Die Frage nach dem Fortschritt

Nach dem rauschenden Ende der Saison samt Parade durch Islington und wieder einmal grandiosen Bildern von selbiger soll der heutige Beitrag sich mit der Frage beschäftigen, die von vielen schon im Zuge der letzten Spiele immer wieder mal aufgeworfen worden ist.

Hat die Mannschaft sich weiterentwickelt? Hat sie den erhofften Fortschritt erzielt? Fortschritt ist ein großes Wort. Für viele wird es unterschiedlich definiert und bewertet. Ich würde Fortschritt für mich ungefähr so definieren: „Konnte ich, gemessen an meinen Möglichkeiten und Zielen, den bisherigen Status halten und dabei wichtige Punkte in meiner Entwicklung verbessern, an welchen ich zuvor oftmals gescheitert bin?“

Eine Definition, welche für die Einschätzung der abgelaufenen Arsenal Saison sicher ganz hilfreich sein dürfte und für mich zu einem klaren und wohl realistisch kaum zu bestreitenden Ergebnis führen kann. Arsenal hat Fortschritt erreicht und bestreitet den Weg hin zum kurzfristigen Ziel Meisterschaft stetig und mit Nachdruck.

Warum gelange ich zu dieser Einschätzung? Die Fakten dafür dürfte sicher klar auf dem Tisch liegen. Zum einen hat Arsenal den FA Cup verteidigt. Das bedeutet den zweiten (dritten incl. Community Shield) Titel innerhalb von zwei Jahren, nachdem man sich einer sehr langen Durststrecke stellen musste. Man hat bewiesen, dass der Titel des letzten Jahres keine Eintagsfliege war und dort angesetzt, wo man zum Ende der letzten Saison aufgehört hat. Die Mannschaft hat durch die beiden Titel nun wieder eine gewisse Siegermentalität gewonnen, die man in den Jahren zuvor nicht zwingend immer attestieren konnte. Es ist in der Vergangenheit oft gesagt worden, dass ein Titel eine Art Dosenöffner für weiteres sein kann. Und genau so scheint mir der momentane Weg der Truppe zu sein. Man merkt den Jungs einfach an, wie viel Spaß sie nicht nur am sammeln von Titel haben sondern auch an der Tatsache, dass sie dabei auch noch überzeugende Siege einfahren können. Wer für mich an dieser Stelle die Behauptung aufstellt, Fortschritt kann nur durch Erringen der Meisterschaft oder Champions League gemessen werden, der sollte sicher einen reichlichen Schluck Realismus zu sich nehmen. Es ist stets eine interessante Entwicklung die Berichterstattung zu von Arsenal gewonnen Titel oft nehmen. Sobald Arsenal sich den Titel geschnappt hat, ist es beinahe so, als ob seine Relevanz schlagartig in den Hintergrund rückt und nur von anderen Teams gewonnen Titel maßgeblich sind. Eine Einschätzung die schlicht vermessen ist, wenn man berücksichtigt, wie schwer eine Verteidigung eines FA Cups ist und wie viele andere Teams an dieser Aufgabe gescheitert sind. So einige sollten über diese Fakten vielleicht ein- oder zweimal ein paar intensivere Gedanken verlieren.

Aber für mich ist nicht nur der Titelgewinn vom Samstag entscheidend für das Kriterium Fortschritt. Arsenal hat auch in der Liga eine gute Leistung abgeliefert. Nach dem Jahreswechsel konnten wir uns einer wahnsinnigen Siegesserie erfreuen, die uns schon so vermessen gemacht hat, dass wir Unentschieden nach so langer Zeit von Siegen als nicht mehr gut genug tituliert haben. Wie sich die Mannschaft in den oberen Rängen festgebissen hat und mit welcher Leidenschaft sie dabei ihre Punkte gesammelt hat war und ist noch immer bemerkenswert. Am Ende steht die direkte Champions League Quali und der für mich entscheidende Baustein für eine erfolgreiche Planung des Sommers im Bezug auf Transfers und auch Vorbereitung. Die Sicherheit des Wettbewerbs und der Einnahmen bietet den Verantwortlich schlicht so viel mehr an Entscheidungs- und Verhandlungsmöglichkeiten. Auch wenn Kritiker vorbringen, dass am Ende nicht signifikant mehr Punkte in der Liga erzielt wurden, so kann dieses Argument nicht standhalten, denn dies dürfte so ziemlich auf jede Mannschaft zutreffen und ist in der Bewertung von Erfolg und Misserfolg in der Liga für mich schlicht quatsch, zumal Punkte aus der vergangenen Saison zu Beginn einer neuen Saison eben gelöscht werden. Ob man nun mehr oder weniger Punkte erzielt hat bringt einen im Vergleich nicht zwingend näher an den Gewinn der Meisterschaft.

Natürlich können in der Bewertung von Fortschritt die Siege gegen die sogenannten Top Teams nicht fehlen. Arsenal hat es in dieser Saison vollbracht bei Man City und bei Man United zu gewinnen. Beides in Spielen, die von sehr hoher Bedeutung in ihren jeweiligen Situationen waren. Zudem konnte man City im Community Shield zu Beginn der Saison überzeugend schlagen. Wenn man auf die Liga zurückblickt, so war es auch der Sieg bei City, der den Hebel für diese Mannschaft endgültig umgelegt hat. Von dort an war der Glaube an sich auch in diesen Spielen vorhanden. Man versteckte sich nicht mehr, sondern ging das Thema offensiv mit reichlich Selbstvertrauen an. Ein erneuter Dosenöffner wenn man so möchte. Sicherlich steht ein Sieg gegen Chelsea noch aus. Aber auch dort hat man sich verbessert und das Niveau auf dem man gegen sie gespielt hat hochgeschraubt. Man ist nicht mehr in Ehrfurcht erstart sondern spielte auf Augenhöhe, zumindest was das Rückspiel im Emirates angeht. Und wenn man ehrlich ist muss man sich ja auch für die nächste Saison noch die eine oder andere zu überspringende Hürde aufbewahren.

Ein weiteres Anzeichen für Fortschritt ist für mich der Zusammenhalt der Truppe. Die Mannschaft scheint im Vergleich zur letzten Saison noch mehr zusammengerückt zu sein. Eine Tatsache, die ich zwar nicht für möglich gehalten hätte, zumal ich die Kameradschaft schon vorher als sehr gut empfand. Doch auch neu hinzutretende Spieler wie Sanchez betonen diesen Faktor immer wieder. Es muss also was dran sein an der so oft beschriebenen „Arsenal Family“.

Last but not least haben wir die Neuverpflichtungen des Sommers, die auch auf diesem Sektor einen Fortschritt unausweichlich machen. Mit der Verpflichtung Sanchez hat man auch in diesem Segment seine neue Ausrichtung der Verpflichtung von Weltklasse Spielern fortgesetzt und genau das bekommen, worauf man gesetzt hat. Spieler, die den Unterschied machen und die etwas höhere Investition wert sind. Weg von aktionistischem Kauf hin zu überlegter Investition. Mit einer Fortsetzung auf diesem Weg sollte auch an dieser Stelle weiterer Fortschritt in Sicht sein.

In der Summierung sämtlicher genannter Punkte eine unstreitige Saison des Fortschritts für den Arsenal Football Club. Hoffen wir, dass wir noch weitere Titel und Erfolge in den nächsten Jahren bewundern und feiern können.

In diesem Sinne.

Come on you Gunners

Cheers

Chris

Titelverteidigung!

Eine lange Woche der Vorbereitung auf das Finale hat gestern sein Ende gefunden. Und was ein Ende es geworden ist. Arsenal verteidigt gegen Aston Villa seinen FA Cup und krönt sich damit zum Rekordsieger des ehrwürdigen Wettbewerbs. Nach langen Feierlichkeiten nach dem Spiel und auch am heutigen Nachmittag wird es Zeit nochmal einen kurzen Blick zurück zu werfen auf dieses 4:0 der Gunners in Wembley.

Arsene Wenger begann mit SZE im Tor, was zu erwarten war und entschied sich in der anderen viel diskutierten Frage der letzten Woche für Theo Walcott im Sturm anstelle von Giroud. Es war eine Entscheidung, welche er sicher nicht bereut hat. Arsenal begann das Spiel stark. Dominierte Villa quasi von Beginn an. Es fehlte jedoch das berühmte Tor, was in diesem Sport ja nicht ganz ohne Bedeutung ist. So dauerte es bis kurz vor die Halbzeit, bis benannte Theo Walcott seine Chance erneut beim Schopfe packte und den Hattrick der letzten Woche zu bestätigen versuchte. Ein schön eingeleiteter Ball von ihm über die Außenbahn wurde von Alexis in der Mitte gut abgelegt und ließ Theo stramm abschließen. Man konnte den Einschlag hinter Given sprichwörtlich hören. 1:0 to the Arsenal. Da war es wieder dieser berühmte Gesang.

Kurz nach der Halbzeit machte Alexis keine Gefangenen und knallte den Ball Given erneut um die Ohren.Mit einem sehr trickreich angeschnittenen Ball machte jener eine kurze Wendung bevor er vor Given auftauchte, sodass jener zwar etwas unglücklich aussah aber wohl nicht wirklich was machen konnte. Diese Momente sind es, die mich an Alexis immer wieder so erfreuen. Diese Power des Schusses spiegelt schlicht seine ganze Mentalität in einem Moment wieder. Zwei weitere Tore von Mertesacker und Giorud kurz vor Abpfiff machten den Sieg rund und legten den Pokal erneut in unsere Hände.

Es war ein Abend, der mich stolz macht. Stolz ein Fan dieses Vereins, dieser Mannschaft zu sein. Über die letzten Jahre hat nicht nur der Verein sonder jeder von uns viel einstecken müssen. Der Pokalsieg im letzten Jahr hat davon bereits viel gut gemacht. Doch so richtig wollte uns erneut keiner ernst nehmen. Arsenal ist wieder da und das sollten sich alle auf die Fahne schreiben. Da wo die Titel vergeben werden.

Beiendruckt hat mich am gestrigen Spiel neben dem Ergebnis vor allem die Art, wie Arsenal das Spiel angegangen ist. Sie haben sich nicht versteckt. Sie haben nicht abgewartet. Sie haben genau die Mentalität an den Tag gelegt, die Sieger ausmacht. Auf den Platz gehen, mit stolzer Brust in dem Wissen der eigenen Stärke. Genau das ist es, was dir Pokale in die Auslagen bringt. Dabei ist auch kein Spieler abgefallen. Jeder hat seine Leistung auf den Punkt gebracht. Respekt von mir an dieser Stelle für eine unfassbare starke Leistung nicht nur in diesem Endspiel sondern über den ganzen Wettbewerb hinaus. Deshalb scheint es mir an dieser Stelle auch nicht angezeigt einen Spieler hervorzuheben. Es war eine sehr starke Teamleistung, welche bezeichnend war für das Arsenal Team dieser Saison.

Die heutigen Feierlichkeiten waren natürlich erneut extraklasse. In solchen Momenten sieht man eben, dass es kein gemachter Verein aus Öl Millionen ist sondern die Verbundenheit mit dem Verein tiefer geht als nur kurzfristige Erfolge.

Die kommende Woche möchte ich nutzen, um nochmal auf die Saison zurückzublicken. Haben wir Fortschritte gemacht? Schreiten wir weiter in die richtige Richtung? Was ist erforderlich, um den nächsten Schritt Meisterschaft zu tun? Welche Spieler stachen in dieser Serie besonders heraus?

Jetzt werde ich aber erstmal den restlichen Sonntag genießen und mir erneut die Highlights der Parade anschauen. Davon kann man nicht genug bekommen. Was meinen Kneeslide auf der Tanzfläche angeht, so habe ich den natürlich hingelegt. Nach 4 Kurzen Schapps versteht sich;-)

In diesem Sinne

FA Cup Winners 2015 Arsenal Football Club!

Cheers

Chris

FA Cup Finale 2015

„The time has arrived“ wie der Stadionsprecher im Emirates stets so schön zu sagen pflegt. Zwar wird das Finale heute Abend bekanntlich im Wembley Stadion ausgetragen, dass macht die Aussage jedoch nicht weniger zutreffend. Ich sag euch ganz ehrlich und unverblümt, dass ich doch sehr angespannt bin. Ein Gefühlszustand, den ich sicherlich mit allen Arsenal Fans auf der Welt teilen dürfte. Es ist etwas, was sich schon gegen Freitag Nachmittag aufgebaut hat und über Nacht nicht gerade besser geworden ist. Und mit jeder Sekunde des noch frühen Tages habe ich das Gefühl, dass es zunehmen wird. Da hilft nur sich auf das Spiel und die Fakten zu konzentrieren, um nicht völlig die Nerven zu verlieren.

Unser zweites Finale in zwei Jahren mit der Chance auf die Titelverteidigung. Die Chance eine bisher, nach meiner Einschätzung, stark abgeschlossene Saison erneut mit einem Titel zu krönen. Aber auch die Möglichkeit den doch nie verstummenden Kritikern nachhaltig zu beweisen, dass der Titel des letzten Jahres keine Eintagsfliege war sondern der erste Schritt in eine titelreiche Zukunft. Diesmal haben wir es erneut mit einem Gegner aus der Premier League zu tun. Und genau wie im letzten Jahr gegen Hull City sind wir gegen Aston Villa erneut Favorit. Mit Aston Villa stehen wir jedoch einem Gegner gegenüber, der in der abgelaufenen Saison noch so gerade die Kurve bekommen hat und zum Schluss aber auch wieder nicht die beste Form an den Tag legte. Ähnlichkeiten zu letztjährigem Gegner lassen sich nicht vermeiden. Eine Schwäche würde ich darauf jedoch nicht herleiten wollen, zumal die letzten Spiele von Villa sicherlich vom Blick auf das Finale bestimmt waren.

Für Arsenal wird es ganz stark darauf ankommen die Fehler des letzten Jahres zu vermeiden. Das bedeutet im Klartext einen kontrollierten Beginn hinzulegen und sich nicht unmittelbar nach Anpfiff mit leichtesten spielerischen Mitteln in einen Rückstand treiben zu lassen. Aston Villa ist schwer einzuschätzen. Sie können an einem guten Tag jeden schlagen jedoch auch an einem weniger guten Tag gnadenlos untergehen. Gegen Liverpool haben sie im Halbfinale eine bärenstarke Leistung abgerufen. Mit Benteke, Delph oder auch Sinclair sind sie brandgefährlich. Da müssen nicht nur KOS und Merte sonder auch die defensiven Mittelfeldspieler auf Zack sein, um Pässe in die Spitze zu unterbinden. Auch bei Standards wird auf Benteke oder auch den Abwehrchef Vlaar zu achten sein.

Doch wie stellt sich Arsenal auf? Für mich gibt es in der Startformation nur zwei wirklich offene Fragen. Das ist zum einen die Torwartfrage und die seit letztem Wochenende aufgekommene Option in der Sturmmitte. Aus der Erfahrung langer Beobachtung Arsene Wengers heraus gehe ich davon aus, dass er SZE in Anbetracht der von Wenger oft geprägten Loyalität zu seinen Spielern auflaufen lässt. Versteht mich nicht falsch. Ich wäre nicht überrascht, wenn Ospina aufgrund der Leistungen über die Saison und den Vorfall rund um SZE Verbannung aus dem Tor heute plötzlich doch auflaufen würde. Ich kann es mir aus benannten Erfahrungswerten nur schlicht nicht vorstellen. Ob und was dort die richtige Entscheidung ist dürfte auch eine sehr schwer zu treffende sein. Für Ospina spricht, dass er Spielpraxis hat, was sicher in einem Finale nicht ganz unwichtig ist. SZE hatte diese jedoch vor dem Halbfinale auch nicht und lief trotzdem auf. Ich denke wir werden uns dort überraschen lassen.

Die zweite Frage ist wie bereits angeklungen die der Sturmmitte. Giroud klassisch oder doch Theo progressiv? Für Theo haben sich über die letzten Tage viele Fürsprecher gefunden. Er würde die nötige Überraschung und Bewegung bringen. Alles sicher richtig und mit einer Aufstellung könnte ich sicher auch leben. Doch ist für mich eine Entscheidung doch eher für Giroud vorteilhaft. Dies aus zwei Gründen. Er bildet mehr Rückhalt für die Defensivarbeit, die sicher benötigt werden wird, was gleichzeitig mit der Absicherung bei Standards verbunden ist. Zum anderen scheint mir der Einsatz von Theo als Einwechselspieler doch optimaler zu sein, wenn man nochmal Schwung benötigt, respektive den entschiedenen Konter setzen möchte. Diesen Effekt könnte jedoch auch OX bieten, der wohl auf der Bank sitzen dürfte. Sicher kann man sagen, dass Theo gegen eine dicht formierte Abwehr ggf. nicht die Räume hat, um seine Schnelligkeit auszuspielen. Dies hätte er jedoch auch zu Beginn eines Spieles nicht. Denn klar dürfte sein, dass Villa sicher nicht ins offene Messer laufen wird. Im Endeffekt ebenso eine schwere Entscheidung wie die Torwartfrage, wobei man sich an dieser Stelle doch für eine generelle Systemausrichtung entscheiden muss. Giroud als „Brecher“ vorne drin oder die schnelle Passvariante Walcott. Meine Meinung dazu kennt ihr jetzt. Ob diese die richtige ist kann ich leider auch nicht final sagen. Solange wir am Ende den Pokal in die Höhe halten, soll mir schlussendlich egal sein, welches System mit welchem Spieler zum Erfolg geführt hat. Das dürfte die einzige Sichtweise sein, welche man diesbezüglich an den Tag legen dürfte/sollte.

Es wird, wie in jedem Finale, auch eine mentale Komponente mitspielen. Aston Villa hat den Vorteil, dass sie nichts zu verlieren haben. Gleiches galt letztes Jahr für Hull oder auch für die diesjährige Halbfinalbegegnung. Arsenal ist diese Situation also nicht unbekannt doch weiß man trotzdem nie, wie die Mannschaft auf sie reagiert. „Erfahrungswerte nutzen und Handlungen anpassen“ könnte ein netter Spruch aus einem Personalhandbuch dazu lauten. Es klingt simpel. Aber so ist Fußball nun mal oft. Für Arsenal ist es zudem stets wichtig das erste Tor zu erzielen und wenn möglich zeitnah. In solchen Fällen rollt der Ball in der Regel besser. Wie wir im Halbfinale gesehen haben ist dies aber auch nicht immer der Fall.

Trotz der Unterschiede in der Tabelle und der beiden Siege in der Liga gegen Aston Villa dürfte es trotzdem ein Spiel auf Augenhöhe sein. Dies nicht durch den Kader sondern durch die pure Situation eines Finales bestimmt. Wenn man sich das Spiel von Sevilla gegen Nrpo (oder so ähnlich) vom vergangenen Mittwoch anschaut, weiß man, wovon ich spreche. Doch genau an dieser Stelle sind es Spieler wie Özil oder auch Sanchez die den Unterschied machen können und müssen. Sie haben Qualitäten die solche Spiele entscheiden. Und genau diese gilt es erneut auf den Platz zu bringen. Einen oder zwei magische Momente von Santi oder Ramsey wären jedoch auch gerne gesehen.

Hier noch eine kurze Einschätzung von Ray Parlour zum heutigen Spiel mit Dank an Audioboom, die mir diese Audiodatei zur Verfügung gestellt haben.


Mit dem Ergebnis könnte ich sehr gut leben.

Meine Aufstellung stellt sich wie folgt dar:

SZE,Nacho,KOS,Merte,Bellerin,Coq,Ramsey,Santi,Özil,Alexis,Giroud

Wir können hier noch stundenlang über für und wieder sprechen. Über Taktik, Aufstellungen oder Ausrichtungen. Doch am Ende müssen sich die Spieler und auch wir Fans dem Spiel schlicht stellen. Das Spiel wird auf Eurosport übertragen, was generell eine gute Sache ist. Der offizielle Arsenal Fanclub Deutschland trifft sich zudem erneut in Hamburg zum gemeinsamen Finalkonsum. Details dazu findet ihr hier.

Was mich angeht, so dürfte es ein reines Nervenspiel werden. Als vor ein paar Monaten eine Einladung zu einer Hochzeit in meinem Briefkasten lag blickte ich auf das Datum und hatte gleich ein komisches Gefühl. Dieses Gefühl, dass dort doch etwas sehr wichtiges anstehen müsse. Ein Blick in den Terminkalender bestätigte dieses Gefühl. FA Cup Finale! Oh man!! Nun werde ich morgen den Tag damit verbringen meine Anspannung bzgl. des Spiels zu verbergen und gleichzeitig zur besten Essenszeit bei einer Hochzeit möglichst unauffällig diverse Kanäle auf meinem Iphone anzuzapfen, um das Spiel mitzubekommen. Das alles nach Verbrauch meines monatlichen Highspeed Volumens. Wie Barney Stinson stets zu sagen pflegte „ Challenge accepted“. Gut das ich noch @medispolis zur Seite stehen habe, der mich mit einem SMS live ticker auf Stand hält. Bei einem Sieg verspreche ich schon an dieser Stelle einen Kneeslide quer über die Tanzfläche. Wenn nötig vor dem Brautpaar.

Lasst es uns angehen. In diesem Sinne!

Keep the Cup in North London.

Come on you Gunners

Cheers

Chris

Welbeck&die FIFA

Das Spiel rückt näher und auch die Anspannung dürfte schon höher sein als zum gleichen Zeitpunkt eines „normalen“ Spieltages. Bevor wir uns jedoch in den kommenden Tagen der abschließenden Vorschau auf das Spiel widmen wollen an dieser Stelle ein kurzer Rückblick auf die gestrige Pressekonferenz des Trainers.

Gesichert ist nun, dass Danny Welbeck, der Pokalheld aus Manchester, für das Finale nicht rechtzeitig fit geworden ist. Eine Tatsache die ich sehr schade finde. Zum einen hat er im Pokal immer sehr stark aufgespielt. Zum anderen hat er für mich mit dem Tor in Old Trafford sicher eines der Highlights dieser Saison bisher gesetzt. Sportlich gesehen wäre es zudem eine sehr gute Option von der Bank gewesen, welche uns leider verloren geht. Dafür sind Debuchy und OX verfügbar. Sie haben natürlich noch erheblichen Rückstand was die Spielpraxis angeht. Zumindest OX dürfte jedoch die Bank schmücken dürfen. Bei Debuchy wäre ich mir dort nicht sicher. Aber Wenger hat ihn auch nach der letzten Verletzung ins kalte Wasser geworfen und ihn im Halbfinale durchspielen lassen. Etwas, was diesmal wohl kaum passieren dürfte.

Interessant und gleichzeitig auch etwas verstörend war an der gestrigen Pressekonferenz die Tatsache, dass Wenger trotz anstehenden Finales erneut beinahe nur zu Transfergerüchten aller Vidal, Benzema&Co befragt worden ist. Als ob der sportliche Erfolg nicht mehr im Vordergrund steht sondern nur Statements für den anstehenden Sommer gesucht werden müssen. Mit einem klassischen „wir sind noch nicht im Transfermode“ konterte Wenger erfahrungsgemäß cool und locker. Wer glaubt das sein Focus momentan woanders liegt als auf dem Finalspiel hat sich ohnehin arg getäuscht.

Es wäre kein Fußballblog, wenn wir nicht zum Abschluss noch kurz auf den so netten Skandal bei der FIFA eingehen würden. Zunächst ein großes Dankeschön an die Justizbehörden der USA. Endlich hat mal jemand die sprichwörtlichen „Eier“ um diesem Verein an die Karre zu treten. Bezeichnend und auch schade ist es, dass es die so fußballverrückte Nation USA sein muss, die den dortig ersten Schritt macht. Doch besser einer als keiner. Und wenn man sich die Reaktion der FIFA anschaut und den Versuch auch diesen nun aufgedeckten Skandal als eine für die FIFA positive Nachricht zu verkaufen, dann ist man, wenn man es nicht zuvor schon war, spätestens jetzt überzeugt davon, dass dort niemand richtig tickt. Das man nun auch den Verdacht hat, dass die sogenannte „unabhängige“ FIFA Ethikkommission nicht richtig ermittelt hat, was die Vergabe an Russland und Katar angeht, so weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll. Es ist einfach eine Schande, dass die Entscheider im Weltfußball und damit meine ich die einzelnen Verbände und auch Sponsoren (die wahrscheinlich auch alle mit drin hängen) so lange haben dieses Spiel spielen lassen. Und wer es nun nicht schafft einen Mann wie Blatter zu entmachten und die Dinge zum richtigen zu wenden, der wird es nie schaffen.

In diesem Sinne nun wieder den Blick auf Arsenal.

Come on you Gunners

Cheers

Chris

Finalwoche: Torwartfrage

Wieder ein Tag näher am Finale und wieder eine wichtige Frage zur Aufstellung zu beantworten. Nachdem wir gestern ja bereits die favorisierte Sturmfrage geklärt haben und sich dort doch ein sehr interessantes Ergebnis abgezeichnet hat soll es heute um das andere Ende des Platzes gehen.

Die Torwartfrage steht an. Das wir im Sommer auf der Suche nach einer neuen Nummer 1 sind dürfte wohl unbestritten sein. Wer jedoch gegen Aston Villa im Kasten steht scheint mehr denn je unsicher. Geht man von der bisherigen Philosophie Wengers aus, so müsste es eigentlich SZE sein. Eine Sache, welche für mich bis zum letzten Spieltag auch nicht in Frage stand, zumal er der Cup- Keeper ist/geworden ist und Wenger an solchen Prinzipien eigentlich stets stoisch festhält.

Doch nachdem SZE am Sonntag nicht seinen Einsatz und die damit verbundene Spielzeit erhielt, was ein Fabianski im letzten Jahr zugebilligt wurde, scheint die Entscheidung nicht ganz so sicher zu sein, wie ich und viele andere sicher auch bisher dachten. Wenn man einen Start von SZE im Finale befürwortet und es im letzten Heimspiel nicht mehr wirklich um etwas geht, so sollte man annehmen, dass man seinen Cup-Keeper vor diesem Hintergrund in die bestmögliche Form bringen möchte. Gleiches hat man mit Spielern wie Wilshere und Walcott immerhin auch getan. Warum sollte man es dann nicht mit dem Torwart tun außer man plant eine andere Entscheidung zu treffen?

Das Verhältnis zwischen Wenger und SZE ist bekannter Weise stark abgekühlt und ich gehe ich auch davon aus, das der Pole uns im Sommer verlassen wird. Doch war Wenger stets loyal in seinen Entscheidungen. Man kann sich sicher auf den Standpunkt stellen, dass SZE nicht zwingend einen Einsatz gegen West Brom brachte, zumal er vor den übrigen Cup Spielen bsp. gegen United vorher ja nun auch nicht zum Einsatz kam. Ein Torschlagargument in meinen Augen aber es lässt sich hören.

Sicher geht es am Samstag auch nicht um die Frage von Loyalität sondern um die Frage welche Spieler die bestmögliche Chance haben, den Pokal zu verteidigen. Und wenn die Entscheidung dabei auf Ospina im Tor fällt, so hätte ich dabei kein schlechtes Gefühl aufgrund der vorbenannten Cup-Keeper Regelung. Ich halte es ohnehin für fragwürdig ob dieser Wechsel zwischen Pokal und Liga soviel Sinn macht. Im Liga Pokal sicher. Aber ansonsten bin ich doch eher kein Freund davon.

Ospina hat auch am Wochenende erneut Kritik einstecken müssen. Manchmal weiß man schlicht nicht, was man von ihm halten soll. Er gibt einem so ein gutes Gefühl gepaart mit doch stetiger innerer Unruhe. Ich denke ihr wisst was ich eine.

Wenn ich eine finale Entscheidung treffen müsste, würde diese auf Ospina fallen. Was meint ihr?

Cheers

Chris