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Schlagwort-Archiv: Bukayo Saka

Vor dem letzten Spiel in 2023: Wenn es überall ein wenig hakt

30 Samstag Dez 2023

Posted by germangunners in Arsenal

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Bukayo Saka, Fulham, Mikel Arteta, Premier League

Wenn man vor dem letzten Spiel im Jahr 2023 am Sonntagnachmittag um 15:00 Uhr beim FC Fulham die Zahlen sprechen lässt, ist die Lage wahrscheinlich sogar schlechter als die Stimmung: Arsenal hat im Dezember nur die Spiele gegen die Wolves, Luton und Brighton gewonnen. Vorerst stehen 10 von möglichen 18 Punkten in der Premier League im Dezember zu Buche. Mit diesem Punktedurchschnitt würde man mit Ach und Krach vielleicht in die Champions League kommen, mehr aber auch nicht.

10 von 18 sieht auf dem Papier überhaupt nicht gut aus, selbst wenn einige inbesondere der Auswärtsspiele schwierig waren. Und vielleichht hätte ein Sieg am Donnerstag gegen West Ham auch viel zur Beruhigung beigetragen (bei dann 13 von 18 Punkten). So ist die Lage aber derzeit doch so, dass wir momentan viel an Punkten liegenlassen. Dass die Stimmung derzeit irgendwie auch noch ganz gut ist, liegt primär daran, dass die Leistung eigentlich immer stimmt. Die notwendige und richtige Einstellung zum Spiel ist da, der Donnerstagabend hat gezeigt, dass wir auch gegen tiefstehende Gegner genug Chancen erarbeiten und in der Regel eigentlich wenige Chancen für den Gegner zulassen. Klingt auf dem Papier toll, ist es aber nicht, wenn das Spiel dann trotzdem verloren geht. Und es zieht sich wie ein Faden durch den Dezember. Wir spielen gut, haben etliche Chancen für Tore, lassen wenig zu – aber am Ende ist die Punkteausbeute zu gering. Und so verfestigt sich der Eindruck, dass an ganz vielen (eigentlich an zu vielen) Stellen die Bettdecke für Arsenal gerade etwas zu kurz ist.

Womit sich sofort die Frage stellt, wie die Defizite zu beheben sind. Und zu Jahresende fällt dann gleich wieder das böse Wort: Transferfenster. Und damit die Frage, wie beschriebene Probleme am besten in den nächsten vier Wochen gelöst werden. Viele Stimmen fordern dringend einen neuen (keinen weiteren) Stürmer. Und natürlich kann man das machen und es muss auf der To-Do-Liste eines Vereins stehen, der die Meisterschaft spätestens in den nächsten 2-3 Jahren gewinnen will. Ich darf aber daran erinnern, dass unsere defensive Stärke momentan am seidenden Faden hängt und noch nicht komplett zusammengebrochen ist, weil Ben White und Zinchenko fit sind und momentan jedes Spiel absolvieren müssen. Defensiv fehlen noch länger Timber und Tomiyasu. Ich sehe eher dringenden Bedarf für einen versierten Verteidiger. Weil am schlimmsten wäre, wenn durch eine weitere Verletzung unsere defensive Ordnung verloren geht. In der vollständigen Abwägung muss das vorhandene Potential offensiv lösen können in dieser Saison. Sie haben es in der letzten Spielzeit ja auch erledigt – und sicherlich haben sich die Teams besser auf uns eingestellt, schränken die Wirkungsgrade von Martinelli und Saka besser ein. Aber alle Akteure offensiv haben schon unter Beweis gestellt, dass sie Chancen in Tore umwandeln können. Wir werden einen anderen Stürmer-Typ benötigen für die neue Saison, momentan hoffe ich aber, dass die vorhandenen Spieler das Tor wieder treffen.

Nächste Gelegenheit dazu ist am Sonntag um 15:00 Uhr im Cravan Cottage (Sky überträgt). Da Liverpool erst an Neujahr abends gegen Newcastle spielt, könnten wir bei eigenem Sieg den Jahreswechsel zumindest als Tabellenführer feiern. Das sollte Ansporn genug sein, bevor wir dann in der Premier League drei Wochen spielfrei haben. Ich denke nicht, dass Arteta viel rotieren wird für die Startelf. Sicher sollte eigentlich nur die Hereinnahme von Havertz sein, was aber bedeuten könnte, dass Trossard ggf. links für Martinelli spielen könnte. Ich denke, eine Pause für den Brasilianer wäre nicht verkehrt. Weitere Option wäre ggf. Eddie für Jesus beginnen zu lassen. Der Rest stellt sich (leider) von alleine auf, der Kader dürfte ähnlich wie am Donnerstag sein.

Bei Fulham kehrt Raul Jimenez nach seiner Sperre zurück. Fulham hat die letzten drei Spiele verloren und könnte zum ersten Mal seit 1971 vier Ligaspiele ohne eigenen Torerfolg bestreiten. Das sollten wir doch möglich machen. Fulham ist also in keiner guten Form, auch im Vergleich zur Vorsaison stehen die Cottagers deutlich schlechter da. Insofern eigentlich ein dankbarer Gegner, wenn Arsenal nicht eine Reihe eigener Probleme hätte. Aber die Bilanz: Arsenal hat keines der letzten 11 Duelle mit Fulham verloren (8 Siege, 3 Remis). Bauen wir die Bilanz auf 12 Duelle und 9 Siege aus!

Von Christian und mir die besten Wünsche für euch (und uns als Arsenal-Community) für das neue Jahr 2024. Bleiben wir gesund und erfolgreich! Danke fürs Lesen, Hören und Mitdiskutieren in diesem Jahr.

Wir sind als Verein auf dem richtigen Weg!

#COYG

Felix & Christian

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Saison 2023/2024 Preview #8 – Beat Manchester City

07 Samstag Okt 2023

Posted by germangunners in Arsenal

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Bukayo Saka, FC Arsenal, Manchester City, Mikel Arteta

Ich habe mittlerweile das Zählen aufgehört, wie viele Spiele wir zuletzt in der Liga gegen Manchester City in Folge verloren haben. Gefühlt sind es mehr als zehn, tatsächlich vielleicht auch. Und im Endeffekt ist es auch egal, ob sehr deutlich, deutlich oder eher knapp.

Ja, wir mögen näher dran sein an Manchester City (gefühlt), das Spiel zum Saisonauftakt im Community Shield hat das deutlich gemacht. Aber im Endeffekt ist gefühlte Nähe und das vermeintliche Heranrobben an den Klassenprimus nur dann wirklich erfolgt, wenn Manchester City in der Liga besiegt wird.

Am Sonntag um 17:30 Uhr wäre ein guter Zeitpunkt damit zu starten. Declan Rice sagte nach der Niederlage in der Champions League beim RC Lens, dass Arsenal gerade erst einmal zehn Pflichtspiele in der Saison absolviert habe und man sich immer noch aufwärme. So wir wie in der zweiten Halbzeit in Lens gespielt haben, waren wir auch auf vom Aufwärmen weit entfernt. Überhaupt das Spiel am Dienstag. Es hat ein wenig den Flow und die Erfolgsserie der letzten Wochen gebremst. Nach den guten Leistungen auswärts kam die Niederlage eher zum falschen Zeitpunkt. Dazu die Verletzung von Saka, dessen Einsatz für Sonntag immer noch fraglich, wenn aber wahrscheinlicher als noch am Mittwoch ist. Will man nach der Niederlage in Lens jetzt Manchester City als Gegner am Sonntag haben? Ich finde es grundsätzlich besser jetzt gegen City zu spielen. Der recht frühe Zeitpunkt in der Saison nimmt das ganz große Drama, weil die Partie drei Punkte zu vergeben hat. Größere Auswirkungen auf die Saison zu diesem Zeitpunkt sehe ich aber sowieso nicht.

Für City noch weniger als für Arsenal. Für uns bleibt die schlechte Bilanz gegen City, die es umzukehren gilt. Für Arsenal steht also aus meiner Sicht mehr auf dem Spiel. Es ist auch ein Stück weit die Überprüfung, ob wir (in dieser Phase der Saison) mit City mithalten können. Und für das Gefühl, dass wir City über 90 Minuten schlagen können, wäre der Sonntag auch ein guter Zeitpunkt. Die Tabelle oben ist eng, mit einem guten Abschluss in die erneute Länderspielpause zu gehen wäre hervorragend.

Dafür ist eine andere Leistung als Dienstag und auch in den bisherigen Heimspielen notwendig. Ich denke, wir werden insgesamt etwas vorsichtiger agieren, ggf. City zunächst den Ball überlassen und dann nach und nach mehr Kontrolle zu bekommen. Vorsicht auch vor den ersten Minuten und potenzielle Gegentreffer. Du kannst über 90 Minuten City sowieso nicht vollständig eingrenzen, von daher ist es aus Sicht von Trainer und Team auch zu überlegen, wo man die Akzente setzen will: gleich volle Power zu Beginn oder eher etwas abwarten und über gute Aktionen Kontrolle finden?

Vom Personal denke ich werden wir kaum Veränderungen sehen. Ich tippe darauf, dass Saka spielen wird (ob man sich damit einen Gefallen tun, wird man sehen). Ansonsten würde ich mir wünschen und könnte es mir gut vorstellen, dass Jesus auf der 9 spielt, Trossard über links kommt und Havertz erstmal auf der Bank Platz nimmt. Andernfalls stellt sich die Elf von alleine auf. Ich glaube auch, dass ein Spiel gegen Manchester City nicht der Anlass und Raum für große Experimente sein sollte. Mit Havertz, Nketiah und ESR hätten wir genug Offensivpower von der Bank, auf der auch Partey wieder sitzen wird. Falls wir gegen City in der späten Phase Kontrolle und Stabilität statt Tore benötigen (was schön wäre). Martinelli wird fehlen.

Bei City ist Rodi ein letztes Mal gesperrt (sicherlich kein Nachteil für uns), Stones und De Bruyne fehlen weiter verletzt.

Sagen wir mal so: Ich hatte schon ein deutlich schlimmeres Gefühl vor Spielen gegen Manchester City. Klar bleibt aber auch, dass das beste Team der Welt morgen ins Emirates kommt. Aber es ist genauso klar, dass wir mit Selbstvertrauen und Zuversicht in die Partie gehen können. Spiele gegen Arsenal sind auch für City kein Selbstläufer mehr.

Zeit die Bilanz zu verbessern und Pep Guardiola zu zeigen, dass wir im Titelkamp dabei sind (sagt er ja selbst).

#COYG

Felix

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Felix‘ Talking Points für die Saison 2023/2024

11 Freitag Aug 2023

Posted by germangunners in Arsenal

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Arsenal Saisonvorschau, Bukayo Saka, Declan Rice, Kai Havertz, Mikel Arteta, Premier League, William Saliba

Neue Saison, neues Glück. Wie zu Beginn jeder Saison kommen hier meine Talking Points für die neue Spielzeit. Wie immer ist es eine willkürliche Auswahl von Aspekten, von denen ich glaube, dass es Themen, Entwicklungen und Beobachtungen sind, die unsere Saison prägen werden. Wie immer gilt: kein Anspruch auf Vollständigkeit und mit der ausdrücklichen Bitte um Ergänzungen, gerne in den Kommentaren oder per E-Mail.

Blicken wir noch ganz kurz zurück auf meine Prognose im August 2022. Damals schrieb ich: „Bin zuversichtlich, dass wir die Top Four erreichen. Wenn alles passt.“ Es hat alles gepasst. Wir sind zurück in der Champions League. Für diese Saison: Ich will Fortschritt sehen. Das kann ja eigentlich nur Titel heißen. Und Platz 1. Das wäre zwear etwas maßlos zu fordern. Ich glaube aber, dass wir eine sehr gute Chance haben. Wenn alles passt. Und damit wären wir auch bei meinem ersten und vielleicht wichtigsten Talking Point.

Mehr Verantwortung für mehr Schultern: Schaffen es Mikel Arteta und sein Trainerteam in der neuen Saison, mehr Spielern mehr Vertrauen und damit längere Einsatzzeiten zu geben? Eigentlich führt da naturgemäß sowieso kein Weg vorbei, weil mit der Champions League ein weiterer wichtiger Wettbewerb (sportlich wie vor allem finanziell) hinzukommt. Aber eine zentrale Erkenntnis der letzten Saison war ja, dass wir im letzten Saisondrittel mental und auch körperlich – die vielen Verletzungen sind aus meiner Sicht dann auch die logische Konsequenz – nicht mit Manchester City mithalten konnten. Die Belastung über eine gesamte Saison zu steuern, wird die große Aufgabe und Kunst für Arteta sein. Mehr Spieler einsetzen, nicht immer nur an der einen Elf festhalten, rotieren, Spielern Pausen geben – aber gleichzeitig erfolgreich sein und die Zufriedenheit im Kader hoch halten. Das wird aus meiner Sicht die größte Herausforderung. Und Arsenal wie Arteta haben dafür noch keine Blaupause. Der Kader hat nicht ein Spiel in der Champions League gemeinsam bestritten. Es bleibt nur die Erkenntnis aus der letzten Saison als Schlussfolgerung, das Kader-Management in 2023/2024 anders machen zu müssen.

Backup für Saka: Das trifft in besonderer Weise auch auf Bukayo Saka zu, der letzte Saison in der Premier League stets gefordert war. Ich denke, wir sind alle begeistert von den Neuzugängen und der neuen Tiefe im Kader. Festzuhalten bleibt aber auch, dass so ein richtiger Ersatz eins zu eins für Saka bisher nicht im Kader zu finden ist. Die Frage ist, ob er es zwingend sein muss. Ich denke schon. Das heißt ja auch nicht, dass wir gar keinen Spieler für Rechtsaußen hätten. Nelson kann dort spielen, Martinelli von links rübergeholt werden, selbst Havertz soll und kann ja überall spielen. Aber so groß das Angebot in der Mitte und auf der linken Seite sein mag, so dürftig fällt es auf dem rechten Flügel aus. So oder so: der Erfolg unserer Saison hängt auch maßgeblich von der Fitness von Bukako Saka ab, vielleicht von Saka mehr als von jedem anderen Spieler. Sind wir dafür ausreichend gerüstet?

Tore und ein Königreich für zwei unterschiedliche Stürmer: 2021/2022 standen nur 61 Tore am Ende der Saison auf der Habenliste, nicht mal zwei Treffer pro Spiel. Im letzten Jahr mussten wir uns über zu wenige Tore nicht beschweren. 88 Treffer waren es, verteilt auf viele Schultern, insbesondere das Mittelfeld (Odegaard, Xhaka, Saka, Martinelli) waren mit je 14 oder 15 Treffern maßgeblich dafür verantwortlich. Gabriel Jesus (11 Treffer) hatte lange gefehlt und fehlt jetzt schon wieder. Um Meister zu werden: benötigen wir nicht einen Stürmer, der auch 20 Tore pro Saison beisteuert? Theoretisch könnte es Jesus ja sogar sein, aber die Frage ist vielmehr: Wer ist es ggf. sonst? Das gliedert sich ein in die Diskussion um die „echte“ Nummer 9, die man im Kader haben sollte oder sogar muss. Wir haben eigentlich zu viele Stürmer, aber gefühlt auch zu wenige echte Top-Scorer. Was passiert mit Nektiah (Brentford mit Interesse) und/oder Balogun (Inter hatte mal Interesse, Monaco vielleicht noch)? Beide können wir nicht verkaufen, aber wer wäre geeigneter, Jesus zu ersetzen? Gefühlt Balogun, weil er ein etwas anderer Spielertyp ist, aber es fehlt der empirische Beweis, dass er es über eine gesamte Premier League Saison auch durchhält. Und streng genommen gilt dieser Satz auch für Nketiah. Beide Spieler wird der Verein nicht verkaufen, aber ich sehne mich nach einem echten Top-Stürmer, der neben Jesus noch 20-25 Tore schießt. Vielleicht im nächsten Transferfenster.

Tore aus dem Mittelfeld – von Havertz: Am besten Havertz trifft in den ersten Spielen regelmäßig. Das ist mein größter Wunsch, um diese unsäglichen Diskussionen zu beenden, die gerade schon wieder auftreten, nachdem Havertz im Community Shield zwei gute Chancen vergeben hat. Jeder Neuzugang muss sich erst das Vertrauen und die Zuneigung der Fans erspielen, keine Frage. Aber dann sollten wir ihm auch die Chance geben, in Ligaspielen über mehrere Wochen diese Chance zu ergreifen. Havertz wird genug Gelegenheiten bekommen. Ich denke, Arteta wird ihn schon eher in einer offensiveren Xhaka-Rolle einsetzen. Solange Jesus verletzt ist, spielt er ggf. sogar als hängende Sturmspitze. Ich weiß aber gar nicht, ob das so gut ist, weil damit dann gleich die Erwartung an Tore verknüpft ist. Arteta war begeistert von Havertz am letzten Sonntag, von seinem Pressing gegen den Ball, vom Erkennen freier Räume, vom Halten des Balles. Vielleicht erkennen bald auch mehr Fans, dass Havertz nicht nur an Tore und genutzten Chancen gemessen werden darf. Aber trotzdem besser für ihn, dass er zügig trifft.

8-5-2-1: Ist es jetzt DIE Saison? Wir haben unfassbaren Fortschritt in den letzten zwei Jahren gemacht. Wenn man die Prognosen und Vorhersagen der meisten Experten sich anschaut, tippen die wenigsten uns auf Platz 1, sondern irgendwo auf Position 2-4. Wäre ein erneutes Erreichen der Champions League noch Fortschritt? Vor dieser Saison würde ich grundsätzlich sagen: Ja, das wäre es. In der Premier League mit der unfassbar großen Konkurrenz wäre das erneute Erreichen der Champions League auf alle Fälle Fortschritt, weil zuletzt eben nicht mehr dauerhaft in diesem Wettbewerb gespielt wurde. Konsolidierung ist Fortschritt für Arsenal. Ich würde aber noch zwei weitere Indikatoren hinzufügen: Anzahl der Punkte, Dominanz über 90 Minuten und insbesondere Punkteausbeute im letzten Saisondrittel. Die Punkte kann man objektiv leicht messen. Insbesondere mit dem sehr schwierigen Spielplan im April und Mai möchte ich sehen, dass wir auch in dieser Saisonphase anders als zuletzt dominant sind und die Punkte regelmäßig holen. Und darüber hinaus wünsche ich mir, dass wir noch dominanter und sicherer mit einer Führung im Rücken spielen. Letzte Saison war schon ziemlich gut, aber Arteta und die Spieler haben gesagt, dass noch viel Luft nach oben ist. Das werden wir beobachten.

Endgegner Manchester City: Auf alle Fälle, was den Titelkampf betrifft. Aber Sieg im Community Shield hin oder her. Es muss jetzt singulär betrachtet ein Sieg gegen City in der Liga her, am besten gleich im Heimspiel im Oktober. Darüber hinaus: Sieg an der Anfield Road als weiterer Meilenstein.

The price is Rice: Es ist schon so viel über diesen Transfer geschrieben worden, über den Preis und die ganzen Verhandlungen. Ich möchte aber noch festhalten: 1. Es ist großartig, dass wir jetzt in der finanziellen Lage sind, solche Transfers zu tätigen. Ein Modizifieren der Gehaltsstruktur und das Verkaufen/Verleihen von Spielern, die astronomische Gehälter für sehr bodenständige Leistungen bekommen haben, war sehr richtig. 2. Es ist großartig, dass sich ein Spieler wie Declan Rice für Arsenal entscheidet und beispielsweise nicht zu Manchester City oder Liverpool geht. Die PowerPoint-Präsentationen von Mikel Arteta müssen ziemlich überzeugend sein. 3. Es wäre falsch, Rice jetzt in allen seinen Aktionen und Leistungen auf die Ablösesumme runterzubrechen. Rice wird so oder so der Schlüssel für den Erfolg Arsenals in den nächsten Jahren sein. Idealerweise wird er bereits diese Saison voll einschlagen. Wenn er von der Fitness jetzt erst bei 75-80 Prozent ist und schon solce Leistungen zeigt, können wir sehr zuversichtlich sein. Über die defensiven Qualitäten von Rice müssen wir nicht sprechen. Der für mich interessante Aspekt liegt eher darin, ob Rice sich auch als Torschütze etablieren kann. In seinen letzten vier Premier League Spielzeiten kommt er auf insgesamt acht Tore. Natürlich ist Toreverhindern seine primäre Aufgabe, aber bisher hat es Arteta geschafft, auch von Odegaard und Xhaka mehr Tore zu verlangen und zu bekommen. Ist das die neue Dimension, die wir von Rice noch bekommen werden?

Arsenals Abwehr fährt Rolls-Royce: Ein Knackpunkt in der vergangenen Spielzeit war sicherlich die Verletzung von Saliba. Kurzum: Der Erfolg in dieser Saison hängt insofern auch maßgeblich davon ab, wie fit Saliba wieder wird und bleibt. Die Auftritte in den Testspielen und im Community Shield haben die Erwartungen gleich wieder nach oben katapultiert. In der Kombination mit Gabriel sehe ich derzeit ligaweit wenige Innenverteidiger-Duos, die besser harmonieren als der Franzose und der Brasilianer. Ohne Saliba haben wir mehr Tore kassiert, wirkten behäbiger im Spielaufbau und waren vor allem anfälliger bei Kontern und schnellem Umschaltspiel des Gegners. Aber Saliba wird nicht 50 Pflichtspiele diese Saison machen können (Gabriel übrigens auch nicht). Wie sieht also unsere Verteidigung aus, wenn einer der beiden oder beide mal nicht spielen können? Wir haben Timber, Tomiyasu, Kiwior und auch White könnte dort spielen. Aber das wäre dann bestenfalls BMW oder Mercedes Luxusklasse, aber an den Rolls-Royce kommt keiner heran. Hoffen wir, dass Saliba verletzungsfrei durch die Saison kommt. Ihm und uns wäre es sehr zu wünschen.

Stimmung, Connection, Atmosphäre (again): Selbst wenn das letzte Saisondrittel 2022/2023 nicht so ideal lief, hat es der generellen Stimmung rund um den Verein keinen Abbruch getan und auch die Mannschaft schien zumindest nach außen jetzt nicht in einer monatelangen Depression verfangen. Warum auch? Die Pre-Season Tour in den USA hat schon wieder deutlich gemacht, welches Standing Arsenal in den letzten Jahren nicht nur in den USA wieder zurückgewonnen hat, und wie geschlossen und kohärent der Verein nach innen wie außen kommuniziert und auftritt. Die Nachfrage nach Tickets ist enorm. Bleibt die spannende Frage zu überprüfen, wie sich Stimmung und Atmosphäre verhalten, wenn es Saisonspiele gibt, die mal nicht so rund laufen. Im Idealfall gibt es die nicht, aber nicht nur im Team, sondern auch auf den Rängen sind die Erwartungen ja nicht geringer geworden. Wie damit umgehen, wenn sie mal enttäuscht werden?

Rückkehrer auf den Außenbahnen: Wir hatten in der letzten Saison zu viele Verletzungen. Solche Abwesenheiten sind Teil des Spiels und Sports. Über die gravierenden Auswirkungen des Fehlens von Saliba hatten wir mehrfach bei den Germangunners gesprochen. Erschwerend kam hinzu, dass mit Tomiyasu und Zinchenko zwei Spieler gefehlt haben, deren Präsenz dafür gesorgt hätte, dass beispielsweise White Saliba hätte vertreten können oder Gabriel auch mal eine Pause bekommen hätte. Jetzt muss Kiwior in seiner zweiten Premier League Saison unter Beweis stellen, dass er für diese Liga tauglich ist (Anzeichen sind positiv). Zudem haben wir mit Jurrien Timber einen Spieler verpflichtet, der mit seiner Variabilität und Flexibilität mögliche Ausfälle kompensieren soll. Wobei wenn man den Eindrücken der Pre-Season glauben darf, ist es eher Timber, der vielleicht mal ausfällt und ersetzt werden muss. Das wird auch sehr interessant zu beobachten sein, in welcher Position Timber wie häufig spielt und ob er den etablierten Akteuren wie White, Tomiyasu und Zinchenko den Stammplatz streitig macht. Konkurrenz belebt das Geschäft.

What next for ESR? Konkurrenz hat auch Emile Smith Rowe. Von den Hale End Eigengewächsen ist seine Rolle vielleicht die am schwierigsten zu beurteilende. Nelson wird zweite Geige spielen (müssen), Saka ist gesetzt und Nketiah versucht weiterhin in Abwesenheit von Jesus sich als echte Alternative zu präsentieren. Die will eigentlich auch Smith Rowe sein. Und was man so hört und liest, ist sein Standing im Verein und vor allem auch bei Arteta sehr hoch. Fragt sich halt nur, ob ESR wieder an die Leistungen von vor zwei Jahren herankommt. Denn in der neuen Saison sind die Vorzeichen andere als damals. Die Konkurrenz ist größer, ESR kann nicht mehr damit argumentieren, dass er vor zwei Jahren einmal Stammspieler war. Was muss passieren, damit er da ggf. wieder hinkommt? Er braucht Spielzeit (wird er sicherlich bekommen, aber Stand jetzt auch nicht en masse) und er muss seine Einsatzzeit bestmöglich nutzen. Es ist ihm zu wünschen. Nicht dass er endet mit dem Schicksal, dass er einfach zu falschen Zeit länger bzw. zu lange verletzt war. Das Potential und das Können sind hoffentlich noch vorhanden.

Zu viele unter einem Dach – wer verlässt den Verein noch? Ich denke, wir können mit dem bisherigen Transferfenster sehr zufrieden sein. Raya als Leihe ist exzellentes Business. Trotzdem ist der Kader zu groß. Um also ein abschließendes Urteil zu fällen, sollten folgende Spieler hoffentlich den Verein noch verlassen: Runarsson, Okonkwo, Cedric, Holding, Tavares, Lokonga, Pepe. Optional noch zu verkaufen: Tierney (was ich schade fände, gerade bei der Verletzungsanfälligkeit von Zinchenko) sowie entweder Balogun oder Nketiah. Die Frage ist: bekommen wir bis Ende August noch so viele Spieler von Bord?

Doppelbelastung – Dienstag Madrid, Samstag Burnley: Die Saison wird anstregender für die Spieler (und das heißt nicht, dass die letzte Saison nicht schon anstrengend genug war). Aber Champions League ist eben ein Wettbewerb, der nicht mit der zweiten Garde bestritten werden kann und in dem das Weiterkommen in jeder Runde das sehr wichtige Kleingeld bringt, das man zwingend mitnehmen sollte. Ein Überstehen der Gruppenphase sollte Anspruch sein. Die interessante Frage wird sein, wie der Kader mit der Belastung der englischen Wochen umgeht. Die Neuerung ist, dass wir nach Champions League am Mittwoch immerhin nicht gleich wieder Samstagmittag ran müssen. Aber so oder so bin ich sehr gespannt, wie der Kopf der Spieler das diese Saison mitmacht zwischen Madrid, Mailand, Bournemouth und Burnley hin und her zu switchen.

Ansonsten sei abschließend noch gesagt: Aaron Ramsdale, was für eine beeindruckende Persönlichkeit, was für ein großartiger Typ!

In diesem Sinne: Auf geht es in eine neue Saison, bei den Germangunners wie gewohnt in Schrift und gesprochenem Wort.

Come on Arsenal!

Felix

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Felix‘ Talking Points für die Saison 2022/2023

11 Donnerstag Aug 2022

Posted by germangunners in Arsenal

≈ Ein Kommentar

Schlagwörter

Arsenal, Bukayo Saka, Martin Odegaard, Premier League, Premier League Saisonvorschau, Transfer

Mit einem Spieltag Verspätung kommen nun endlich meine Talking Points für die neue Saison 2022/2023. Auch wenn schon ein Spiel erfolgreich absolviert wurde, sollte diese Verzögerung aber bitte gestattet sein. Denn die Talking Points haben auch noch nichts an Relevanz und Aktualität verloren, so groß ist die Pfadabhängigkeit ja noch nicht.

Wie immer ist es eine willkürliche Auswahl von Aspekten, von denen ich glaube, dass es Themen, Entwicklungen und Beobachtungen werden, die unsere Saison prägen werden.

Uns allen eine erfolgreiche und spannende Saison. Vorweg, hier schon einmal meine Prognose: Bin zuversichtlich, dass wir die Top Four erreichen. Wenn alles passt. Daran muss der Verein halt arbeiten.

Mehr Tore: Nur 61 Tore standen am Ende der letzten Saison auf der Habenliste, nicht mal zwei Treffer pro Spiel. Es war ein ewiger Krampf mit der Ungefährlichkeit von Lacazette und den Eskapaden von Aubameyang. Nketiah musste uns dann gegen Saisonende retten. Der Schlüssel zu den Top Four geht nur über mehr Tore in dieser Saison. Die Spurs sind Vierter mit 69 Treffern geworden, auch nicht berauschend im Vergleich zu 76 von Chelsea und den über 90 Toren von Liverpool und Manchester City. Die Chelsea-Marke der letzten Saison sollte unsere Zielgröße sein. Wir brauchen also gut 15 Tore mehr mindestens. Es dürfte klar sein, wer dafür primär zuständig sein wird: Gabriel Jesus. Der Erfolg dieses Transfers wird auch daran gemessen. Testspiele sind nicht Ligaspiele. Aber ich bin sehr zuversichtlich.

Es muss geliefert werden: In einem seiner unzähligen Interviews vor der Saison hat Edu gesagt, dass der Verein gar nicht geplant hatte, in dieser Saison Champions League zu spielen. Dieses Ziel soll/muss erst in dieser Saison erreicht werden. Von daher ist die Richtung auch klar, wie die Saison am Ende zu bewerten ist: Natürlich kann man Erfolg auch daran messen, ob man mehr Tore geschossen und weniger Treffer kassiert hat. Oder mehr Punkte als in der Vorsaison geholt wurden. Am Ende des Tages (sic!) zählt dann aber nur der Tabellenplatz. Die positive Entwicklung des Vereins kann nicht ohne die Qualifikation für die Champions League fortgesetzt werden. Daran wird sich Edu messen lassen müssen.

Arteta (ruhig) ein wenig unter Druck: In einer der ersten Episoden von Arsenal: All or Nothing gibt es eine schöne Szene, wo Edu beim Tischgespräch, dass Arteta nach dem katastrophalen Saisonstart in der letzten Spielzeit und den Erfolgen anschließend ruhiger geworden ist. Da schien so ein bisschen durchzuscheinen, dass Edu das noch als letzte kleine Baustelle beim Trainer Arteta sieht. Taktisch sei Arteta, so Edu, nichts vorzumachen. Da könne er mit den allerbesten mithalten. Mein Eindruck ist, dass Arteta diese Saison und auch in der Vorbereitung deutlich ruhiger und gelassener rüberkommt, obwohl der Druck diese Saison auch für den Trainer eigentlich noch größer als zuletzt ist.

Dominanz in Führung: Neben dem Wunsch, mehr Tore zu erzielen, ist das aus meiner Sicht noch die größte Baustelle. Wie groß wird diesbezüglich der Fortschritt in dieser Saison sein? Dominant bei Führung sein, angefangen beim 1:0. In Dominanz und ggf. gegen einen schwächeren Gegner auch mal das Spiel frühzeitig entscheiden und den Sack zumachen. Nach einer Führung den Gegner nicht sofort wieder ins Spiel lassen. Der Freitagabend bei Crystal Palace hat gezeigt, dass wir da noch Luft nach oben haben.

Connection Verein und Fans: Ich finde, die Beziehung und das Verhältnis von Fans zum Verein und auch umgekehrt hat in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung genommen. Auf einem absoluten Tief nach dem Rauswurf von Unai Emery und der Kritik an der Kroenke-Familie, dass sie alles teilnahmslos geschehen lassen – bis zu einem Hoch in der letzten Saison. Ich glaube aber, dass dieser Prozess nach oben noch nicht abgeschlossen ist. Aus meiner Sicht sind die Grundlagen für einen stabilen Bund zwischen Fans und Verein gelegt. Jetzt geht es eigentlich nur noch darum, erfolgreich zu sein auf dem Platz und dieses Verhältnis zu festigen. Wer kann sich mit diesem Team und der Entwicklung denn nicht positiv identifizieren?

Die Besitzer: Die Meinung gegenüber den Kroenkes war in den letzten Jahren definitiv nicht beste. Und man muss sie nicht mögen. Aber niemand kann über die Tatsache hinwegschauen, dass sie gewillt sind, den Verein auch mit massiven Investitionen wieder nach vorne zu bringen. Es gibt von Stan und noch mehr von Josh ein klares Bekenntnis zum Verein, zum Trainer und den Spielern. Es wird interessant zu sehen sein, ob man bspw. auch im Januar-Transferfenster noch einmal investiert – und wie weit dieser Prozess geht. Irgendwann wollen die Besitzer dann auch wieder Einnahmen sehen. Reicht dann Platz 4 und man macht dann Schluss oder will man Arsenal wirklich zu Titel investieren? Und damit meine ich Meisterschaft.

Die „Altlasten“ sind (fast) weg: Der Umbruch des Kaders ist ein gutes Stück vorangekommen. Die Abgänge von Lacazette und Aubameyang haben zahlreiche Mittel für Gehälter und Transfers freigemacht. Und gleichzeitig trennt man sich von Spielern, die nicht spielen und nur Geld bekommen. Das geht alles in die richtige Richtung. Ich weiß, vielen, mich eingeschlossen, nicht schnell genug und vielleicht auch nicht mit den erhofften finanziellen Benefits. Bellerin, Mari, Torreira, Leno, Guendouzi, Mavropanos wurden alle verkauft. Dazu haben wir jugendliches Potential mit Tavares und Balogun hoffentlich gewinnbringend für alle verliehen. Mit Pepe, Nelson und Maitland-Niles gäbe es genug Potential für weitere Abgänge. Ich denke, dass die meisten von uns hoffen, dass insbesondere Pepe noch etwas finanzielle Mittel generiert. Wir werden es sehen. Alle Mislintat-Transfers sind (bald) nicht mehr im Verein.

Innenverteidigung Saliba und Gabriel: Mehr Tore auf der einen Seite sind natürlich großartig, aber noch weniger Gegentore schaden ja auch nicht. 48 Gegentore in der letzten Spielzeit sind aus meiner Sicht 10 bis 15 Gegentreffer zu viel. Haben wir mit Saliba und Gabriel endlich wieder ein IV-Duo wie damals Mertesacker und Koscielny? Und was passiert mit Ben White, sollte Tomiyasu wieder fit werden und regelmäßig spielen?

Saka to shine again? Ein letztes Puzzleteil für einen erfolgreichen Weg von Arsenal ist definitiv eine Vertragsverlängerung von Bukayo Saka. Manchester City hatte ja schon mal seine Fühler ausgestreckt (und wird es auch wieder tun, die sind ja nicht blöd). Und die Aussagen von Edu, dass irgendwann (junges) Talent auch mal gewinnbringend verkauft wird, sagen ja auch, dass der Business-Plan das explizit vorsieht. Die größere Frage für mich ist eher die Form von Saka in dieser Saison. Er hatte eine anstrengende letzte Saison, wenig Pause im Sommer 2021, auch dieses Jahr definitiv nicht die längste Sommerpause. Und auf seiner Position ist er, meiner Einschätzung nach, immer noch ohne richtig gutes Backup. Pepe, nicht wirklich? Viera, da stellt sich die Frage, wo er eigentlich spielt (siehe weiter unten)? Und Nelson ist eher für den Verkauf vorgesehen. Dazu kommt im Winter die WM. Wie lange hält Saka das aus?

Ödegaard als Kapitän der letzte Push? Der Verein versucht an vielen Stellen mit mehr Klarheit als zuletzt zu überzeugen. Das betrifft auch die Rolle des Kapitäns. Vorbei die Zeiten, wo es eine Gruppe wechselnder Spielführer gab oder wie zuletzt bei Arteta diese Leadership-Group (gibt es wohl immer noch). Aber es ist jetzt ein klarer Kapitän benannt, von dem man auch das Zutrauen hat, dass er diese Position gut und länger ausführen kann. Denn nichts ist besser als Kontinuität in dieser Sache und nicht ständige Wechsel, je nachdem, wer da ist und die Binde gerade nicht durch Fehlverhalten losgeworden ist. Es muss ja jetzt nicht gleich die Ära von Tony Adams sein (Kapitän von 1988 bis 2002), aber Arteta (von 2012 bis 2014) weiß am besten selbst, dass Kontinuität auf dieser Position auch zur Stabilität im Verein insgesamt führt.

Die kleinen Sorgenkinder Tierney, Tomiyasu und Smith-Rowe: Mikel Arteta war ja sehr begeistert über den Fitnesszustand seines Teams. Das darf aber auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir mit Tierney und Tomiyasu (und ein wenig auch mit Smith Rowe) drei Stammspieler haben, die immer wieder mit Verletzungen fehlten. Die Begründung von Arteta auf der Pressekonferenz letzte Woche dazu war insofern bemerkenswert: „[…] the reason they got those persistent injuries are for different reasons, probably because the squad didn’t enable them to recover, and [we] don’t play them when it was necessary and it was too tired when they weren’t fully recovered so sometimes we had to rush them. It was a combination of things with those two players, they’re so pushy and willing to contribute with the team. We know that with those two fit and performing at their best, we are much stronger as a team.“ Man kann nur hoffen, dass solche Situationen nicht mehr passieren bzw. passieren können, weil man mit White/Cedric und Zinchenko jetzt genug sehr gute Alternativen hat.

Belastung: Über die Belastung habe ich schon im Rahmen von Saka gesprochen. Es wird eine komische Saison. Diese unsägliche WM im November und Dezember sorgt für noch mehr Belastung als sonst in dieser Zeit. Die UEFA-Vereinswettbewerbe werden innerhalb weniger Wochen im September und Oktober durch, dazu die nationalen Pokalspiele. Das ist zum Glück für alle Vereine Neuland. Ich hoffe, wir kommen da gut durch, auch vor dem Hintergrund, dass wir einige wichtige Spieler haben, die verletzungsanfälliger sind als andere.

Fabio Viera – der große Unbekannte: Der Transfer kam so überraschend wie die längere Verletzung von Fabio Viera. Die Erwartungen sind hoch, die Vorschusslorbeeren mehr als saftig. Wir sind alle gespannt auf den ehemaligen Spieler des FC Porto. Auch wenn es nur Zusammenschnitte auf YouTube sind, das sieht alles sehr vielversprechend aus. Die große Frage ist nur: auf welcher Position spielt er? Oder noch breiter formuliert: zu welchem Zweck ist Viera genau geholt worden (bestimmt nicht nur, um irgendwann mal ein vielversprechendes Talent teuer zu verkaufen)? Das dürfte die nächsten Wochen dann insbesondere in der Europa League sehr interessant zu beobachten sein, wobei dann zu klären wäre, ob seine Rolle in der Premier League dann eine ähnliche wäre.

#COYG

Felix

P.S.: Habt ihr noch Talking Points? Dann gerne in die Kommentare oder per Mail an Christian und mich (oder via Twitter).

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Felix‘ Talking Points für die Saison 2021/2022 (Vol. I)

11 Mittwoch Aug 2021

Posted by germangunners in Arsenal

≈ 2 Kommentare

Schlagwörter

Bukayo Saka, FC Arsenal, Mikel Arteta, Nicolas Pepe, Premier League 2021/2022, Premier League Season Preview, Thomas Partey

Ich meine, Arsenal wäre ja eigentlich nicht Arsenal, wenn Bernd Leno sich am Freitagabend beim Saisonauftakt in Brentford leicht verletzt (oder einen Platzverweis erhält) und Arsenal im zweiten Ligaspiel gegen den FC Chelsea mit Alex Runarsson oder Arthur Okonkwo zwischen den Pfosten spielen muss, weil es bis dato nicht geschafft wurde, einen zweiten „echten“ Torhüter zu verpflichten. Aber genug Schwarzmalerei. Blicken wir auf die neue Saison 2021/2022, in einer ersten Ausgabe. Mehr dann Ende August, wenn man nach dem Transferfenster die Vorbereitung wirklich abschließend beurteilen kann. Der Disaster Button wird noch häufig genug gedrückt werden (wahrscheinlich).

Wenige Tage vor Saisonstart ist Euphorie oder riesengroße Vorfreude bei mir noch nicht vorhanden. Eine gewisse Erwartung und Aufgeregtheit ist aber präsent. Mehr nicht, dafür wirkt das Gesamtprojekt noch zu unvollständig mit zu vielen Baustellen.

Es ist noch alles offen und gibt ausreichend Zeit. Das Transferfenster in diesem Sommer ist eine zähe Diva. Wir haben im Podcast darüber häufig gesprochen. Die finanziellen Restriktionen und Auswirkungen nach 18 Monaten Corona-Pandemie machen Business mit anderen Vereinen und noch stärker mit anderen europäischen Ligen tricky. Wann fallen die Dominosteine? Ich bin in dem Sinne positiv, weil der Verein – so kommt es zumindest rüber – einen klaren Plan verfolgt. Der Wille notwendige Veränderungen in der Kaderstruktur anzugehen ist vorhanden. Wo ein Wille ist, ist ja bekanntlich auch ein Weg. So einfach ist es dann eben leider doch nicht. Sonst wäre viel „Ballast“ (bei Willian gerne auch wortwörtlich zu nehmen) schon nicht mehr im Kader.

Eigentlich bringt eine Saisonvorschau zu diesem Zeitpunkt wenig Mehrwert. Bitte natürlich trotzdem weiterlesen! Der Guardian hat seine Vorschau für Arsenal schon am 2. August veröffentlicht, das engagierte Team bei 90Plus vorgestern in einer längeren Betrachtung zu Arsenal. Das ist generell eigentlich wenig sinnvoll, weil bis Ende August hoffentlich noch tiefergreifende Veränderungen im Kader entstehen, die erst dann eine valide Saisonprognose zulassen. Wie gesagt: die momentane Situation ist nicht ideal, aus meiner Sicht aber nur bedngt Arteta und Edu anzukreiden. Außer natürlich, wenn man feststellt, dass der Verein jahrelang richtig schlecht gewirtschaftet hat. Aber dafür waren primär andere Personen verantwortlich.

Noch ist Zeit. Das Transferfenster ist noch drei Wochen geöffnet. Es ist ja keine Binsenweißheit, dass wir noch Transfers tätigen müssen: Torhüter, zentrales defensives Mittelfeld, zentrales offensives Mittelfeld, ggf. noch Sturm. Und fast viel wichtiger sind die Abgänge. Die Liste der Spieler, die Arsenal eigentlich nicht mehr benötigt (und von denen viele nur noch die Gehaltsstruktur belasten), ist lang: Torreira, Kolasinac, Elneny, Nketiah, Runarsson, Maitland-Niles und natürlich Willian (to a lesser extent: Reiss Nelsson, mein Hoffnungsträger der letzten Saison. Ich spare mir vorerst weitere Prognosen). Saliba und Guendouzi sind immerhin außen vor (für immer teils). Willock wird sich Newcastle anschließen. Fakt ist aber: Der Kader ist ungesund groß. Wenn dann wenigstens Konkurrenz wäre. Wir haben zu viele Spieler, die wir nicht spielen lassen wollen, weil sie nicht gut genug sind und nicht zum System des Trainers passen. Wie konnte das nur passieren?

Wieviel Kredit bleibt also Mikel Arteta (und im Endeffekt auch Edu)? Man sieht und fühlt schon bei vielen Fans, dass die Stimmung angespannt ist. Ich denke aber auch, dass viele im Verein erhofft hatten, mehr Umbruch in diesem Sommer bisher vollzogen zu haben. Kann man das nun Arteta und Edu ankreiden? Wie schon gesagt: bedingt. Es macht aber jedenfalls den Trainerstuhl von Arteta unbequemer. Wobei ich die Haltung von Arteta durchaus gut finde: es wird jetzt mein System gespielt – und ich hätte gerne die Spieler dafür. Alle anderen geben wir ab. In der Theorie zumindest ganz einfach. Das Auftaktprogramm ist auch noch sehr schwierig mit Chelsea, Manchester City und den Spurs unter den ersten sechs Spielen. Da steht Arsenal bei den übrigen Partien schon gehörig unter Druck. Die Frage ist, wann die Stimmung zum ersten Mal richtig kippen könnte. Klar, bei einer Niederlage am Freitag würde es rumoren. Ich denke, ein sehr wichtiger Indikator dürfte der Abschluss des Transferfensters und die Bilanz der ersten sechs Spiele sein, wo aus meiner Sicht schon 9 Punkte benötigt werden.

Kommen wir damit zu den beiden Hauptproblemen der vergangenen Saison. Das war ja nicht unbedingt die defensive Leistung an sich. Die Anzahl der Gegentore war insgesamt nicht zu hoch. Baustellen in der Defensive waren hingegen vor allem zu viele individuelle Fehler und die Anfälligkeit bei Standardsituationen. Da erwarte ich bzw. sehe einen wesentlichen Schlüssel für eine Verbesserung auch über 38 Ligaspiele insgesamt. Die große Frage ist: schaffen wir das? Man hat auf dem Transfermarkt jetzt nicht explizit Spieler geholt, die Freistöße und Ecken perfekt verteidigen können. Im Gegenteil: Ben White hat das nicht an erster Stelle in seiner Verteidiger-DNA. Das kann nur als kollektiv passieren. Die Testspiele haben gezeigt, dass da noch sehr viel Luft nach oben ist bzw. zu Saisonbeginn sein wird. Auch hier sind wir von Optimismus noch sehr weit entfernt. Aber ein Problem, das ja grundsätzlich zu lösen ist. Hinzu kommt, dass wir noch nicht wissen, wie gut Gabriel durch seine Verletzung gekommen ist. Da mache ich mir über die Außenverteidigerpositionen noch am wenigsten Sorgen.

Spulen wir mal schnell nach vorne, zur mangelnden Kreatvität in der Offensive. Wir haben ja im Grund genommen genug kreative Spieler oder – besser formuliert – Spieler, welche dieses Potential verkörpern: Saka, Smith-Rowe, Pepe (nein, Willian nicht). Sie spielen aber auf den „falschen“ Positionen dafür. Und wir können Smith-Rowe diese Bürde nicht komplett alleine aufstülpen. Letzte Saison hatten wir mit Odegaard (und teils auch Ceballos) Alternativen. Die sind jetzt nicht mehr da. Ergänzung wird benötigt. Mir ist gleich, ob diese Person nun auf den Nachnamen Maddison, Odegaard oder Aouar hört. Fakt ist: Wir benötigen mehr Kreativität, die dann hoffentlich auch dazu führt, dass wir den Ball schneller zirkulieren lassen können (auch etwas, was das defensive Mittelfeld bewältigen muss). Dass mehr Kreativität nicht automatisch mehr Tore bedeuten, ist aber ebenso klar. In den Testspielen mangelte es zumindest nicht an Chancen, was ja grundsätzlich erfreulich ist.

Womit wir beim nächsten Talking Point wären: der Sturm und die Formsuche von Aubameyang. Keine Ahnung, inwieweit ihn die Folgen seiner Malaria-Erkrankung einschränken. Tatsache ist, dass wir in die Saison 2021/2022 mit zwei Hauptstürmern gehen, von denen einer derzeit das Tor nicht trifft und der andere spätestens nächste Saison nicht mehr im Verein aktiv sein wird. Dazu kommen Nketiah, der verkauft werden soll (und sich in den Testspielen mehr als empfohlen hat), Martinelli und Balogun. Bei den beiden letztgenannten weiß man halt auch nicht so richtig, was sie einem über 38 Ligaspiele bringen können und was der Trainer von ihnen erwartet und wie häufig er sie einsetzt. Gelingt Martinelli endlich der finale Durchbruch und bekommt er mehr Spielzeit als letzte Saison (bei weniger Spielen in 2021/2022)? Und darf auch Balogun den neuen Vertrag endlich mal in Spielzeit ummünzen? Wir sind uns sicherlich einig, dass nur ein formstarker Aubameyang uns wieder in die Top 6 führen kann, idealerweise durch die Mitte stürmend. Aubameyang auf dem linken Flügel ist und bleibt überflüssig. Da haben wir genug Alternativen.

Apropos „Alternativen“ auf den Außenbahnen also. Wenn es so etwas gibt wie Vorfreude bei mir, dann bezüglich der möglichen Entwicklungen von Bukako Saka und Nicolas Pepe. Saka first. Es wird sehr spannend zu beobachten sein, wie Saka mit dem ganzen Rummel um seine Person (EM-Teilnahme, positives Feedback vor dem Finale, verschossener Elfmeter im Finale, Rassismus nach dem Finale) umgegangen ist und das verarbeitet hat. Nach außen wirkt Saka so cool, souverän und aufgeklärt. Neben den Highs und Lows des Sommers 2021 dürfen wir aber auch nicht vergessen, dass Saka in der letzten Saison 46 Pflichtspieleinsätze hatte (32 Mal in der Premier League). Man sagt jüngeren Spielern ja immer nach, dass sie diese körperliche Belastung besser als ältere Spieler wegstecken. Aber zum Glück für Saka in der nächsten Saison: erstmal nur Liga und FA-Cup.

Zu viel gespielt und viel Aufregung im Sommer – beides trifft auf Pepe nun nicht wirklich zu. Christian und ich haben in diversen Episoden des Podcasts immer wieder betont, wie wichtig es für Pepe ist, regelmäßig zu spielen. Die Frage ist nur: auf welcher Position? Denn die Stammposition von Pepe haben wir immer noch nicht gefunden. Auf rechts ist Saka eigentlich gesetzt, womit nur die linke Seite bleibt. Das hat in der letzten Saison sogar manchmal erstaunlich gut geklappt. Fortsetzung folgt? Ich würde mir wünschen, dass wir bei Pepe in dieser Saison nicht immer erwähnen und mitdenken müssen, wie viel Ablöse er gekostet hat.

Eine andere Personalie, auf die ich mit einer gewissen Vorfreude blicke, ist Thomas Partey. Ich denke, wir haben uns alle mehr von ihm in seiner ersten Saison erwartet. Und man kann nur hoffen, dass die aktuelle Verletzung kein schlechtes Omen für den weiteren Saisonverlauf ist. Dafür ist die Person wie seine Position einfach zu wichtig. Selbst die Zeit vor seiner Verletzung im Testspiel gegen den FC Chelsea hat Momente und Sequenzen absoluter Brillianz hervorgebracht. Die Saison 2021/2022 wird auch zeigen, ob wir Partey endlich in sein System integrieren können, in dem seine Stärken zur Perfektion aufgehen. Torgefahr inklusive.

Captain Tierney: Soweit mir bekannt, ist noch nicht final geklärt, wer Kapitän in der neuen Saison ist, oder? Falls doch und es Aubameyang bleibt, okay von mir aus. Aus meiner Sicht führt aber kurz- wie mittelfristig kein Weg an Tierney vorbei. Hoffentlich bleibt er die komplette Saison fit und gesund.

Die Fans sind zurück im Emirates: Die Stadien der Premier League werden wieder volle Kapazität in der neuen Saison haben. Wie wird sich das anfühlen, wie werden die Spieler das nach über 1,5 Jahren Abwesenheit wieder annehmen? Kann das uns vielleicht auch einen Vorteil in Heimspielen bringen? Neben diesen Formalia sind es natürlich auch die Emotionen und Reaktionen der Fans, die wieder wahrnehmbar werden. Wie reagieren Fans auf individuelle und kollektive Leistungen (und wenn es blöd kommt, im Fall Willian, ggf. von Nicht-Leistungen). Können Fans in engen Spielen im Emirates wieder den Unterschied machen? Mal sehen, wie schnell sich das alles wieder nach Normalität anfühlt.

Ansonsten gebe es noch so viel mehr zu klären: der Kampf um die Rechtsverteidigerposition beispielsweise. Aber da macht es wirklich mehr Sinn, bis Ende August zu warten.

Von daher meine erste unverbindliche Prognose aber schon jetzt:

Kieran Tierney Spieler der Saison

Martinelli 12+ Tore in der Saison

Edu macht keinen Urlaub während der Saison

Wir schaffen die Top 6

Das Haar von Arteta sitzt besser denn je

Positive Überraschungen der Saison: Ben White, Gabriel

Enttäuschungen: hoffentlich keine. Balogon hätte mehr Spielzeit gewünscht.

Willian wird wegen Übergewicht aussortiert. Teufelskreis.

Bernd Leno spielt seine letzte Saison bei Arsenal

Germangunners Podcast erreicht die 200. Episode

Einmal kommt der Gedanke kurz: Hätten wir mal Kolasinac noch.

Ansonsten alles offen.

Seien wir gespannt. Die Saison 2021/2022 auf den üblichen Kanälen bei den Germangunners.

Wir freuen uns mit euch allen, durch die Highs und weniger Lows zu schreiten. Bring it on!

#COYG

Felix

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