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Hallo aus Berlin von Felix zur Nachbetrachtung des Spiel gegen Southampton. 1:1 nach 90 Minuten und kollektiv herrscht heute schon Erleichterung, dass dieses Spiel – es wäre das fünfte Heimspiel in Folge gewesen – nicht verloren wurde. Soweit ist es schon gekommen.

Es wunderte sich bestimmt auch jede/r in der zweiten Halbzeit, als wir auf einmal einen gescheiten Angriff spielten. Saka – bester Akteur bei Arsenal mal wieder – tankte sich von der linken Seite in die Mitte, spielte zu Nketiah, der Aubemeyang mustergültig bediente. Keine Probleme beim Einschieben zum 1:1. Was war das denn? Ein Tor! Aus dem Spiel heraus! Von Aubameyang! Man musste sich auf dem heimischen Sofa kurz daran zurückerinnern, dass sowas der elementare Bestandteil von Fußball ist. Länger nicht gesehen von Arsenal.

Plötzlich waren wir dann zumindest auch vorübergehend spielbestimmend und Southampton überlegen. Die Saints hatten eine gute erste Hälfte gespielt – und Arsenal eine katastrophale. Southampton musste sich noch nicht einmal richtig strecken in den ersten 45 Minuten.

Diese erste Halbzeit passte in das Bild von Arsenal der vergangenen Wochen. Was ist da eigentlich los in diesem Verein? Ständig stehen irgendwelche Interna in der Presse. Spieler unzufrieden mit x, y, und über z. Pepe, was sollte diese dusslige rote Karte? Xhaka, was sollte diese dusselige rote Karte? Willian, warum spielst du überhaupt noch? Willian, warum wirst du überhaupt noch aufgestellt? Mikel, wieso stellst du Willian immer noch auf? Wieso ist Willian überhaupt im Verein? Was machen Edu und Vinai außer beruhigende Sprüche? Wo ist eigentlich der gute alte Teamspirit von Arsenal hin? Stattdessen Neid, Eifersucht und Missgunst. Arsenal – Verbotene Liebe und Marienhof zu Pandemiezeiten im Winter 2020!

Ach, was solls. Die Liste der Probleme und Fragen, die sich viele Fans derzeit stellen (müssen), sind noch unendlich viel länger. Und auch das Spiel gegen Southampton ließ mehr Fragen offen, als es Antworten gab. Diese erste Halbzeit war so richtig schlecht und uninspiriert. Auf Twitter ließ ich mich schon zu dem Urteil hinreißen, dass die Mannschaft einfach keinen Bock mehr auf die Methode Arteta und vielleicht den Trainer in persona hat. Kein Einsatz, keine Leidenschaft, keine energischen Zweikämpfe. Wie will man mit dieser Einstellung ein Spiel in der Premier League gewinnen? Und das sind jetzt Zutaten, die völlig unabhängig von System, Taktik, Aufstellung, kippender 38 oder zurückgezogener 16 stattfinden. Klar kann man natürlich auch immer argumentieren, dass es Arteta momentan nicht schafft, das Team auf den Punkt für die 90 Minuten einzustellen. Aber ein bisschen Eigenanteil sollte man von den Spielern schon verlangen. Aber was kann man derzeit schon von Arsenal verlangen?

Gabriel flog nach zwei vermeintlich gelbwürdigen Fouls in der Summe etwas zu hart (für meinen Geschmack) mit gelb-rot vom Platz. Nicht mal 11 Spieler über 90 Minuten beisammen zu halten, schafft Arsenal derzeit. Aber Gabriel ist nicht das Problem. Er, Tierney, Saka und gestern auch Willock nach seiner Einwechselung waren die Lichtblicke. Ansonsten hat eigentlich niemand sich nachdrücklich für mehr Einsätze empfohlen, AMN vielleicht noch. Denn die Alternative hieße Cedric. An diesem Punkt stellen sich schon wieder jede Menge Fragen.

Gestern gegen Southampton nicht verloren. Ist das jetzt schon die Trendwende? Mitnichten, aber nen Fleißkärtchen vergebe ich gerne dafür, zu zehnt mal gekämpft zu haben. Ob es was bringt? Everton am Samstagabend wird es zeigen. Gabriel ist gesperrt, sodass Luiz zu seinem völligen Entsetzen vielleicht mal mit Arteta sprechen muss. Nun ja. Vielleicht gelingt ja die Wende, Aubameyang findet wieder das Tor. Es macht einfach Klick. Das ist ja das Schöne am Fußball: Es könnte jederzeit passieren.

Bis dahin sollte der Verein an seiner Außendarstellung arbeiten. Ich weiß gar nicht, was momentan frustrierender für die Fans ist: die Leistung auf dem Platz oder das Bild, das der Verein außerhalb des Platzes abgibt. Man verlangt uns Fans vieles ab derzeit. Die Geduld wird langsam aber sicher weniger. Es helfen nur gute Leistungen. 11 Freunde sollt ihr sein – bis zum Schlusspfiff.

We deserve more!

#COYG

Felix