Schlagwörter

Es war kein einfaches Spiel. Es hat lang gedauert, bis wir in Fahrt kamen. Aber dann hat es Arsenal souverän und dominant beendet. 3:0 bei Watford. Weiter auf der Erfolgsspur in der Premier League.

Christian hatte es ja in seinem Vorbericht schon anklingen lassen. Die Rahmenbedingungen vor dem Spiel bei Watford waren eigentlich ideal. Unsere Ligaform stimmt seit geraumer Zeit, vier Siege in den letzten fünf Spielen, dazu auswärts diese Saison nur eine Niederlage bei drei Siegen. Unsere Nationalspieler haben sich bei ihren Teams Selbstvertrauen mit guten Leistungen geholt (Sanchez, Özil, Giroud, Walcott um nur einige zu nennen). Wenn das Selbstvertrauen bei Walcott und Sanchez nicht sowieso schon groß genug war: zusammen acht Tore in den letzten drei Spielen. Auf der anderen Seite Watford: The Hornets bisher erst mit einem Heimsieg in dieser Saison. Als Aufsteiger auf Platz 12 ist die Bilanz ganz okay. Auffällig: Watford ist das Team mit den wenigsten eigenen Toren, haben dafür aber auch die beste Defensive der Liga vor dem Aufeinandertreffen gehabt. Trotzdem gingen wir natürlich als Favorit in die Partie.

Arsenal wechselte nur einmal im Vergleich zum 3:0 gegen Manchester United. Koscielny war nach Oberschenkelproblemen wieder fit und ersetzte den erkrankten Gabriel (der laut Wenger eine Chance hat, Dienstag wieder im Kader zu sein). Sanchez startete trotz langer Länderspielreise von Beginn an. Bei Watford meldete sich Ikechi Anya wieder fit, sodass die Hornets mit derselben Elf wie in den letzten Wochen spielten. Gerade vor dem Stürmer Ighalo (fünf von sechs Toren für Watford erzielt) wurde immer wieder gewarnt im Vorfeld. Nur 13 Tore fielen in Spielen mit Beteiligung der Hornets. Es sollte ein Geduldsspiel werden.

Und das wurde es auch, was aber zu großen Teilen auch in unserer eigenen Leistung begründet war. Die erste Hälfte hat mir nicht sonderlich gefallen. Arsenal kam eigentlich ganz gut in die Partie, hatte nach 10 Minuten durch den Alexis-Schuss auch eine gute Gelegenheit, die Gomes gut parierte. Im Gegenzug hatte Deeney eine passable Chance, wo Cech aber sicher auf dem Posten war. Danach taten wir uns sehr lange schwer. Özil war gar nicht im Spiel, Watford verteidigte gut, war bei Kontern gefährlich, ging früh auf unseren ballführenden Spieler und machte zudem die Mitte zu. Alexis fiel auf links wenig ein und Bellerin hatte mit Deeney auf rechts genug in der Defensive zu tun. Hinzu kamen viele Ballverluste und ungenaue Zuspiele in die Spitze auf Walcott, der zwar bemüht war, aber viel zu häufig in die Abseitsfalle der Hornissen lief. Arsenal hatte zwar 65% Ballbesitz, aber richtig viel haben wir damit nicht angefangen. Es war eigentlich wie immer – bisschen Behäbigkeit, bisschen Handbrake. So lief das Spiel gemächlich vor sich hin, was Watford ganz entgegen kam. Zweimal wurde der Arsenal-Fan dann doch kurz aufgeschreckt. In der 29. Minute spielte Sanchez einen wunderbaren Chip-Pass auf Ramsey, der am langen Pfosten das Kunststück zustande brachte, den Ball noch über die Latte zu schieben (war aber auch nicht einfach zu nehmen). Zwei Minuten später verzog Koscielny nach Ecke von Özil nur knapp, zuvor wurde vor dem einschussbereiten Monreal gerade noch so geklärt. In der Defensive liefen sich Cech und Mertesacker kurz vor Halbzeitpfiff über den Haufen. Sonst war die Defensive nach kleinen anfänglichen Findungsschwierigkeiten solide wie zuletzt auch. Insgesamt aber eine erste Halbzeit mit Potential nach oben, von Sanchez und Özil insbesondere. Watford war unangenehm – aber nicht dafür verantwortlich, dass sich bei Arsenal im Mittelfeld nicht gut bewegt wurde und zu häufig Anspielstationen fehlten. Und Mertesacker hatte auch nicht seine beste Halbzeit. Aber das kommt nun auch mal vor. Und Koscielny war ja da zum Aushelfen.

Und es wurde ja auch besser. Zu dem Zeitpunkt, als es wirklich nötig war. Die zweite Halbzeit plätscherte wieder vor sich hin, als Arsenal nach gut einer Stunde plötzlich das Tempo erhöhte. Und endlich wurde mal mit Geschwindigkeit in Richtung Strafraum gespielt. Cazorla stoch zu Özil durch, der zwar gefoult wird, aber Sanchez muss nur noch einschieben, von daher kein Elfmeter, sonder direkt one nil to the Arsenal. Nach einer Stunde war der Bann endlich gebrochen. Und dann ging alles recht schnell. Wie wichtig doch so ein erstes Tor sein kann. Und wieder hat es Sanchez geschossen. Giroud kam für Walcott in die Partie. Wenige Minuten später legt Özil, der in der zweiten Halbzeit auch deutlich stärker spielte, zurück auf Giroud, der den Ball in die Maschen schoss. Da war endlich mal wieder das schnelle, direkte Kombinationsspiel. Watford war geschlagen und ergab sich sehr schnell seinem Schicksal. In der 74. Minute erhöhte Ramsey nach wunderbarer Vorarbeit von Bellerin auf 3:0. Stan Kroenke klatschte auf der Tribüne bedacht in seine Hände. Danach war es easy. Özil und Sanchez bekamen ihre Auswechselungen. Giroud hatte sogar noch das 4:0 auf dem Kopf, doch Gomes hielt wunderbar.

Das war insgesamt kein einfaches Spiel, insbesondere in der ersten Halbzeit. Und dass dann am Ende ein 3:0 zu Buche steht, ist vielleicht ein Tor zu hoch, zeigt aber auch, wie gefährlich und gut unsere Offensive ist, wenn sie einmal ins Rollen kommt. 11 Tore in den letzten drei Ligaspielen. Aber über 60 Minuten war es ein Spiel fast auf Augenhöhe, Credit to Watford dafür. Für Arsenal war es der 19. Ligasieg im Kalenderjahr 2015, kein Team hat mehr Siege geholt.

Bellerin heute mit dem ein oder anderen Wackler defensiv, aber insgesamt mit einer fantastischen Leistung, gleiches gilt auch für Koscielny und Cazorla. Özil und Sanchez hatten ihre tollen Momente, als es wirklich darauf ankam. Platz 2 in der Liga verteidigt, zwei Zähler hinter Man City. Der Sieg an der Vicarage Road war wichtig, weil auch die Konkurrenz gewonnen hatte. In der Liga geht es nächsten Samstagabend gegen Everton weiter.

Aber jetzt ist erstmal Champions League. Wie sagte Wenger so treffend auf der PK nach dem Spiel: Die beste Vorbereitung auf das Spiel gegen München war ein souveräner Sieg heute. In der Liga sind wir auf Kurs. Mal schauen, ob wir das auch noch in der Champions League schaffen. Es wird schwierig. Aber vielleicht haben wir ja weiterhin einen sehr guten Tag – und Bayern mal einen schwachen Tag. Und wir einen überragenden Peter Cech im Tor – denn endlich wird er mal in der Champions League spielen.

Also: drei Punkte in Watford und weiter dran an den Klubs aus Manchester, die nächtstes Wochenende direkt aufeinander treffen. Dann heißt es, den exzellenten Lauf fortzusetzen.

Aber Bayern next. Dann lesen wir uns auch wieder.

Cheers und schönes Wochenende noch

Felix