurückgewonnen hat, und wie geschlossen und kohärent der Verein nach innen wie außen kommuniziert und auftritt. Die Nachfrage nach Tickets ist enorm. Bleibt die spannende Frage zu überprüfen, wie sich Stimmung und Atmosphäre verhalten, wenn es Saisonspiele gibt, die mal nicht so rund laufen. Im Idealfall gibt es die nicht, aber nicht nur im Team, sondern auch auf den Rängen sind die Erwartungen ja nicht geringer geworden. Wie damit umgehen, wenn sie mal enttäuscht werden?

Rückkehrer auf den Außenbahnen: Wir hatten in der letzten Saison zu viele Verletzungen. Solche Abwesenheiten sind Teil des Spiels und Sports. Über die gravierenden Auswirkungen des Fehlens von Saliba hatten wir mehrfach bei den Germangunners gesprochen. Erschwerend kam hinzu, dass mit Tomiyasu und Zinchenko zwei Spieler gefehlt haben, deren Präsenz dafür gesorgt hätte, dass beispielsweise White Saliba hätte vertreten können oder Gabriel auch mal eine Pause bekommen hätte. Jetzt muss Kiwior in seiner zweiten Premier League Saison unter Beweis stellen, dass er für diese Liga tauglich ist (Anzeichen sind positiv). Zudem haben wir mit Jurrien Timber einen Spieler verpflichtet, der mit seiner Variabilität und Flexibilität mögliche Ausfälle kompensieren soll. Wobei wenn man den Eindrücken der Pre-Season glauben darf, ist es eher Timber, der vielleicht mal ausfällt und ersetzt werden muss. Das wird auch sehr interessant zu beobachten sein, in welcher Position Timber wie häufig spielt und ob er den etablierten Akteuren wie White, Tomiyasu und Zinchenko den Stammplatz streitig macht. Konkurrenz belebt das Geschäft.

What next for ESR? Konkurrenz hat auch Emile Smith Rowe. Von den Hale End Eigengewächsen ist seine Rolle vielleicht die am schwierigsten zu beurteilende. Nelson wird zweite Geige spielen (müssen), Saka ist gesetzt und Nketiah versucht weiterhin in Abwesenheit von Jesus sich als echte Alternative zu präsentieren. Die will eigentlich auch Smith Rowe sein. Und was man so hört und liest, ist sein Standing im Verein und vor allem auch bei Arteta sehr hoch. Fragt sich halt nur, ob ESR wieder an die Leistungen von vor zwei Jahren herankommt. Denn in der neuen Saison sind die Vorzeichen andere als damals. Die Konkurrenz ist größer, ESR kann nicht mehr damit argumentieren, dass er vor zwei Jahren einmal Stammspieler war. Was muss passieren, damit er da ggf. wieder hinkommt? Er braucht Spielzeit (wird er sicherlich bekommen, aber Stand jetzt auch nicht en masse) und er muss seine Einsatzzeit bestmöglich nutzen. Es ist ihm zu wünschen. Nicht dass er endet mit dem Schicksal, dass er einfach zu falschen Zeit länger bzw. zu lange verletzt war. Das Potential und das Können sind hoffentlich noch vorhanden.

Zu viele unter einem Dach – wer verlässt den Verein noch? Ich denke, wir können mit dem bisherigen Transferfenster sehr zufrieden sein. Raya als Leihe ist exzellentes Business. Trotzdem ist der Kader zu groß. Um also ein abschließendes Urteil zu fällen, sollten folgende Spieler hoffentlich den Verein noch verlassen: Runarsson, Okonkwo, Cedric, Holding, Tavares, Lokonga, Pepe. Optional noch zu verkaufen: Tierney (was ich schade fände, gerade bei der Verletzungsanfälligkeit von Zinchenko) sowie entweder Balogun oder Nketiah. Die Frage ist: bekommen wir bis Ende August noch so viele Spieler von Bord?

Doppelbelastung – Dienstag Madrid, Samstag Burnley: Die Saison wird anstregender für die Spieler (und das heißt nicht, dass die letzte Saison nicht schon anstrengend genug war). Aber Champions League ist eben ein Wettbewerb, der nicht mit der zweiten Garde bestritten werden kann und in dem das Weiterkommen in jeder Runde das sehr wichtige Kleingeld bringt, das man zwingend mitnehmen sollte. Ein Überstehen der Gruppenphase sollte Anspruch sein. Die interessante Frage wird sein, wie der Kader mit der Belastung der englischen Wochen umgeht. Die Neuerung ist, dass wir nach Champions League am Mittwoch immerhin nicht gleich wieder Samstagmittag ran müssen. Aber so oder so bin ich sehr gespannt, wie der Kopf der Spieler das diese Saison mitmacht zwischen Madrid, Mailand, Bournemouth und Burnley hin und her zu switchen.

Ansonsten sei abschließend noch gesagt: Aaron Ramsdale, was für eine beeindruckende Persönlichkeit, was für ein großartiger Typ!

In diesem Sinne: Auf geht es in eine neue Saison, bei den Germangunners wie gewohnt in Schrift und gesprochenem Wort.

Come on Arsenal!

Felix