Hallo! Felix (@medispolis) hier. Christian weilt noch im Urlaub. Und damit er nicht die ganze Zeit zwischen Bier, Palmen und Strand auch noch bloggen muss (oder darf), übernehme ich ausnahmsweise mal wieder einen Blogeintrag – die Vorschau auf unser Spiel am Sonntagnachmittag bei Manchester City.

Und es ist – wer hätte das nach den vielen Unentschieden in den letzten Wochen gegen West Ham, Crystal Palace und Sunderland gedacht – unser erster Matchball für die direkte Qualifikation zur Champions League. Das spricht nicht unbedingt für uns, aber jetzt wäre es eigentlich endgültig an der Zeit, den 3. Platz einzutüten und damit eine Saison mit ein paar Höhen und vielen Tiefen zumindest noch mit einem kleinen blassroten Schleifchen zu versehen. Es würde mich aber auch nicht wundern, wenn wir im direkten Duell gegen unseren schärfsten Konkurrenten wieder ein weiteres Kapitel zu den Tiefen dieser Saison hinzufügen. Zu unkonstant, zu wenig faszinierend waren die Leistungen in dieser Spielzeit. Es gibt ja durchaus schon viele Arsenal-Fans, die das Team derzeit richtig langweilig finden und am liebsten den Spielbetrieb schon einstellen würden. Sie mögen Recht haben. Aber nicht ganz so schnell. Der dritte Platz wäre wirklich wichtig, für das Selbstverständnis und die Sommer-Transferperiode. Let’s get the job done!

Wie sieht die Tabellenkonstellation vor dem vorletzten Spieltag also aus? Wir liegen derzeit auf dem dritten Platz mit drei Zählern Vorsprung und einem um fünf Toren schlechteren Torverhältnis vor Manchester City. Ein Sieg im Etihad bringt uns also dir direkte Qualifikation. Ein Remis würde City auf Distanz halten – dann müssten im letzten Heimspiel gegen Villa aber mehr Punkte her, als City parallel gegen Swansea erzielt. Ein Sieg gegen Villa muss aber sowieso Pflicht sein – für die Fans im letzten Heimspiel der Saison und um auch Manchester United ganz ganz eventuell noch hinter sich zu halten.

Wie viel Mut und Optimismus geben die letzten Arsenal-Spiele für Sonntag her? Na ja, wenn überhaupt ein bisschen. Ein mühsames 1:0 gegen Norwich, davor die Remis gegen Gegner, die man eigentlich schlagen müsste. Man könnte jetzt kurz positiv einwerfen: Immerhin nicht verloren. Ja, mag sein, aber die Leistung hat insgesamt in den letzten Wochen nicht gestimmt. Die Ergebnisse meist auch nicht – und bei einigen mangelte es auch an der nötigen Einstellung. Vielleicht lag es am Gegner. Das dürfte dann am Sonntag allerdings keine Ausrede sein.

Manchester City ist der Maßstab eigentlich für diese Saison gewesen. Das Hinspiel konnten wir recht überzeugend 2:1 gewinnen. Wenn diese Saison nicht komplett für die Katz war, könnten wir immerhin zeigen, dass das keine Eintagsfliege war, zumal ja bereits das letzte Auswärtsspiel im Etihad erfolgreich gestaltet werden konnte. Die Citizens müssen nach dem Aus in der Champions League jetzt sich seelisch damit anfreunden, dass es auch in der Liga noch um einiges geht. Ein bisschen schuld ist City daran selbst. Nach zuletzt vier Siegen aus den letzten fünf Spielen hagelte es letzten Sonntag recht deutlich eine 2:4-Niederlage in Southampton. Eigentlich steht City unter Druck. Die Elf von Manuel Pellegrini hat doch deutlich mehr Personalprobleme als Arsenal: David Silva, Pablo Zabaleta, Aleksander Kolarov sowie Kompany werden am Sonntag wegen Verletzung nicht auflaufen können. Das mag vielleicht ein Vorteil sein, darf aber nicht für eine lasche Einstellung von Arsenal sorgen. Zu groß sind die Qualitäten von City, auch wenn sie in den letzten Wochen vielleicht nicht immer sichtbar waren: City spielt ein ähnliches System wie wir, 4-2-3-1. Kevin de Bruyne und Aguero sind offensiv jederzeit in der Lage uns in höchste Gefahr zu bringen, wenn wir defensiv nicht konzentriert spielen. Gleichzeitig liegt es an uns, City unter Druck zu setzen und die anfällige Innenverteidigung mit Nicolas Otamendi und Eliaquim Mangala zu beschäftigen.

Zu den Personalia unsererseits. Bei Arsenal steht immerhin fast ein kompletter Kader zur Verfügung. Per Mertesacker fehlt mit Oberschenkelzerrung und ist bereits in der wohlverdienten Sommerpause. Auch Alex Oxlade-Chamberlain hat bereits Sommerpause, leider, Knieverletzung, EM-Aus. Das sieht nicht gut auf für The Ox, bei dem seine Arsenal-Zukunft ja ungewisser denn je erscheint. Ansonsten steht der Kader der letzten Wochen zur Verfügung.

Von daher mache ich das wie Christian auch mal und tippe die wahrscheinliche Aufstellung.

Cech – Bellerin, Koscielny, Gabriel, Monreal – Elneny, Ramsey – Alexis, Özil, Iwobi – Welbeck

Subs: Ospina, Chambers, Gibbs, Coquelin, Wilshere, Walcott, Giroud

Und was macht Joel Campbell eigentlich mehr falsch als Theo Walcott? Ich denke, Welbeck dürfte nicht nur wegen seines Tores diesmal den Vorzug vor Giroud bekommen. Gleichzeitig spricht sonst nicht viel dafür, das Team zu rotieren. Wilshere dürfte noch nicht bereit für die Startelf sein.

Auch wenn es „nur“ um den dritten Platz geht, ist die Partie also enorm wichtig. Eine enttäuschende Saison könnte nochmal gerettet werden und ein kleines Highlight erfahren. Das ist die optimistische Ansicht. Mit der anderen Variante beschäftigen wir uns erstmal nicht. Eigentlich ist es ja auch egal, dass Arsenal nur zwei der letzten neun Ligaspiele auswärts gewinnen konnte. Immerhin haben wir keines der letzten vier Ligaspiele gegen City verloren.

17:00 Uhr ist Anstoß am Sonntag. Sky überträgt ab 16:45 Uhr. Auf in die Champions League.

Christian meldet sich dann mit dem Nachbericht und Ende nächster Woche gibt es dann auch einen neuen Podcast. Dann hört ihr mich auch wieder. Bis dahin: #coyg