Arsenal sticht bei den Hornissen eiskalt zu

Schlagwörter

Es war kein einfaches Spiel. Es hat lang gedauert, bis wir in Fahrt kamen. Aber dann hat es Arsenal souverän und dominant beendet. 3:0 bei Watford. Weiter auf der Erfolgsspur in der Premier League.

Christian hatte es ja in seinem Vorbericht schon anklingen lassen. Die Rahmenbedingungen vor dem Spiel bei Watford waren eigentlich ideal. Unsere Ligaform stimmt seit geraumer Zeit, vier Siege in den letzten fünf Spielen, dazu auswärts diese Saison nur eine Niederlage bei drei Siegen. Unsere Nationalspieler haben sich bei ihren Teams Selbstvertrauen mit guten Leistungen geholt (Sanchez, Özil, Giroud, Walcott um nur einige zu nennen). Wenn das Selbstvertrauen bei Walcott und Sanchez nicht sowieso schon groß genug war: zusammen acht Tore in den letzten drei Spielen. Auf der anderen Seite Watford: The Hornets bisher erst mit einem Heimsieg in dieser Saison. Als Aufsteiger auf Platz 12 ist die Bilanz ganz okay. Auffällig: Watford ist das Team mit den wenigsten eigenen Toren, haben dafür aber auch die beste Defensive der Liga vor dem Aufeinandertreffen gehabt. Trotzdem gingen wir natürlich als Favorit in die Partie.

Arsenal wechselte nur einmal im Vergleich zum 3:0 gegen Manchester United. Koscielny war nach Oberschenkelproblemen wieder fit und ersetzte den erkrankten Gabriel (der laut Wenger eine Chance hat, Dienstag wieder im Kader zu sein). Sanchez startete trotz langer Länderspielreise von Beginn an. Bei Watford meldete sich Ikechi Anya wieder fit, sodass die Hornets mit derselben Elf wie in den letzten Wochen spielten. Gerade vor dem Stürmer Ighalo (fünf von sechs Toren für Watford erzielt) wurde immer wieder gewarnt im Vorfeld. Nur 13 Tore fielen in Spielen mit Beteiligung der Hornets. Es sollte ein Geduldsspiel werden.

Und das wurde es auch, was aber zu großen Teilen auch in unserer eigenen Leistung begründet war. Die erste Hälfte hat mir nicht sonderlich gefallen. Arsenal kam eigentlich ganz gut in die Partie, hatte nach 10 Minuten durch den Alexis-Schuss auch eine gute Gelegenheit, die Gomes gut parierte. Im Gegenzug hatte Deeney eine passable Chance, wo Cech aber sicher auf dem Posten war. Danach taten wir uns sehr lange schwer. Özil war gar nicht im Spiel, Watford verteidigte gut, war bei Kontern gefährlich, ging früh auf unseren ballführenden Spieler und machte zudem die Mitte zu. Alexis fiel auf links wenig ein und Bellerin hatte mit Deeney auf rechts genug in der Defensive zu tun. Hinzu kamen viele Ballverluste und ungenaue Zuspiele in die Spitze auf Walcott, der zwar bemüht war, aber viel zu häufig in die Abseitsfalle der Hornissen lief. Arsenal hatte zwar 65% Ballbesitz, aber richtig viel haben wir damit nicht angefangen. Es war eigentlich wie immer – bisschen Behäbigkeit, bisschen Handbrake. So lief das Spiel gemächlich vor sich hin, was Watford ganz entgegen kam. Zweimal wurde der Arsenal-Fan dann doch kurz aufgeschreckt. In der 29. Minute spielte Sanchez einen wunderbaren Chip-Pass auf Ramsey, der am langen Pfosten das Kunststück zustande brachte, den Ball noch über die Latte zu schieben (war aber auch nicht einfach zu nehmen). Zwei Minuten später verzog Koscielny nach Ecke von Özil nur knapp, zuvor wurde vor dem einschussbereiten Monreal gerade noch so geklärt. In der Defensive liefen sich Cech und Mertesacker kurz vor Halbzeitpfiff über den Haufen. Sonst war die Defensive nach kleinen anfänglichen Findungsschwierigkeiten solide wie zuletzt auch. Insgesamt aber eine erste Halbzeit mit Potential nach oben, von Sanchez und Özil insbesondere. Watford war unangenehm – aber nicht dafür verantwortlich, dass sich bei Arsenal im Mittelfeld nicht gut bewegt wurde und zu häufig Anspielstationen fehlten. Und Mertesacker hatte auch nicht seine beste Halbzeit. Aber das kommt nun auch mal vor. Und Koscielny war ja da zum Aushelfen.

Und es wurde ja auch besser. Zu dem Zeitpunkt, als es wirklich nötig war. Die zweite Halbzeit plätscherte wieder vor sich hin, als Arsenal nach gut einer Stunde plötzlich das Tempo erhöhte. Und endlich wurde mal mit Geschwindigkeit in Richtung Strafraum gespielt. Cazorla stoch zu Özil durch, der zwar gefoult wird, aber Sanchez muss nur noch einschieben, von daher kein Elfmeter, sonder direkt one nil to the Arsenal. Nach einer Stunde war der Bann endlich gebrochen. Und dann ging alles recht schnell. Wie wichtig doch so ein erstes Tor sein kann. Und wieder hat es Sanchez geschossen. Giroud kam für Walcott in die Partie. Wenige Minuten später legt Özil, der in der zweiten Halbzeit auch deutlich stärker spielte, zurück auf Giroud, der den Ball in die Maschen schoss. Da war endlich mal wieder das schnelle, direkte Kombinationsspiel. Watford war geschlagen und ergab sich sehr schnell seinem Schicksal. In der 74. Minute erhöhte Ramsey nach wunderbarer Vorarbeit von Bellerin auf 3:0. Stan Kroenke klatschte auf der Tribüne bedacht in seine Hände. Danach war es easy. Özil und Sanchez bekamen ihre Auswechselungen. Giroud hatte sogar noch das 4:0 auf dem Kopf, doch Gomes hielt wunderbar.

Das war insgesamt kein einfaches Spiel, insbesondere in der ersten Halbzeit. Und dass dann am Ende ein 3:0 zu Buche steht, ist vielleicht ein Tor zu hoch, zeigt aber auch, wie gefährlich und gut unsere Offensive ist, wenn sie einmal ins Rollen kommt. 11 Tore in den letzten drei Ligaspielen. Aber über 60 Minuten war es ein Spiel fast auf Augenhöhe, Credit to Watford dafür. Für Arsenal war es der 19. Ligasieg im Kalenderjahr 2015, kein Team hat mehr Siege geholt.

Bellerin heute mit dem ein oder anderen Wackler defensiv, aber insgesamt mit einer fantastischen Leistung, gleiches gilt auch für Koscielny und Cazorla. Özil und Sanchez hatten ihre tollen Momente, als es wirklich darauf ankam. Platz 2 in der Liga verteidigt, zwei Zähler hinter Man City. Der Sieg an der Vicarage Road war wichtig, weil auch die Konkurrenz gewonnen hatte. In der Liga geht es nächsten Samstagabend gegen Everton weiter.

Aber jetzt ist erstmal Champions League. Wie sagte Wenger so treffend auf der PK nach dem Spiel: Die beste Vorbereitung auf das Spiel gegen München war ein souveräner Sieg heute. In der Liga sind wir auf Kurs. Mal schauen, ob wir das auch noch in der Champions League schaffen. Es wird schwierig. Aber vielleicht haben wir ja weiterhin einen sehr guten Tag – und Bayern mal einen schwachen Tag. Und wir einen überragenden Peter Cech im Tor – denn endlich wird er mal in der Champions League spielen.

Also: drei Punkte in Watford und weiter dran an den Klubs aus Manchester, die nächtstes Wochenende direkt aufeinander treffen. Dann heißt es, den exzellenten Lauf fortzusetzen.

Aber Bayern next. Dann lesen wir uns auch wieder.

Cheers und schönes Wochenende noch

Felix

Das Spiel danach 

Nach dem noch immer im Hinterkopf rumgeisternden fantastischen Sieg gegen United steht nun das berühmte Spiel danach an. Diesmal verschlägt es uns nicht weit. Watford ist das Ziel, was man, als alter Luton Flughafen Profi schon locker als Derby bezeichnen kann. 

Das Arsenal nicht nur mit Blick auf den Kader als Favorit in das Spiel geht dürfte jedem klar sein. Doch stehen für mich zwei Hauptgründe bei diesem Spiel im Fokus. Zum einen ist dies die Frage, wie man aus der Länderspielpause kommt. Hat man bzw. kann man es schaffen den Schwung den man sich gegen United selbst gegeben hat, mitnehmen oder hat die Pause dem Abbruch getan. Zudem wird man sich fragen müssen, ob das Spiel gegen die Bayern in der kommenden Woche, welches wir ohne Frage als die allerletzte Hoffnung oder gar nur einen Hoffnungsschimmer bezeichnen können, zu sehr im Hinterkopf  sitzt.

Zur ersten Frage kann ich mir nur vorstellen, dass die Pause dem Team nicht geschadet hat. Es gab keine Verletzungen und auch von den Ergebnissen sind alle Spieler mit guten Erfahrungen zurück nach London gekommen. Mesut hat entscheidende Vorlagen gegeben, Alexis war „on fire “ und auch Giroud und Ox konnten die geschundene Seele mit guten Leistungen und Toren ein wenig besänftigen. 

Viel entscheidender wird die zweite Frage sein. Für mich hängt dies allein von der Aufstellung ab, die wir aufbieten. Wenger muss und kann ausschließlich die erste Wahl aufbieten. Watford mag vom Papier her leicht sein, doch sind es immer diese Spiele, die du mit halber Kraft nicht stemmst. Mit der Spielerwahl fällt man dort also schon die direkte Leitlinie für das Team. Eine starke Aufstellung signalisiert die gleichzeitige Notwendigkeit des ans Limit gehens. Nachdem wir in der Tabelle den Griff etwas härter gefasst haben kann ich mir nicht vorstellen, dass wir mit Rotation und Spielerei dieses unnötig aufs Spiel setzen werden. Aber wer weiß. Derartiges käme ja nicht zum ersten Mal vor. Doch allein vor dem Hintergrund, dass die Champions League,zumindest für mich , kein wirkliches Thema mehr ist, sollte man die super Lage in der Liga im Fokus behalten. Etwas was wir auch mit Sicherheit intern bereits justiert haben.

Neben den mangelnden verletzten Spielern  sind auch vor der Länderspielpause angeschlagene Spieler wir Kos, Arteta oder Flamini zurück im Training. Die Vorzeichen basierend auf dem zur Verfügung stehenden Kader dürften also nicht schlecht liegen. Etwas was man von Arsenal überhaupt nicht gewohnt ist. Kos wird sich einem späten Fitnesstest stellen. Die anderen beiden stehen bereit. Was die Langzeitverletzten angeht, so dürfte für Jack und Welbz Januar als realistisch gelten. Sicher ist das jedoch ohnehin nie wirklich. 

Die Aufstellung meiner Wahl wäre die folgende:

Cech,Bellerin,Kos,Merte,Nacho,Coq,Santi,Ramsey,Mesut,Alexis,Theo

Ich muss zugeben, dass ich mich bei Merte und Gabriel in der Entscheidung schwer tue. Aber vielleicht stellt sich die Frage nicht wenn Kos nicht riskiert werden soll. 

Wäre zum Schluss natürlich noch ein Blick auf aktuelle Themen des Annual Meetings sowie des Karriereendes von Wenger zu werfen. Das Arsene Ende der 2016/2017 Saison ggf. nicht verlängert wäre nicht die große Überraschung zumal sein Vertrag dann ausläuft und er sich dahin schonmal tendenziell hin zu seinem letzten Vertrag geäußert hat. Doch das er es der Presse mit genauem Datum auf die Nase bindet, glaubt kein Mensch. Zumindest wäre es „Wenger unlike“. 

Bleibt also noch die 3 Mill £ „Beratungsgebühr“ rund um Kroenke&Co. Zugegeben bin ich da momentan zu weit weg, um mir ein wirklich klares und detailliertes  Bild zu mache, welches über ein paar gelesene Tweets und Kurzberichte hinausgeht. Aber das etwas nicht ganz so korrekt und gerechtfertigt ist dürfte wohl jedem klar sein, zumal das Thema ja bereits vor ein paar Woche hochgekocht ist. Ich denke überall fließen Gelder die nicht einer wirklich Gegenleistung entsprechen. Der Punkt ist nur, dass es Arsenal irgendwie immer öffentlich macht und damit auch so umzugehen scheint, ob gewollt oder ungewollt sei mal dahingestellt und andere Vereine viel vertuschen. Wie dem auch sei. Die finanzielle Lage des Vereins sollte nichts sein, was uns derzeit beunruhigen sollte. 

In diesem Sinne

Come on you Gunners!

Cheers

Chris 

Ps: Mit dem Nachbericht zum Spiel wird euch Felix versorgen. Hoffen wir er hat gutes zu berichten. 

Der Saisonstart 2015/2016: Zwischen Euphorie und Dr. Jekyll and Mr. Hyde

Hallo, Felix (@medispolis) hier. Christian macht wohlverdienten Blogurlaub, von daher werde ich demnächst hin und wieder mal einen Post beisteuern. Und was wäre passender in dieser doch irgendwie elendigen, fast schon langweiligen Länderspielpause, als auf unseren Saisonstart 2015/2016 zurückzublicken. Denn der bietet ja einigen Gesprächsstoff. Eure Eindrücke und Einschätzungen gerne in den Kommentaren.

Wo fangen wir an? Die letzten Wochen waren für uns Fans zwar abwechselungsreich, aber nicht gerade einfach. Die beiden Extreme bekamen wir in der vorletzten Woche zu spüren. Eine enttäuschende Leistung und verdiente Heimniederlage in der Champions League gegen Piräus – und fünf Tage später fast schon eine Gala und tolle wie geschlossene Teamleistung beim 3:0 gegen Manchester United. Genau zwischen diesen beiden Welten bewegt sich der Saisonstart unserer Gunners. Vieles lief gut, vieles lief schlecht. Entsprechend unterschiedlich fallen die Einschätzungen zum Saisonstart aus. Was fehlt: Konstanz in der Leistung – und zwar in der guten. Ich denke aber – und das versuche ich in diesem Beitrag zumindest deutlich zu machen – dass die positiven den negativen Aspekten überwiegen, wenngleich es einfach noch zu viele negative Begleiterscheinugen gibt.

Fakt ist aber auch: In der Premier League stehen wir gar nicht so schlecht da. 16 Punkte nach acht Spielen, nur zwei Zähler hinter Manchester City auf Platz 2. Im Kalenderjahr sind wir zusammen mit Crystal Palace das erfolgreichste Auswärtsteam der Liga. Die Auftaktniederlage gegen die Hammers vergessen wir mal recht schnell und haken sie unter Betriebsunfall ab. Seitdem haben die Leistungen in der Liga gestimmt. Bei Crystal Palace gewonnen, souverän beim bisher ungeschlagenen Leicester City. Und auch das Auswärtsspiel beim FC Chelsea sind wir in der ersten Hälfte sehr gut angegangen, bis Referee Mike Dean und der sympathische Diego Costa uns das Spiel – sagen wir, wie es ist – kaputt gemacht haben. Das Heimspiel gegen Liverpool hätten wir gewinnen können, wenn die Chancen konsequenter genutzt worden wären. So wie letzten Sonntag beim 3:0 gegen United. Was waren das für großartige erste 20 Minuten! Ich war dienstlich in München unterwegs und hatte im Pub mit einigen anderen Arsenal-Fans sehr viel Spaß. Die besten Leistungen sind immer die unerwarteten.

Also alles heile Welt und wunderbar? Mitnichten. In der Champions League fällt die Bilanz dürftig aus. Niederlagen bei Zagreb und zuhause gegen Olympiakos. Das war unwürdig und hat aus meiner Sicht viel an unserer Reputation in Fußball-Europa kaputt gemacht. Und das ist alleine eine Frage der Einstellung gewesen. Denn die Qualität haben wir ja, siehe Leicester, siehe die Partie gegen Man United. Und für die Einstellung ist natürlich in erster Linie das Team selbst verantwortlich, aber vor allem auch der Trainer. Wenger hat die Champions League auf die leichte Schulter genommen und steht jetzt zumindest in diesem Wettbewerb vor einem Scherbenhaufen, der zumindest gegen United gut zusammengekehrt wurde. Allerdings ist auch offensichtlich: Nur gute Leistungen in der Liga können die Schmach in der Champions League zukünftig aufwiegen. Zum ersten Mal in der Wenger-Ära nicht im Achtelfinale? Es scheint wahrscheinlich. Bei der Gruppe ist das natürlich eine Katastrophe. Wenger hat sich eine Grube gegraben, immer tiefer. Völlig unnötig, hätte man den Wettbewerb professionell begonnen. Eigentlich muss jetzt ein Sieg gegen den FC Bayern her, schon um noch die Restchance auf das Achtelfinale zu wahren, aber vor allem auch, um Fußball-Europa zu zeigen, dass Arsenal gegen die besten Teams des Kontinents immer noch guten und erfolgreichen Fußball spielen kann. Wir sind ja quasi schon begraben worden. Was in meinem Fanherz sehr schmerzt.

Bleiben wir kurz bei den negativen Begleiterscheinungen in dieser noch jungen Saison. Über die Rolle von Wenger habe ich mich schon ausgelassen. Seine Rotation in der Champions League, seine fast schon konfrontative Reaktion auf den CL-Pressekonferenzen zeigten einen angefressenen Trainer unter Druck. Der Sieg gegen United kam gerade sehr gelegen. Wenger ist auch unter Druck wegen des passiven Transferfensters. Da hat sich der Verein genauso unprofessionell angestellt wie in Zagreb und gegen Piräus. Wenger scheint immer noch zu häufig die Qualität und Konstanz unseres Kaders zu überschätzen. Wir sind eine Wohlfühloase mit wenig Konkurrenzkampf (diese Saison immerhin schon mehr als in den letzten Jahren) dank des dünnen Kaders. Was ist noch negativ aufgefallen? Wir haben wieder einige Verletzungen (Welbeck, Wilshere, jetzt auch Arteta, Koscielny und Flamini – und zu allem Überfluss auch noch Jeff, den ich sehr vermisse). Bei diesem eher dünnen Kader ist das Gift, eine komplette Saison auf mehreren Hochzeiten erfolgreich zu bestreiten. Im Winter muss nachgelegt werden. Geld ist da. Fuckin‘ spend it! Olivier Giroud ist aus meiner Sicht derzeit ein bisschen ein Sorgenkind. Seinen Stammplatz hat er an Walcott verloren, dazu der Platzverweis gegen Zagreb. Seine Torquote ist immer noch besser als letzte Saison, aber gefühlt ist es schon ein wenig ruhig um den Franzosen geworden. Gleiches gilt ein bisschen für David Ospina, der – höflich formuliert – einen bescheidenen Saisonstart hingelegt hat. Das Theater um seinen Einsatz beim FA-Cup-Finale im letzten Mai, dazu Gerüchte eines Wechsels im Sommer. Wenger scheint von Ospina sehr überzeugt zu sein. Um Vertrauen und Kredit bei den Fans wieder zu gewinnen, muss sich Ospina ziemlich anstrengen. Ähnlich fällt mein Zwischenfazit für Alex Oxlade-Chamberlain aus. Vor der Saison waren sich viele Fans und Experten einig: Das könnte seine Saison werden. Der Siegtreffer im Community Shield schien eine erste Bestätigung zu sein. Doch seitdem sind weitere positive Beweise selten geworden. Stammplatz verloren (auch weil Aaron Ramsey immer noch auf dem rechten Flügel besser spielt als The Ox) und sich bei seinen Einsätzen nicht unbedingt für einen solchen empfohlen. Wird interessant zu beobachten sein, wie die Saison von The Ox weiter verläuft.

Es ist also nicht alles Sonnenschein, aber eben vieles. Peter Cech ist die erhoffte Verstärkung auf der Torhüterposition. Saldieren wir mal den Fehler zum Auftakt gegen West Ham, hat Cech mit seinen Leistungen gegen Liverpool und Manchester United gezeigt, dass er die von John Terry prognostizierten 10 bis 15 Punkte für eine Mannschaft locker erfüllen kann. So ein Transfer müsste doch eigentlich auch Wenger die Gewissheit verschaffen, mehr Spieler zu verpflichten. Neben Cech bin ich vor allem von Hector Bellerin und Nacho Monreal begeistert. Seit langer Zeit besitzen wir zwei exzellente Außenverteidiger, die zudem auch noch offensiv gefährlich sind. Insbesondere Monreal hat in diesem Kalenderjahr nochmal einen riesen Qualitätssprung gemacht. Und Bellerin gehört sowieso die Zukunft. Gleiches gilt wohl auch für Theo Walcott auf der Position des Neuners. Christian und ich haben in einigen Podcasts häufiger unsere Skepsis bezüglich Walcott als Mittelstürmer geäußert. Meine Zweifel sind noch nicht komplett verflogen, aber die letzten Leistungen gegen Leicester und Man United sprechen für Walcott. Sieben Tore in den letzten neun Spielen für Arsenal und die Three Lions ist eine herausagende Bilanz. Dazu sehe ich von Walcott zum ersten Mal sowas wie abgesprochene und einstudierte Laufwege. Ziel von Walcott muss jetzt aber sein, diese Zahlen und Leistungen nachhaltig zu bringen. Gute Abschnitte in einer Spielzeit hatte Theo schon häufiger. Neben Walcott verdient auch Alexis Sanchez ein großes Lob. Holprig in die Saison gekommen, aber vom Einsatz soweit es körperlich eben ging immer bei 100 Prozent. Spielerisch dauerte es etwas, bis der Klick kam. Aber spätestens die Spiele bei Leicester und gegen United haben gezeigt, wie großartig und wertvoll Sanchez ist. Das 1:0 und 3:0. Hach! Hach! Hach!. Blicken wir noch kurz auf Mesut Özil, der sicherlich auch bedingt durch die Misserfolge in der Champions League in der deutschen Medienlandschaft wieder in der Kritik stand. Ja, Özil liefert nicht in jedem Spiel 90 Minuten Feuerwerk ab (was er, nebenbei bemerkt, auch noch nie gemacht hat). Aber er macht Arsenal besser – jederzeit. Vielleicht war das Tor gegen United der endgültige Knotenplatzer. Arsène Wenger hatte ja häufiger betont, wie sehr es Özil nervt, dass er nicht zu den Torschützen gehört. Ansonsten spielt er eine starke Saison. 31 Chancen hat Özil in dieser Saison bisher initiiert, zweibester Ligawert hinter Newcastles Payet. Und noch vor Santi, der auf 29 Chancen kommt. Auch Cazorla spielt wieder eine richtige gute Runde bisher. Und überhaupt: Kein Spieler in der Premier League hat seit August 2012 mehr Torvorlagen gegeben als Santi (insgesamt 32). Mit Coquelin bildet er eine stabile Doppelsechs.

Womit wir zum Schluss bei einem kleinen Ausblick sind, der natürlich auch davon abhängt, dass Coquelin fit und unverletzt bleibt. Gerade auf der defensiven Mittelfeldposition sind die Optionen dank der Anfälligkeit von Arteta und Flamini für kleine Wehwehchen sehr begrenzt. Viel vom weiteren Saisonverlauf hängt also davon ab. Das Konstrukt Arsenal 2015/2016 steht trotz der guten Ligaposition vor allem stimmungsmäßig immer noch auf eher wackeligen Beinen. Ziel von Mannschaft und Trainer muss es sein, jetzt Konstanz in die guten Leistungen hineinzubekommen. Watford und Everton sind die nächsten Aufgaben in der Premier League, dazwischen Champions League gegen den FC Bayern. Insbesondere gegen den FCB sollte man versuchen, sich wieder zu rehabilitieren. Das wird gegen die beste Mannschaft Europas nicht einfach. Aber solange die Chance auf das Achtelfinale besteht, muss man das Spiel so angehen, dass man sich zumindest selbst die Gelegenheit gibt zu gewinnen.

Es kann bei aller Euphorie und der positiven Bilanz in der Liga also wieder sehr schnell passieren, dass wir Fans uns vorkommen wie in einem Horrorfilm. Solche punktellen Ereignisse gab es die letzten Spielzeiten immer wieder. Es werden weniger, aber sie sind noch da. Große Qualität des Teams wie von Wenger war dann aus solchen Spielen die richtigen Schlüsse zu ziehen und einen Run von mehreren Siegen zu starten. Nach dem Spiel gegen Zagreb dachte man schon, dass ein Rückfall so schnell nicht kommt. Dann gab es den Horror gegen Piräus. Jetzt also der nächste Versuch.

Und wenn wir schneller als erhofft wieder in die Wenger-Grube fallen, schauen wir einfach den Flamini-Volley gegen Tottenham in Dauerschleife.

Cheers (wir lesen uns mit einer Analyse des Spiels gegen Watford wieder)

Felix

Standesgemäß 

So stellt man sich eine Reaktion der Mannschaft vor. Was waren das für Minuten zu Beginn des Spiels. Endlich mal haben wir genau das gemacht wovon wir so häufig Opfer anderer Teams waren. Mit Power und Konzentration ins Spiel und dem Gegner schlicht überrannt. Das sollten wir häufiger tun.

Mit dem Ergebnis sind wir nicht nur auf Platz zwei der Tabelle gerückt sondern haben sicher auch ein Zeichen gesetzt Richtung Konkurrenz. Das ist es was man sich von Arsenal wünscht und vorstellt und eben nicht so Auftritte wie unter der Woche in der Champions League. Mann könnte nun behaupten wir hätten dort nur geblufft. Aber das wäre wohl vermessen zu sagen. 

Die ansehende Länderspielpause lässt sich nun angenehmer angehen kommt aber auch etwas zum falschen Zeitpunkt. Den Flow müssen wir nun irgendwie konservieren und bis zum nächsten Spiel rüberretten. 

Zumal ich das Spiel leider nicht sehen konnte erspare ich mir nun weitere Details. Unter der Woche gibt’s noch einen Rückblick von Felix auf das Ganze und die Bedeutung für die restliche Saison. 

Bis dahin

Come on you Gunners!

Cheers 

Chris 

Vereint gegen United

Das Spiel gegen Piräus liegt erst ein paar Tage zurück, der Podcast wirkte ein wenig wie eine Befreiung von alldem, was sich vor einem Fernseher an einem Dienstag Abend so anstauen kann. Doch trotzdem scheint es ein wenig schwierig den Blick auf das United Spiel am heutigen Nachmittag zu richten, weil man nicht so wirklich weiß, welches Arsenal Team uns erwartet und wie wir mit der Situation erneut etwas gutzumachen zu haben, umgehen. Beim letzten Mal gegen Chelsea war es bis zur roten Karte nicht schlecht. Nur diesmal muss am Ende ein Dreier stehen.

Das Spiel gegen United ist nicht nur vor dem Hintergrund der angestauten Negativität der Champions League immens wichtig sondern auch mit Blick auf die Liga von mehr als nur entscheidender Bedeutung. Ein Sieg bringt uns zum Punktegleichstand mit United dem Tabellenführer vor diese Spieltag.  Mit Blick auf die anderen Teams und Ergebnisse müssen wir einfach oben dran bleiben. Auch die nachfolgende Länderspielpause sollte mit einem Sieg begonnen werden. Denn sein wir ehrlich. Wenn man die zwei Wochen ohne einen Arsenal Sieg im Hinterkopf angehen muss, ist es einfach nur dieser immer wiederkehrende Moment, wenn das Resultat zurück in das Kurzzeitgedächnis schlägt. Meistens nach ein oder zwei Bier.

Wenn man einen Blick auf United in dieser Saison wirft, so scheint die Chance auf einen Sieg gegen das Team von LVG nicht besonders unwahrscheinlich. Überzeugen konnten sie bisher nicht. Das Spiel von United hat zwar viele knappe Sieg hervorgebracht aber scheint nicht das dominante zu sein, welches es noch unter Ferguson war. Es wirkt statisch und langsam. Wolfsburg hat dies sehr gut herausgearbeitet am letzten Mittwoch. Das erste Tor gab exakt die statische Spielweise preis. Zudem bringen allein Depay und Martial Geschwindigkeit in das Offensivspiel. Genau das wird der Faktor sein, den wir verhindern müssen. Wie bereits gestern im Podcast kurz angeklungen scheint Martial wirklich eine sofortige Verstärkung zu sein und wirkt sehr gefährlich mit seiner Geschwindigkeit und kurzen Drehungen. Konteralarm dürfte also stets herrschen.

Aus dieser Beschreibung heraus wollen wir nun jedoch nicht behaupten es wird ein „walk in the park“ gegen United. Denn das wird es nie sein.Im letzten Jahr haben wir das Spiel dominiert und trotzdem nichts zählbares mitnehmen können. Dann schon eher das Spiel im FACup zum Vorbild nehmen, in welchem wir mit starkem Pressing unser Spiel durchgedrückt haben. Das beinhaltet im Mittelfeld eine Dominanz von Coq und Santi. Zudem sollte Alexis die Außenbahn gegenüber dem potentiellen Gegenspieler Valencia optimal ausnutzen. Ein nicht gelernter Verteidiger gegen die Qualität von Alexis kann und muss ein Vorteil sein. Man muss sich natürlich die Frage stellen, ob man nicht Walcott auf die Außenbahn verschiebt und Giroud zurück in die Mitte holt. Würde natürlich voraussetzen, dass man Ramsey gegenfalls auf der Bank belässt. Viele „ob’s“und „wenn’s“ zugegeben. Doch etwas worüber man zumindest nachdenken sollte. 

Wie wir nach der Pressekonferenz von Wenger aber nun wissen ist es nicht immer so einfach die Aufstellung herauszuarbeiten und nicht immer basiert sie auf den Informationen, die wir als Fans zur Verfügung haben. Zugegeben eine etwas vage Erklärung der ganzen Rotationsthematik und Cech/Ospina Debatte. Fest steht, dass auch Wenger den Druck mehr zu spüren scheint und etwas dünnhäutiger wird. Wer es noch nicht hören konnte hat hier nochmal die Option ein einen kurzen Ausschnitt reinzuhören.

https://audioboom.com/boos/3644849-wenger-threatens-to-end-press-conference/embed/v4?abm=zap

Damit dürfte feststehen, dass das United Spiel erneut mehr ist als nur ein Spiel in der noch nicht mehr so frühen Phase der Saison ist.So sollte diesmal das beste Team auflaufen, was wir derzeit aufbieten können.Mithin also:

Cech,Nacho,Merte,Gabriel,Bellerin,Coq,Santi,Özil,Alexis,Theo,Giroud

Wie ihr seht habe ich mich für die Variante mit Giroud entschieden. Einfach weil ich denke, dass wir auch in solchen Spielen einmal was wagen müssen. Ferguson hat es oft getan, indem er auch einmal unkonventionelle Aufstellungen wählte. Bekommen hat er uns damit immer. Vielleicht ist es Zeit, wenn man schon Entscheidungen treffen möchte, solche zu treffen, die taktisch etwas ändern könnten. Vielleicht ist es aber auch nur ein Hirngespinst und sollte sofort verworfen werden. Wenn wir es nicht probieren werden wir es nicht rausfinden.

Lassen wir uns überraschen. In diesem Sinne

Come on you Gunners!

Cheers

Chris