Vitoria Preview

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Es ist schon wieder Donnerstag, was in der derzeitigen Arsenal Welt bedeutet, dass wir in der Europa League spielen. Die Ausgangslage ist bisher mit voller Punktzahl aus den bisherigen Partien sehr zufriedenstellend. Mit einem Sieg im Heimspiel am heutigen Abend gegen Vitoria könnte man damit einen sehr großen Schritt in Richtung K.O. Phase bereits zu einem frühen Zeitpunkt machen.

Die Stimmung bei Arsenal ist derzeit sicherlich als gereizt oder unbefriedigend zu beschreiben. Es liegt nicht mehr so sehr Fokus auf dem, was bsp. dieser Wettbewerb an Mehrwert bringen könnte sondern vielmehr auf der Frage, ob Emery einen Fortschritt für den Verein generieren kann oder man sich seitwärts bzw. rückwärts bewegt. Dies hängt nach wie vor mit der Systemfrage und den immer wieder neu und verschieden ausgeprägten Problemen des Teams wie auch mit der weiter schädigenden Özil Causa und dem verbalen Handling durch Emery zusammen.

So ist es kaum verwunderlich, dass man sich in der Vorbereitung auf das heutige Spiel nicht wirklich mit Gegner und Wettbewerb befasst hat und befassen möchte sondern allein mit der Frage, wo die Reise unter Emery hingeht und ob das Thema „Reißleine“ eines ist, was wir uns zutrauen. Wie ihr an den bisherigen Ausführungen merkt ist auch mir das derzeitige Gesamtbild des Teams mit Blick auf nicht wirklich vorhandene Fortschritte wichtiger als die heutige Partie. Dies liegt nicht an dem Gegner oder der Europa League anstatt der Champions League. Es ist in der Erkenntnis begründet, dass derzeit keine wirkliche Hoffnung darin besteht noch ein Spielsystem, eine Taktik oder gar eine optimale Wahl des Spielermaterials trainerseits zu erkennen. Mehrer Experten haben dies bisher versucht und sind sämtlichst kläglich gescheitert.

Es wird somit eine Partie in welcher das Hauptthema neuerlich sein wird, ob Özil diesmal ran darf und wenn ja wie lange und ob leichte taktische Gegenmaßnahmen wie hoches Pressing oder eine tiefe Staffelung des Gegners wiederum ausreichend sind uns aus der Partie zu nehmen. Das gestrige Interview Emerys und seine Schlussfolgerungen zu seiner bisherigen Statistik waren bei der Einschätzung nicht gerade hilfreich. Die Mannschaft als „more competative“ zu bezeichnen mag in Gänze nicht wirklich überzeugen. Aber vielleicht war es dort auch erneut lost in translation.

Belassen wir es zum jetzigen Zeitpunkt bei dieser Erkenntnis und lassen uns überraschen, welches „System“ wir heute sehen werden. Um es abschließend natürlich kurz klarzustellen. Arsenal ist uneingeschränkter Favorit in dieser Partie und sollte unter normalen Umständen kein Problem haben diese auch zu gewinnen. Zumindest sollten Bellerin und Tierney einen Einsatz von Beginn an erhalten, was vielleicht die erhoffte Verbesserung des „Systems Emery“ bringt.

In diesem Sinne

Come on you Gunners!

Cheers

Chris

Ohne jeglichen Esprit

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Ich war mir erst nicht sicher, ob es mein Jetlag war, der mich so langsam dahindösen ließ oder die nicht vorhandene Leistung von Arsenal. Es benötigte nicht lange um festzustellen, dass es Arsenal war, die einen mit dem Einschlafen ringen ließen. Wir spielen seit Wochen keinen wirklich guten Fußball, was sicher jedem klar ist. Jedoch mit einer erneut so destruktiven „Taktik“ in eine Partie zu gehen, widerstrebt allem, was man als Arsenal Fan in den letzten Jahrzehnten verinnerlicht hat.

Unai Emery hat keine taktische Ausrichtung und ist auch nicht in der Lage der Mannschaft eine Richtung zu geben wenn es darum geht entweder hoch pressende oder tief stehende Teams zu bespielen. Sicherlich kann man auf die defensive Stärke von Sheffield verweisen jedoch ist dies für mich nicht maßgeblich gewesen am gestrigen Abend. Arsenal hat von Beginn an keinerlei Anzeichen gemacht die Partie offensiv zu gestalten, sich Torchancen herauszuspielen oder gar irgendwie nur ansatzweise gefährlich zu werden. Die Vorgaben des Trainers sind derart unkreativ, dass man sich die ernsthafte Frage stellen muss, wie man in dieser Gestalt Fortschritte machen soll. Angenommen man kommt in die Champions League am Ende der Saison, wäre dies nach derzeitige Stand, kein Argument für mich Emery länger zu halten. Denn sicher sind die Chancen auf Erreichen des Ziels derzeit mehr in der Schwäche der anderen Mitstreiter als unserer Stärke zu sehen.

Mit einer derartigen Auswärtsbilanz gewinnt man keinen Blumentopf. Wir haben schon oft über die „Taktik“ von Emery gesprochen und wir werden auch weiterhin nicht schlauer. Die existiert nicht bzw. ist nicht kompatibel mit dem Spielermatertial. Bei derart offensiv starkem Personal benötigt man ein Spielsystem, welches diesem gerecht wird. Vorgegeben wird jedoch das genaue Gegenteil. Gepaart dazu kommen fragwürdige Auswechselungen und Benennungen des Kaders. Es fällt ungemein schwer ein Spiel von Arsenal zu analysieren, weil dieses schlicht keine Analyse hergibt. Es ist schlicht die Vermeidung von Kreativität und das Hoffen auf einen Glanzmoment von Aubameyang.

Am Donnerstag hat Emery wieder seine Bühne Europa League. Das derzeitige Niveau mit dem wir uns scheinbar arrangieren müssen.

In diesem Sinne

Come on you Gunners!

Cheers

Chris

Sheffield United Preview: Would the real Arsenal please stand up!

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Hallo aus Berlin. Felix hier. Christian weilt weiterhin im Urlaub.

So. Länderspielpause ist dann auch endlich wieder vorbei. Bis zur nächsten Pause im November stehen sieben Spiele in drei Wochen an. Also ein volles Programm, das den weiteren Verlauf auch in der Premier League definiert. In der Europa League sieht es ja gut aus. Da könnten wir am Donnerstag schon fast die nächste Runde klarmachen. Aber am Montag steht erstmal die Liga auf dem Programm.

Dank Sky zudem noch ein freies Arsenal-Wochenende. Ich denke, dass so unbeliebt der Montagabendtermin vor allem bei den englischen Fußballfans ist, umso eher kommt uns dieser späte Anstoß entgegen. Unai Emery hat so zwei Tage länger die Mannschaft zusammen. Teilweise kamen ja erst am Freitag die Nationalspieler wieder ins Training. Und da ich davon ausgehe, dass am Montag eine komplett andere Mannschaft als am Donnerstag spielt, sollten die zwei Spiele in kurzer Zeit sowieso keine größere Rolle spielen.

Insgesamt war es ja mal wieder eine ruhige Länderspielwoche. Man hatte den Eindruck, dass die zumindest latente Unzufriedenheit bezüglich der Spielweise von Arsenal in der Liga dafür gesorgt hat, dass die meisten Fans und auch der Verein selbst mal Ruhe haben will. Wie gesagt: Die Leistungen in der Europa League und im Ligapokal waren hervorragend. In der Liga nicht. Da stimmen nur die Ergebnisse. Am Montagabend heißt es insofern: den dritten Tabellenplatz verteidigen. Das sollte Ansporn genug sein.

Die einzige nennenswerte Aufregung gab es durch das Interview von Mesut Özil. Inhaltlich fand ich das gar nicht so ergiebig, was jetzt die sportliche Situation bei Arsenal angeht. Konsequenterweise konzentrierten sich die deutschen Medien ja auch primär auf seine Aussagen zu Erdogan etc. Dass Özil die Haltung von Emery bezüglich der Einsatzzeit von Mesut verstehen kann, mag überraschen. Man muss aber auch realistisch sein und feststellen, dass nur das Wechseln von Worten und der Austausch eines vermeintlichen Dialogs gar nichts ändert. Ich halte die Situation weiterhin für schwierig. Ich kann Özil sehr gut verstehen, dass ihn die Situation mit dem Überfall sehr getroffen hat. Ich kann aber auch Emery sehr gut verstehen, dass er nach Leistung im Training aufstellt. Das fehlende Gespür für sowas haben wir bei Wenger immer kritisiert. Solange die Ergebnisse passen, dürfte die Kritik an Emery, Özil nicht zu berücksichtigen sich auch im Rahmen halten. Es dürfte insofern sehr interessant zu beobachten sein, ob Özil in den nächsten drei Wochen reichlich Spielzeit bekommt. Ich denke: Ja! Aber primär in der Europa League und dem Ligapokal.

Das dürfte auch für viele andere Spieler gelten, die länger verletzt haben. Jetzt gibt es noch mehr Möglichkeiten für Spielzeit. Ich bin aber überzeugt, dass Emery an seiner „eingespielten“ Elf in der Premier League erstmal nichts ändert. Auf der Pressekonferenz am Freitag hat der Spanier gesagt, dass Tierney auf alle Fälle ein Kandidat für die Startelf ist. Ansonsten glaube ich, dass Bellerin, Holding und auch der ins Training zurückgekehrte Lacazette eher Spielzeit in den Pokalwettbewerben bekommt. Gleiches dürfte für Torreira gelten, der sowieso erst sehr spät aus Südamerika zurückgekehrt ist. Von daher tippe ich die Startelf mal wie folgt:

Leno – Chambers, Sokratis, Luiz, Tierney – Guendouzi, Xhaka, Willock, Ceballos – Pepe, Aubameyang

Subs: Martinez, Holding, Kolasinac, Maitland-Niles, Torreira, Özil, Martinelli

Ich glaube nicht, dass Lacazette schon im Kader stehen wird. Spielzeit sollte er aber am Donnerstag in der Europa League bekommen. Das dürfte primär auch für die Einwechselspieler gelten und natürlich auch Saka. Reiss Nelson ist der einzige fehlende Spieler mit Verletzung (Knie). Kurzum: Wir haben viele Spieler zur Verfügung und sollten gerüstet sein für die vielen Spiele in nächster Zeit.

Sheffield United steht kurz vor der Abstiegszone. Aber mit neun Punkten nach acht Spielen steht man als Aufsteiger eigentlich ganz passabel da. Ganz interessant: Nur drei Punkte holte Shieffield zuhause, sechs Zähler auswärts. Man tut sich vor eigenem Publikum schwer. Nun kann man nicht unbedingt behaupten, dass wir auswärts regelmäßig glänzen. Wie sehr lassen wir zu, dass Sheffield das Spiel gestalten kann und über Ballbesitz Sicherheit bekommt? Oder treten wir auswärts endlich mal mit Selbstvertrauen wie ein Spitzenteam und kontrollieren Ball und Gegner? Haha. Bei Sheffield müssen sich John Fleck, Oli McBurnie und David McGoldrick späten Fitnesstests unterziehen. Das wäre schon eine Schwächung, wenn alle drei nicht dabei wären.

Sheffield hat vor eigenem Publikum gegen Liverpool gezeigt, zu was sie in der Lage sind. Ich hoffe, unser Trainerteam hat sich diese 90 Minuten sehr genau angeschaut.

Dann kann es was werden. Vielmehr: Es muss was werden. Sky überträgt am Montagabend ab 20:50 Uhr. Ich ziehe aber trotzdem den Konzertbesuch vor. Christian liefert dann die Analyse am Dienstag.

Bis dahin: ein schönes Wochenende!

#COYG

Felix

Emery und die Systemfrage

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Es ist Länderspielpause was stets mit ein wenig Langeweile verbunden ist wenn man auf News von Arsenal wartet. Wir wollen Euch bei der Überbrückung der Zeit behilflich sein und haben einen Gastbeitrag für Euch von Mats-Frederik Neelsen der sich mit Unai Emery und der stets schwelenden Systemfrage beschäftigt. Wenn Euch gefällt was Mats schreibt könnt Ihr ihn auf seinem Blog wiederfinden. Falls auch Ihr mal Lust habt zu einem Thema rund um Arsenal an dieser Stelle etwas zu schreiben meldet Euch gerne auf den bekannten Kontaktwegen. Nun aber der Beitrag von Mats.

Viel Spaß damit!

Cheers

Chris

Nun weilt Unai Emery schon seit etwas über einer Saison auf der Bank der Gunners und sein Spielstil hat noch nicht den Anklang gefunden, den man sich als Arsenalfan wünscht. Natürlich dauert es immer eine Zeit lang, bis ein Trainer bei seinem neuen Club seine Spielphilosophie einbringen kann, aber wenn er ein bis zwei Transferfenster hatte, sollte sein Plan schon langsam Funken sprühen. Ein gutes Beispiel dafür ist Kloppo, der bei Liverpool ja auch seine Zeit brauchte. Ebenso muss man Emery die Zeit geben.

Bei seinen beiden vorherigen Clubs, Sevilla und Paris Saint-Germain, hat er gerne das 4-3-3 angewendet. Hierbei hat ein Mittelstürmer, unterstützt von zwei schnellen Außenspielern, die gerne ins 1gegen1 gehen, die Abwehrreihe unter Druck gesetzt. Dahinter fanden sich meist drei ballsichere, kämpferische Mittelfeldspieler. Vor dem Torwart sorgte eine klassische Viererkette mit zwei athletischen Innenverteidigern für die Absicherung des Zentrums, während schnelle, meist offensive, Außenverteidiger die Flanken geschlossen haben. Nachdem man letzte Saison den Eindruck hatte, dass er das System 1:1 bei Arsenal einführen wollte, hat man ihm im Laufe der Spielzeit ein kleines „einknicken“ angesehen. Nach und nach änderte sich die Formation zu einem 4-2-3-1. Dabei wurde einer der zentralen Mittelfeldspieler neutraler eingesetzt und hat eher als 10er fungiert.

Fassen wir dies einmal in Namen: Vor dem Schlussmann sind entweder Luiz, Sokratis, Holding oder Chambers zu finden, die alle mehr oder weniger die Athletik mitbringen, die sich unser Coach vorstellt. Auf den Außenpositionen werden sie von den offensiven Kolasinac, Maitland-Niles, Tierney oder Bellerin unterstützt. Torreira, Xhaka und Guendouzi sind im defensiven Mittelfeld Paradebeispiele dafür, was sich Emery für Spieler dort auch schon in früherer Zeit gewünscht hat. Ebenso hat er mit Pepe, Lacazette und Aubameyang drei Spieler vorne drin, die seine Kriterien erfüllen. Auch die Jugendspieler Smith-Rowe, Saka, Willock und Nelson, die punktuell eingesetzt werden, passen in dieses Spielsystem hinein.

Der Grund dafür, weshalb sich die eine Position im Mittelfeld weiter nach vorne verschoben hat, sind Özil, Mkhitaryan und Ceballos. Dieser Spielansatz wurde immer klarer, konnte in der letzten Spielzeit aber nicht oft umgesetzt werden. Oft ist Emery auf ähnliche Formationen umgestiegen, da Bellerin als wichtiger Schlüsselspieler verletzt war und auch Özil nicht die Einsatzzeiten hatte, die ihm unter Wenger zustanden. Oft ist Emery bei vier Verteidigern geblieben, so haben wir oft ein flaches 4-4-2, 4-3-3 oder das angesprochene 4-2-3-1 gesehen. Die defensiveren Varianten gegen ballstarke Gegner haben dann außer der Viererkette auch hin und wieder drei echte und zwei „falsche“ Außenverteidiger in Systemen, wie dem 3-4-3 oder dem 3-5-2, beinhaltet. Das alles zeigt die viele Arbeit, die Emery in das Formen eines funktionierenden Teams gesteckt hat und letzte Saison, für eine Premierensaison, ein gutes Ergebnis, mit dem Europa League-Finale und dem 5. Platz in der Liga, erreicht hat. Die Limitierung des Personals hat ihm wahrscheinlich ebenso gezeigt, was noch mit dem Team möglich ist, wenn man die richtigen Einkäufe tätigt. Einige gute Verpflichtungen haben wir im Sommer gesehen. Wenn all dies nun richtig funktioniert und die Zahnräder ineinandergreifen, sehen wir bald eine Mannschaft, die wieder wettbewerbsfähig ist und hoffentlich noch weiter oben mitspielt.

1:0 gegen Bournemouth: Nur das Ergebnis stimmt

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Mitte der zweiten Halbzeit dachte ich mir, eigentlich könnte man den Sonntagnachmittag auch unterhaltsamer und spannender gestalten. Die zweite Halbzeit fühlte sich zwischendurch wie Zeitverschwendung an. Aber gut, Christian ist im Urlaub, ich sollte das Spiel sehen, um auch ein paar Zeilen darüber schreiben zu können. Es war ganz harte Kost.

Tja, das Ergebnis stimmt. 1:0 gegen Bournemouth, wir sind dritter in der Tabelle. Einen Punkt hinter Manchester City, einen Zähler hinter Manchester City, vier Punkte vor den Spurs, sechs sogar vor Manchester United. Manchester an diesem Sonntag ohne Punkte. Wer das nach acht Spieltagen prognostiziert hätte, wäre vor dem Saisonstart als Optimist bezeichnet worden. Und jeder hätte diese Prognose wahrscheinlich mit Kusshand genommen. Nur so richtig zufrieden ist nach acht Spielen (und nur einer Niederlage) aber auch niemand.

Dabei fing es doch so gut an. David Luiz brachte Arsenal nach einer Ecke von Pepe per Kopf mit 1:0 in Führung. Die Gunners belohnten sich für einen starken Beginn. Und ich hatte schon Hoffnungen, dass wir ein unterhaltsames und dynamisches Spiel sehen. Luiz stand mit Sokratis wieder in der Innenverteidigung. Ansonsten stellte Emery so auf, wie ich das in der Vorschau prognostiziert hatte, außer dass Ceballos den Vorzug vor Willock bekam. Martinelli und Tierney auf der Bank, ebenso Torreira. Özil gar nicht im Kader. Ich hatte es ja geahnt. Es wäre schön, einmal genau zu erfahren, was da los ist. Ansonsten dürfte es bis Januar zu wöchentlichen Spekulationen kommen. Schlimm.

Wenn man gehofft hatte, dass die frühe Führung Sicherheit, Selbstvertrauen und Stabilität geben würde, wurde diese Hoffnung ziemlich schnell erloschen. Das Spiel schleppte sich nach der Führung wie ein zähes Kaugummi durch den Sonntagnachmittag. Bournemouth war auch so ungefährlich, dass es irgendwie auch nicht weiter auffiel, dass wir lethargisch, mühsam und behäbig agiert haben. Es war nicht schön anzusehen. Insgesamt nur 12 Torschüsse (und nur vier nach der 35. Minute). Und nur ZWEI Schüsse auf das Tor. Gegen Bournemouth. Zuhause. Das ist richtig schlecht.

Unai Emery sprach davon, dass in der zweiten Halbzeit Arsenal immer mehr das Selbstvertrauen verloren haben. Wie zum Henker kann das immer wieder passieren? Wie kann das sein? Wieso kann das der Trainer nicht verhindern? Und wie kann ich an Selbstvertrauen verlieren, wenn ich zuhause gegen Bournemouth eigentlich gut ins Spiel finde und 1:0 führe? Ich liege ja nicht 0:3 nach 20 Minuten hinten? Müssen wir immer erst in den Abgrund schauen, um unsere Topleistung zu bringen? Zum Glück war der heutige Gegner nur Bournemouth. Die Cherries hatten gegen Ende der Partie nochmal gute Offensivansätze, aber Guendouzi und Luiz mit guten Tacklings verhinderten Schlimmeres. Das hätte eigentlich noch gefehlt. Nach vorne ging gar nichts mehr. Martinelli war nach der Einwechselung für den richtig schwachen Pepe auch ohne Glück. Willock konnte alleine auch nicht die Impulse setzen. Und zu allem Überfluss nahm Emery Saka für Torreira runter. Außer einem Pfostenschuss von Aubameyang sprang offensiv nichts mehr raus.

Die Mannschaft stagniert spielerisch. Offensiv helfen nur Standards und Einzelleistungen. Es ist mäßig zu diskutieren, ob ein Mesut Özil uns in einer solchen Phase der kreativen Stagnation helfen könnte oder nicht. Er ist nicht da. Und ich sehe jetzt auch nicht, warum Ceballos nicht die Charakteristika umsetzen kann, die Özil auszeichnen. Das ganze System passt von vorne bis hinten nicht. Einziger Habenpunkt: Kein Gegentor. Der Gegner hieß aber auch Bournemouth. Defensiv zeigten wir aber eine gute Leistung. Chambers gefiel mir richtig gut, auch Luiz zeigte aufsteigende Form.

Ja, drei Punkte. Das ist gut und das Minimum. Dritter Platz ist eine gute Momentaufnahme. Und wir haben die Spurs, Pool und Man United schon gespielt. Aber spielerisch tut sich gar nichts. Es wird gefühlt von Woche zu Woche schlechter. Und ich bin ratlos, wie diese fast schon Blockade zu lösen ist. Es scheint immer mehr eine Sache des Kopfes zu sein.

Es war definitiv keine Leistung, die die Kritik an Unai Emery verstummen lässt. Im Gegenteil. Denn Bournemouth war noch schlechter, zumindest in der ersten Halbzeit. Mit Pech lassen wir hier Punkte liegen. Zum Glück nicht. Aber mittlerweile hoffen wir mehr auf Glück als auf unsere Stärken zu setzen. Wo will Unai Emery mit diesem Team hin? Seit heute Nachmittag weiß ich es noch weniger als vorher schon.

Spurs, City und Man United verlieren. Und deswegen fühlt es sich wie ein guter Spieltag an. Aber auch nur deswegen. Zum Glück ist bald wieder Europa League. Jetzt erst einmal Länderspielpause. Genau richtig. Vielleicht kommt in den zwei Wochen wieder etwas Lust und Aufregung zurück. Und vielleicht zeigt man den Spielern mal die Tabelle, dass es eigentlich keinen Grund gibt, nicht selbstbewusst auzutreten. Aber vielleicht ist ja auch der Trainer das Problem.

#COYG

Felix