Der FA Cup tritt heute Abend auch für Arsenal hinzu und bildet den Abschluss dieser Runde. Felix und ich hatten in der letzten Ausgabe des GGPodcast bereits auf die Partie geblickt. Da it hier noch ein paar Gedanken dazu.
Wir dürfen davon ausgehen, dass wir ein erhebliches Maß an Rotation sehen werden. Ähnlich wie in der Europa league wird Arteta versuchen die erste Mannschaft für die kommenden schweren Aufgaben in der Liga zu schonen. Bedeutet, dass wir vielmehr auch das lang ersehnte Comeback von Smith Rowe sehen werden. Er ist wieder im Training und einsatzbereit. Natürlich muss man ihn langsam heranführen. Ansonsten werden viele Spieler aus der derzeit zweiten Reihe die Chance erhalten. Gegen Oxford sollte dies noch immer zubleiben Sieg reichen.
Der Fokus dürfte jedoch klar auf der Liga liegen auch wenn man den FA Cup stets sehr ernst nimmt.
Moin aus Berlin! Felix hier. Bevor Christian morgen auf das Spiel gegen Leeds United blickt und wir nach dem Spiel Ausgang und Ausgangslage im Podcast ausführlich diskutieren, kommt von mir im Folgenden ein Beitrag, den ich eigentlich schon einmal im Mai 2017 schreiben wollte.
Mai 2017, direkt nach dem Finale im FA-Cup um genau zu sein, das wir bekanntlich mit 2:1 gegen Chelsea gewonnen hatten. Es gibt so Spiele und Fußballnachmittage, an die man sich noch lange erinnert. Bei mir waren es in diesem Spiel auch die äußeren Umstände. Ich saß Samstagmorgen bei Kaffee und Baguette im sonnigen Kalifornien (San Diego) und versuchte mühselig einen funktionsfähigen Stream zu erhalten. Ich hatte bei weitem keine Erwartungen an dieses Spiel. Aber je fortgeschrittener der Spielverlauf, desto emotionaler und nervenaufreibender wurde mein Involvement. Ich hatte auch deswegen keine großen Erwartungen, so meine Erinnerung, weil der übermächtige FC Chelsea in nahezu Bestbestzung gegen uns antrat und wir mit einigen Ausfällen zu kämpfen hatten. Kein Koscielny, kein Mustafi (Thanks God!), kein Gabriel Paulista. Die Dreierkette bestand aus Mertesacker, eben Rob Holding und Nancho Monreal. Über die Leistung von Per Mertesacker ist im Nachgang des Finales viel gesprochen worden, über die von Rob Holding weniger, war sie aber trotzdem nicht weniger einer Würdigung wert. Hallo, Diego Costa!
Holen wir das nach, weil ich mich aufgrund der erneuten Einsätze von Rob Holding in den letzten Spielen wieder häufiger an den Mai 2017 erinnert habe. Mit seinen guten Leistungen beim FC Chelsea und zuletzt West Ham United hat sich Rob Holding wieder in Erinnerung gerufen. Ich finde, es auch so bemerkenswert, was Rob Holding macht (oder auch nicht macht) auf dem Platz, weil es stellvertretend für die Höhen und Tiefen des FC Arsenal in dieser Saison steht. Holding spielte am 2. und 3. Spieltag gegen Chelsea und bei Manchester City – die Ergebnisse sind bekannt. Danach war er mehr oder weniger mehrere Monate nicht im Kader. Es gibt Spieler, die daran verzweifeln, sich aufreiben und nicht mehr qua Leistungspotential zur Verfügung stehen und Berücksichtigung finden.
Und wie muss sich Rob Holding nach den ersten drei Saisonspielen gefühlt haben? Er hatte erneut eine Chance bekommen, konnte sie wieder nicht nutzen, vor allem auch weil die äußeren Umstände nicht positiv für ihn waren. Das Team war zu Saisonbeginn im August eine vorübergehende Katastrophe.
On and off – irgendwie war das stellvertretend für die gesamte Arsenal-Karriere von Rob Holding bisher. Seit fast sechs Jahren ist er im Verein, für die mickrige Ablösesumme von drei Millionen Euro von den Bolton Wanderers zu uns gewechselt. Aber hat jemand den Eindruck, dass Holding seit seiner Verpflichtung konstant auf hohem Niveau dabei war? Sicherlich nicht. 81 Premier League Einsätze in knapp sechs Jahren sind erst einmal kein Leistungsnachweis, der für eine Lobpreisung herhält. Aber Quantität ist eben nicht Qualität. Rob Holding hatte das Pech, das ihm immer jemand vor die Nase gesetzt wurde, als er vielleicht kurz vorm Durchbruch gewesen war. Mal hießen diese Spieler mit Nachnamen Mustafi, mal Luiz, mal Sokratis. Und gerade als er vielleicht wieder dran war, riss das Kreuzband im Knie.
Also eigentlich alles kein Stoff für übermäßiges Lob. Doch, wenn man auf die Details schaut. Oder wie es Mikel Arteta zuletzt so gut formulierte: Good things happen to good people. Holding hätte wechseln können, hätte entmutigt werden können von den Ups and Downs seiner Karriere bei Arsenal. Er ist es nicht. Er war immer dann da, wenn man ihn gebraucht hat (und vielleicht die wenigsten mit ihm gerechnet haben). Holding stand in beiden Startelfs und spielte 90 Minuten, die gegen Chelsea und Liverpool den Community Shield gewannen. Über seine Beteiligung im FA-Cup Finale 2017 habe ich schon geschwärmt. Holding spielte 90 Minuten im FA-Cup Finale 2020 beim Sieg gegen Chelsea. Wenn es große Spiele gab, spielte Holding groß auf. Die Leistungen in den letzten Wochen machen aus meiner Sicht das Puzzle vorerst komplett. Und damit meine ich auch sein Engagement und sein Commitment nach Einwechselung in Spielen, wie bei den Wolves, wo wir zu zehnt einen Sieg über die Ziellinie gebracht haben.
Und natürlich gab es Tiefpunkte und schlechte Leistungen (siehe FA-Cup dieses Jahr gegen Nottingham). Diese Leistungen haben sich aus meiner Sicht eher ins kollektive Bewusstsein über Holding gebrannt als die vielen einzelnen exzellenten Leistungen von ihm, an die man sich vielleicht nicht mehr so häufig erinnert. Insofern freue ich mich umso mehr, dass Holding momentan mehr Spielzeit bekommt, um das ein oder andere Ereignis in seiner Arsenal-Karriere wieder in das Bewusstsein der Fans zu rücken.
Rob Holding ist nicht der Superstar. Aber er ist genau der Typ von Spieler, den ein Team braucht, den Arsenal braucht, gebracht hat und benötigen wird. Er ist verlässlich und zuverlässig. Und es ist alles andere als selbstverständlich, dass Holding noch im Verein ist und sich immer wieder diese Gelegenheiten erspielt hat.
Ben White wird am Sonntag gegen Leeds sicherlich mit Blick auf das Derby gegen die Spurs noch geschont. Es dürfte also eine weitere Chance für Holding geben, ein weiteres Puzzleteil in den Positiv-Korb zu werfen. Es wäre ihm sehr zu wünschen.
Bei allem Glamour, Geld und Ruhm vergessen wir manchmal die unscheinbaren, kleinen Dinge im Fußball. Rob Holding und Arsenal gehört dazu. Schön, dass es in den letzten Wochen anders wurde. Hoffentlich geht das so weiter.
Direkt im Anschluss an eine Live-Partie eine Podcastaufnahme zu terminieren, stellt sich als ein schlechter Plan heraus, wenn man über eine Niederlage sprechen muss. Arsenal fliegt sang- und klanglos aus dem Pokal, unerwartet, aber verdient. Arsenal lieferte eine leblose „Leistung“ ab, die nicht im Ansatz akzeptabel war. Natürlich gab es kurzfristige Ausfälle und einen dünnen Kader, die Umstände waren widrig. Doch reichen hätte es allemal müssen mit der Startelf. Darüber und über die kommenden Wochen mit hektischen Terminkalender sprechen wir in der heutigen Ausgabe des GGPodcast. Dazu Transfers und viel Kopfschütteln generell (Cedric!)
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Der so sehr von allen Arsenal Fans geliebte FA Cup ist zurück. Nach Spielabsagen und fragwürdigen Entscheidungen rund um den League Cup spielt nun wieder der Fussball die Hauptrolle. So zumindest die Hoffnung denn auch Arsenal muss mit einem dünnen Kader arbeiten.
Der Gegner für Arsenal lautet zum Einstieg Nottingham Forest. Beim letztmaligen Aufeinandertreffen im FA Cup gab es 2018 das Aus für die Gunners. 2019 war man dafür im League Cup erfolgreich. Insgesamt bleibt jedoch allein aufgrund des Klassenunterschieds die Favoritenrolle klar verteilt. Forest rangiert derzeit auf Platz 9 in der Championship mit schon gehörigem Abstand nach ganz Oben jedoch noch Schlagdistanz zu möglichen Playoffplätzen. Die letzten beiden Partien wurden zwar jeweils verloren, dennoch darf man gesichert davon ausgehen, dass Forest heiß auf die Partei sein wird. Die Atmosphäre wird ihr zusätzliches beitragen.
Die Mannschaft von Mikel Arteta muss folglich von Beginn an hell wach sein und die Spielkontrolle übernehmen. Partey wird in der zentralen Position fehlen nachdem er zum AFCON abgestellt worden ist. Nach den Leistungen der letzten Wochen ein schon Verlust den man ausgleichen muss. Arteta wird mit ein paar Youngstern arbeiten. Patino und auch M‘Hand werden mit nach Nottingham reisen. Es wird zu erwarten sein, dass Arteta nach der Pause durch den Spielausfall unter der Woche zunächst keine großen Experimente im Bezug auf die Startelf eingehen wird. Dennoch bleibt immer noch die große Unbekannte, ob ein Spieler kurzfristig mit positivem Coronatest ausfällt. Maitland Niles ist gestern offiziell bei Rom vorgestellt worden, was die Optionen im Mittelfeld geringer werden lässt, wenn man auf Ausfälle reagieren muss. Gleichsam lässt dies darauf schließen, dass man sich im Transfermarkt doch gezielt umschaut. Einige Namen sind ja bereits länger und intensiver im Gespräch. Felix und ich werden uns darum in der nächsten Podcast Ausgabe heute Abend nach dem Spiel darum kümmern.
Arteta hat in der Pressekonferenz viel darüber gesprochen, dass ESR zuletzt nur zu Kurzeinsätzen gekommen ist um ihm ein wenig die Chance einzuräumen sich von leichten aber hartnäckigen Verletzungen zu erholen. Mit der Effektivität die er trotzdem an den Tag gelegt hat beweist er, wie wichtig er für unser Team geworden ist.
Man wird sehen müssen, wie die Spielverlegung unter der Woche den Fokus der Mannschaft in der Vorbereitung beeinflusst hat. Ich persönlich gehe davon aus, dass dies kein Thema sein sollte. Mehr Vorbereitungszeit kann nicht schaden und wenn man auf der Leistung gegen City aufbauen kann, was ich stark hoffe, wird man sich auch bei Forest durchsetzen. Denn Konstanz, auch in Auswärtspartien gleich in welchem Wettbewerb, waren der Schlüssel der letzten Monate.
Ein neuerlicher rauschende Wembley Party wird es dieses Jahr leider nicht geben. Die knappe Niederlage gegen die Saints am heutigen Mittag hat den Traum Titelverteidigung jäh beendet.
Dabei war es von vornherein klar, dass es kein leichter Gang wird in St.Marys in der derzeitigen Form der Gastgeber. Aber mit guten Ergebnissen unsererseits waren die Chancen sicherlich gleichsam verteilt. So ging Arteta es auch mit einer Startelf an, welche zwar nicht der ersten Wahl entsprach jedoch der derzeitigen Belastung angemessen erschien. In der ersten Halbzeit ging dies jedoch nicht auf. Die sog. zweite Reihe schaffte es erneut nicht sich zu präsentieren. Vorne weg leider erneut Willian und auch Pepe die beide schlicht nicht in Gang kommen. So war es auch bezeichnend, dass wir unser erster Gegentor seit dem Boxing Day durch einen Eigentor von Gabriel kassierten. Dem Brasilianer merkte man die fehlende Spielpraxis nach der Corona Zwangspause dabei deutlich an.
Zwar wurde es allgemein in der zweiten Halbzeit, insbesondere auch durch Nachjustierung mittels Wechseln, erheblich besser und man drückte auf den Ausgleich. Holding war sehr nah dran und ein Remis wäre durchaus machbar gewesen. Doch die Saints spielten es am Ende sehr clever runter und blieben durch gutes Konterspiel stets eine Gefahr.
Manchmal muss man auch solch ein Pokalaus akzeptieren und sich den weiteren Aufgaben in der Saison widmen. Dies geht gleich am Dienstag weiter und dies an gleicher Stelle. Dann aber wohl mit einer anderen Startelf. Und vielleicht ist das Aus ja für andere Dinge gut. Eine Europa League zum Beispiel…